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Impulse für den Mittelstand
 

Rehlinger: Planungssicherheit für die Saarschmiede

06.09.2017

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger sieht Zukunftsperspektiven für die Saarschmiede. Das am Dienstag, 5. September, vom Aufsichtsrat der Saarschmiede GmbH Freiformschmiede in Völklingen verabschiedete Restrukturierungskonzept sei dringend notwendig gewesen: „Die von der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite sorgfältig vorbereiteten und gemeinsam getragenen Beschlüsse schaffen jetzt Planungssicherheit. Sie bilden die Grundlage dafür, dass die Schmiede weitermachen kann.“ Wichtig sei vor allem das Signal, dass die Schmiede mit verkleinerter Kapazität und reduzierter Anlagenkonfiguration fortgeführt werden soll.

Das Wirtschafts- und Arbeitsministerium werde die nächsten Schritte gemeinsam mit der Arbeitsverwaltung und im Sinn der Beschäftigten intensiv begleiten: „Die vorgesehene Halbierung der Belegschaftszahl der Saarschmiede von derzeit rund 850 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist nicht nur für die direkt Betroffenen äußerst schmerzhaft. Die Personalanpassung erfolgt aber sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen - das ist für mich eine ganz zentrale Aussage nach dem Aufsichtsratsbeschluss.“

Es würden nun bewährte Instrumente genutzt, die tarifvertraglich und arbeitsmarktpolitisch zur Verfügung stehen. Dazu zählten unter anderem Verlegungen und Altersübergangsregelungen innerhalb des Saarstahl-Konzerns sowie die Einrichtung einer Transfergesellschaft. Mit diesem Instrumentenmix könne den Bedürfnissen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Rechnung getragen werden.

„Die Montanmitbestimmung ist ein Vorzeigemodell der Zusammenarbeit von Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite. Gerade in schwierigen Zeiten wie diesen ist das eine wesentliche Stärke unserer heimischen Stahlindustrie. Die Landesregierung setzt großes Vertrauen in die Kompetenz und den Lösungswillen des montanmitbestimmten Unternehmens Saarstahl. Die Stahlindustrie ist Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unserer Saar-Wirtschaft. Deshalb werden wir dem Unternehmen und den Beschäftigten in dieser Krise mit Rat und Tat zur Seite stehen.“

HINTERGRUND

Auslöser der Aufsichtsratsentscheidung sind die anhaltenden Auslastungs- und Ergebnisprobleme der Saarschmiede. Die meisten Marktsegmente, in denen sie aktiv ist, sind geprägt von internationalen Überkapazitäten, hartem Wettbewerb und hohem Preisdruck.

Die tiefgreifenden Veränderungen auf den Energiemärkten, die Reaktorkatastrophe von Fukushima sowie niedrige Erdöl- und Erdgaspreise haben weltweit zu einem nur schwer kalkulierbaren Investitionsverhalten in der Strom- und Wärmeerzeugung geführt.

Insbesondere beim Neubau hocheffizienter konventioneller Großkraftwerke, die auf schwere Schmiedeteile für den Einsatz in Turbinen und Generatoren angewiesen sind, ist eine deutliche Zurückhaltung von Investoren, Anlagenbauern und Betreibern zu verzeichnen.