Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Landesbetrieb für Straßenbau
 

Freie Fahrt in Oberkirchen: Pilotprojekt schafft gemeinsamen Raum für alle Verkehrsteilnehmer

Medieninformation vom 29.06.2018

29.06.2018

Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger hat am Freitag, 29. Juni, gemeinsam mit dem Bürgermeister der Gemeinde Freisen, Karl-Josef Scheer, die umgestaltete Ortsdurchfahrt Oberkirchen offiziell freigegeben.
Hier wurde angelehnt an das ‘Shared-Space-Prinzip‘ („gemeinsamer Raum“) die vorhandene Ortsdurchfahrt sowohl als Einkaufs- und Aufenthaltsgebiet, als auch als Verbindungsstraße ausgebaut. Charakteristisch für das Shared-Space-Prinzip ist die Idee, so weit wie möglich auf Verkehrszeichen, Signalanlagen und Fahrbahnmarkierungen zu verzichten. Gleichzeitig sollen die Verkehrsteilnehmer vollständig gleichberechtigt werden, wobei die Vorfahrtsregel weiterhin Gültigkeit besitzt.
Für Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger spielt bei dem Pilotprojekt die gegenseitige Rücksichtnahme eine wichtige Rolle. „Die Ortsdurchfahrt von Oberkirchen wird mit dem Pilotprojekt zu einem gemeinschaftlich genutzten Raum. Der vom Kfz-Verkehr dominierte öffentliche Straßenraum wird im Verkehrsfluss verbessert. Durch Bepflanzung und einen neu geschaffenen Brunnen wird die Attraktivität erhöht. Wir hoffen, dass wir dadurch wieder mehr Anwohner in den Ortskern ziehen. Eine echte Win-Win-Situation für Oberkirchen.“
Die Hauptstraße von Oberkirchen vom Kreisverkehrsplatz bis zur Einmündung der Straße ‚Zur Festhalle‘ wurde so gestaltet, dass möglichst keine Verkehrsteilnehmer bevorzugt werden, sondern dass auf partnerschaftliches Miteinander gesetzt wird. Durch die Gestaltung wurde versucht, möglichst gute Sichtbeziehungen zwischen allen Verkehrsteilnehmern zu gewährleisten. Den Fußgängern und Radfahrern wird mehr Raum zugeteilt, und die Nutzung durch Menschen mit Behinderungen durch die Reduzierung von Barrieren erleichtert. So wird im gesamten Bereich ein Blindenleitsystem angeordnet. Die Führung der Blinden und Sehbehinderten erfolgt teilweise direkt entlang der Häuser, entlang der Hochborde sowie mittels eines Leitstreifens aus einer Kombination von Noppen- und Rippenplatten.
Um die Geschwindigkeit auf ein angemessenes Maß zu reduzieren, wird der umgestaltete Bereich als „Tempo-20-Zone“ ausgewiesen. Ebenso wird die Rechts-vor-links-Regel angewendet und weitgehend auf weitere Beschilderung verzichtet. Die komplette Straßenbeleuchtung wurde mit modernen und energiesparenden LED-Leuchtkörpern erneuert.
Die  Baukosten des Pilotprojektes betragen 2 Mio. Euro. Finanziert wird die Maßnahme durch das Wirtschaftsministerium mit 1 Mio. Euro, das Innenministerium mit rund 836.000 Euro sowie durch die Gemeinde Freisen. Die Bauzeit betrug rund 22 Monate.