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Polizei
 

Für rund 8.000 Abc-Schützen beginnt am 16. August die Schule

Polizei kündigt Kontrollen an und gibt Tipps zum sicheren Schulweg

Am Mittwoch, 16.08.2017, ist Schulanfang. Für rund 8.000 Abc-Schützen wird es spannend: Sie sind jetzt "in der Schule!". Die Gesamtschülerzahl der Grundschulen im Saarland beträgt dann rund 31.400. Die Polizei kündigt Kontrollen an und gibt Tipps zum sicheren Schulweg.

Schulkinder auf dem Schulweg - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn
Schulkinder auf dem Schulweg - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn

Für die Schulanfänger beginnt nach den Sommerferien "der Ernst des Lebens". Sie gehen nun zur Schule und müssen sich somit auch an den, in den meisten Fällen, neuen Schulweg gewöhnen. Sie sind noch unerfahren im Straßenverkehr, lassen sich schnell ablenken, haben noch kein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein und reagieren für andere Verkehrsteilnehmer oft plötzlich und unvorhersehbar.

Dies gilt nicht nur für die Schulanfänger, sondern auch für alle anderen Schüler. Deshalb müssen Autofahrer generell in der Nähe von Schulen besonders vorsichtig fahren. Ein Blick auf die Statistik macht deutlich:

Verunglückte Kinder bei Verkehrsunfällen im Saarland

Im Jahr 2016 haben im Saarland 2 Kinder bei einem Verkehrsunfall tödliche Verletzungen erlitten.

Gegenüber dem Vorjahr ist die Anzahl der verunglückten Kinder um 20,6 % gestiegen, was auf einen deutlichen Anstieg (24,2 %) bei den leicht verletzten Kindern zurückzuführen ist.

Dafür ist der Anteil der schwer verletzten Kinder im Vergleich zum Vorjahr um 5 % gefallen.

Im Hinblick auf die Beteiligungsart am Straßenverkehr ist festzustellen, dass im Jahr 2016 die Mehrzahl der Kinder (50,4 %) als Mitfahrer_innen im Fahrzeug verunglückt sind. Dies entspricht einem leichten Rückgang von 2,8 %, ist aber damit im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich geringer (2016: 183, 2015: 160).


Anzahl verunglückter Kinder in ausgewählten Beteiligungsarten

Im Gegensatz zu den Vorjahren 2013 bis 2015, in denen die Gesamtzahlen verunglückter Kinder in den Verkehrsbeteiligungsarten "Rad fahrende" und "zu Fuß gehende" kontinuierlich zurückgingen, sind im abgelaufenen Jahr in diesen Beteiligungsarten Anstiege festzustellen.

Im Saarland verunglückten 69 Kinder im Jahr 2016 als "Rad fahrende" bei einem Verkehrsunfall mit Personenschaden. Dies bedeutet gegenüber 55 Kindern in 2015 einen Anstieg um 25,5 %.

Mit 33,8 % fällt der Anstieg im Jahr 2016 gegenüber dem Vorjahr noch deutlicher aus, wenn Kinder als "zu Fuß gehende" bei Verkehrsunfällen im öffentlichen Straßenverkehr verunglückten (2016: 95; 2015: 71).


Verunglückte bei Verkehrsunfällen je 100.000 der Altersgruppe

Die Grafik "Verunglückte bei Verkehrsunfällen je 100.000 der Altersgruppe" verdeutlicht, dass das Risiko von Kindern, bei einem Verkehrsunfall zu verunglücken, d.h. getötet oder verletzt zu werden, signifikant unter dem durchschnittlichen Risiko der Jugendlichen und "Jungen Fahrer" liegt.


Wenn Autofahrer, Eltern, Kinder und Lehrer gleichzeitig die folgenden Tipps beachten, wird der Schulweg sicherer:

Verkehrszeichen 136
Verkehrszeichen 136

Schulweg festlegen und ausprobieren

  • Noch in den Ferien Schulweg gemeinsam aussuchen und am besten mehrmals einüben.
  • Konzentration fördern.
  • Auch auf dem Bürgersteig Abstand zum Fahrbahnrand halten.
  • Respekt vor dem Straßenverkehr fördern, aber keine Ängste aufbauen.
  • Straßen nur an sicheren Stellen überqueren, vordringlich Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) und Verkehrsampeln benutzen. 
  • Wenn die Schule bereits begonnen hat, sporadisch noch mal mitgehen.
  • Keine zu große Kontrolle! Vertrauen Sie Ihrem Kind!
  • Ideal, wenn Kinder in Gruppen gehen.
  • Bei kurzem Schulweg am besten zu Fuß zur Schule. Die Kinder gewinnen an Erfahrung und werden sicherer (Eigenverantwortung).

Zeit und Weg

  • Genügend Schlaf ist wichtig.
  • Rechtzeitig frühstücken
  • Witterungsangepasste Kleidung!
  • Nicht auf den letzten "Drücker" losgehen - keine Hektik und kein Stress!

Kinder sollen für Fahrzeugführer gut erkennbar sein

  • Insbesondere in der dunklen Jahreszeit helle, reflektierende Kleidung und Ranzen tragen.
  • Gegebenenfalls Beleuchtung und Strahler am Fahrrad ständig kontrollieren.

Parkchaos im Umfeld der Schule vermeiden

  • Lassen Sie Ihr Kind die letzten Meter zu Fuß laufen.
  • Tragen Sie nicht zu einem Parkchaos bei (Übersichtlichkeit!).
  • Gefahren beim Überqueren der Fahrbahn.
  • Gefahren beim plötzlichen Hervorlaufen zwischen parkenden Autos.
Kind am Straßenrand zwischen parkenden Fahrzeugen - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn
Kind am Straßenrand zwischen parkenden Fahrzeugen - Foto: Deutscher Verkehrssicherheitsrat e.V., Bonn

An Sicherung der Kinder im Auto denken

  • Kinder unter 12 Jahren, die kleiner als 1,50 m sind, benötigen eine geeignete, amtlich genehmigte Rückhalteeinrichtung (Kindersitz).

  • Beim Neukauf möglichst einen Sitz nach der Norm ECE-R 44-04 oder UN/ECE-R 129 auswählen. Unterschied: Die Norm UN/ECE-R 129 berücksichtigt die Größe und das Gewicht, die Norm ECE-R 44 richtete sich nur nach dem Gewicht.

  • Kindersitze der Norm ECE-R 44-03 sind noch gültig, ältere Kindersitze der Norm ECE-R-44-01 oder 44-02 dürfen nicht mehr verwendet werden.

  • ISOFIX-Systeme erleichtern den Einbau des Kindersitzes im Fahrzeug. Beim Kauf darauf achten, dass der Sitz im eigenen Fahrzeug tatsächlich verwendet werden darf.

  • "i-Size Sitze" bieten einen besseren Schutz beim Seitenaufprall und verhindern einen fehlerhaften Einbau, da eine ISOFIX-Montage vorgeschrieben ist.

  • Transportieren Sie Kinder ausnahmslos nur in geeigneten Kindersitzen (auch auf kurzen Strecken), seien Sie Vorbild und legen Sie selbst immer den Sicherheitsgurt an!
Typenschild eines Kindersitzes
Typenschild eines Kindersitzes

Fahrrad und Bus

Sofern der Schulweg zu Fuß nicht möglich ist, bedenken Sie bitte folgendes:

  • Kinder sollten mit dem Fahrrad erst nach der Radfahrausbildung in den Jugendverkehrsschulen (während des 3./4. Grundschuljahres) in die Schule fahren. Vorher sind Sie sehr gefährdet, weil Sie überfordert sind.
  • Helm und reflektierende Kleidung tragen! Vorbildfunktion der Eltern!
  • Die grundlegenden Verkehrsregeln sollten gegebenenfalls bekannt sein.
  • Bei Fahrten mit dem Bus Haltestellen bekannt  machen, am Anfang mitgehen, wenn nötig abholen.

Zahlreiche Tipps für Eltern und Lehrer bietet die Broschüre "Mit dem Bus zur Schule - aber sicher", mit deren Hilfe Kindern sicheres Verhalten im Zusammenhang mit Schulbusfahren vermittelt werden kann. Die Broschüre ist auf dem Themenportal des Landesinstituts für Präventives Handeln (LPH) als Download zur Verfügung gestellt.

Verkehrszeichen 245

Die Polizei wird in den ersten Wochen nach Schulbeginn insbesondere im Umfeld der Schulen Geschwindigkeitskontrollen durchführen. Ferner wird das Anlegen der Rückhaltesysteme kontrolliert. Die Zentralen Verkehrspolizeilichen Dienste des Landespolizeipräsidiums werden wie in den zurückliegenden Jahren verstärkt Busse kontrollieren, die Schüler befördern.


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