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Statistik
 

Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes 2017 real um 1,2 Prozent gestiegen

Pressemitteilung vom 28.03.2018 - 11:30 Uhr

Die saarländische Wirtschaft hat wieder deutlich an Auftrieb gewonnen. Nach aktuellen Berechnungen wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßstab der gesamtwirtschaftlichen Leistung des Jahres 2017 auf 35,3 Mrd. Euro veranschlagt. Wie das Statistische Amt hierzu mitteilt, sind das nominal 2,8 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Preisbereinigt ergibt sich ein reales Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent.

Dennoch verlief die Konjunktur im Saarland damit sowohl nominal als auch real ungünstiger als in den meisten anderen Bundesländern. Für Deutschland insgesamt wurde die Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2017 nominal auf plus 3,8 Prozent beziffert, real auf plus 2,2 Prozent.

Dies sind erste vorläufige Ergebnisse nach Auswertung der aktuellen Wirtschaftsstatistiken durch den Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem alle Statistischen Landesämter angehören. Für solche kurzfristigen Berechnungen ist die Datenbasis jedoch sehr begrenzt, weshalb die Aussagekraft der Zahlen noch stark eingeschränkt ist.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes wurde im Jahr 2017 von Sondereinflüssen bestimmt, die vor allem die heimische Automobilindustrie („Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“) betrafen. Aufgrund produktionstechnischer Umstellungen im Fahrzeugbau sind Produktions- und Absatzeinbußen in größerem Maße eingetreten, die sich auf den gesamten Konjunkturverlauf des Landes auswirkten. In dieser Schlüsselbranche der Saarindustrie sind die Umsätze insgesamt um 1,9 Prozent geschrumpft, wobei der inländische Absatz (  7,4 %) sich wesentlich schlechter entwickelte als die Auslandsnachfrage (+ 2,4 %). Parallel dazu ist die Produktion der Branche lediglich um 1,0 Prozent gestiegen. Nach der Umstellungsphase hat die Autokonjunktur im zweiten Halbjahr erst langsam wieder Fahrt aufgenommen. Hoffnung auf eine spürbare Erholung versprechen bereits die Auftragseingänge, die bis zum Jahresende um 10,7 Prozent kräftig gestiegen sind.

Durchweg positive Ergebnisse werden dagegen aus den beiden anderen großen Industriezweigen gemeldet: Im Maschinenbau haben die Auftragseingänge um 7,3 Prozent zugenommen, sodass die Produktion dort um 14,3 Prozent gesteigert werden konnte. Der Umsatz der Maschinenbauer erhöhte sich gar um 18,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die Stahlindustrie („Metallerzeugung und -bearbeitung“) zeigte sich gut erholt von der Stahlkrise und meldete eine Auftragsverbesserung von 18,1 Prozent. Bei einem Produktionsanstieg von 9,4 Prozent verzeichnete der Umsatz ein Plus von 14,6 Prozent.

Diese drei großen Industriezweige erbringen im Saarland fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Verarbeitenden Gewerbe, der sich im Jahr 2017 auf 27,9 Mrd. Euro belief. Das waren 6,6 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, wobei die Exporte mit plus 12,0 Prozent besser liefen als das Inlandsgeschäft (+ 1,3 %). Das Verarbeitende Gewerbe seinerseits hat im Saarland, gemessen an der Bruttowertschöpfung, wegen seiner traditionell hohen Industriedichte einen größeren Anteil an der Gesamtwirtschaft, als dies in den meisten anderen Bundesländern der Fall ist. Insofern wirkten sich die negativen Einflüsse hierzulande demnach deutlich stärker aus als im Bundesdurchschnitt.

Außerhalb des Verarbeitenden Gewerbes, d. h. in der übrigen Industrie und in den vielfältigen Bereichen des Dienstleistungssektors, konnte die Saarwirtschaft jedoch oft nicht Schritt halten mit der bundesweiten Entwicklung. So durfte die saarländische Bauwirtschaft zwar mit dem Geschäftsjahr 2017 im Vergleich zu 2016 zufrieden sein; im Vergleich der Bundesländer schnitt sie aber ungünstiger ab. Gleiches gilt für die Entwicklung bei Handel und Verkehr, in der Informations- und Kommunikationstechnik, im Grundstücks- und Wohnungswesen und bei anderen Dienstleistungsbranchen, wo das Saarland zum Teil große Mühe hatte, dem Bundestrend folgen zu können. Berücksichtigt man dazu, dass der Dienstleistungssektor rund zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung des Saarlandes erbringt, so wird verständlich, dass der Konjunkturverlauf im Saarland hinter der Bundesentwicklung zurückblieb.

Weitere Daten zur konjunkturellen Entwicklung im Saarland finden sich im Internetangebot des Statistischen Amtes unter www.statistik.saarland.de.
Darüber hinaus stehen die aktuellen Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung in den Bundesländern im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de zur Verfügung.