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60 Jahre Staatskanzlei des Saarlandes
 

Das Erbe Napoleons

Preußen und Bayern an der Saar

Napoleon trat das Erbe der Französischen Revolution an. Er setzte die rechtlichen Reformen weiter fort, die auch an der Saar Geltung erlangten. Fünf große Gesetzeswerke, darunter das neue Zivil- und Strafrecht, verliehen Freizügigkeit, Gewerbefreiheit und die Garantie des Eigentums. Die Einführung des französischen Rechts bedeutete eine gewaltige Modernisierung gegenüber dem Ancien Régime. Bemerkenswert ist der Umstand, dass das französische Recht an der Saar und im Linksrheinischen bis zur Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuches 1900 weiter bestand. Diese Rechte wurden von der Bevölkerung geschätzt und gegen Eingriffe verteidigt.
Nach vielen erfolgreichen Kriegszügen, in denen er halb Europa eroberte (und dabei immerhin sieben Mal die Saarregion passierte), verlor Napoleon bei Waterloo Amt und Macht. Die neue europäische Ordnung wurde auf dem Wiener Kongress 1815 ausgehandelt und in diesem Rahmen auch das Land an der Saar völlig neu gestaltet. Der größte Teil gehörte zur preußischen Rheinprovinz, Regierungsbezirk Trier (die heutigen Kreise Saarlouis, Merzig-Wadern und Neunkirchen sowie der Regionalverband Saarbrücken). Der heutige Saarpfalz-Kreis war Bestandteil des bayerischen Rheinkreises mit Verwaltungssitz in Speyer. Ein kleiner Teil im Nordosten wurde bis zu seinem Verkauf an Preußen im Jahre 1834 vom Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha regiert.