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Staatskanzlei
 

Bericht zur Integration in Deutschland und Frankreich

Herausgeber: 
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer gemeinsam mit dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault
Ausgabe: 
April 2016
Kosten: 
kostenlos

Beschreibung

Bericht zur Integration in Deutschland und Frankreich

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am 7. April 2016 gemeinsam mit dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault dem 18. Deutsch-Französischen Ministerrat in Metz unter Leitung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande ihren Bericht zur Integration in Deutschland und Frankreich vorgelegt.

Inhalt

Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer hat am 7. April 2016 gemeinsam mit dem französischen Außenminister Jean-Marc Ayrault dem 18. Deutsch-Französischen Ministerrat in Metz unter Leitung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel und Staatspräsident François Hollande ihren Bericht zur Integration in Deutschland und Frankreich vorgelegt.

Beide waren von diesem Gremium am 31. März 2015 damit beauftragt worden, Vorschläge zu bilateralen Projekten und Maßnahmen zur Förderung der Integration und des Zusammenlebens in unseren Gesellschaften zu entwickeln. Daher enthält der Bericht nicht nur eine Bestandsaufnahme mit vergleichender Analyse der Integrationspolitiken beider Länder, sondern auch konkrete Vorschläge zur bilateralen Zusammenarbeit.

10 Jahre nach dem ersten Startschuss zur deutsch-französischen Kooperation beim Thema Integration und Chancengleichheit im Jahre 2006 war ein neuer Elan notwendig. Ziel ist eine Verstetigung der bilateralen Initiativen, die durch die Gründung eines deutsch-französischen Integrationsrates mit Vertretern aus Zivilgesellschaft, Verwaltung und Kommunen erreicht werden soll. Dieser soll als beständiger Ideengeber fungieren, das Thema kontinuierlich auf der deutsch-französischen Agenda halten und konkrete Projekte zur Förderung der Integration unterstützen.

„Es ist uns eine Herzensangelegenheit, dass die deutsch-französische Zusammenarbeit zwischen den Akteuren der Integration beider Länder dauerhaft etabliert wird“, sagt Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer, „mir ist es insbesondere wichtig, frühzeitig die jungen Menschen beider Länder einzubinden. Sie bauen unsere Zukunft.“

Der Bericht der Ministerpräsidentin und des Außenministers zeigt vier Kernbereiche für die Integration der Zuwanderer auf:

-       die gesellschaftliche Teilhabe und Bekämpfung der Diskriminierung,

-       Bildung und Forschung,

-       Wirtschaft, Beschäftigung und Ausbildung,

-       Kultur, Medien und Sport.

 

Konkret empfehlen beide folgende Initiativen:

-       verstärkter Austausch von Best Practices zwischen deutschen und französischen Akteuren der Integration. Hierzu zählen auch die Erfahrungen Frankreichs mit den sogenannten Contrats d’accueil et d’intégration.

-       eine Mobilitätsinitiative für junge Menschen mit besonderem sozialem Förderbedarf, insbesondere mit dem neuen Deutsch-Französischen Freiwilligendienst „Opportunities“ des Deutsch-Französischen Jugendwerks. Dieser ist seit dem 15. Juni 2016 in der Pilotphase. Mehr Austausch in der Berufsbildung soll ebenfalls zum Ziel führen.

-       verstärktes Engagement gegen Diskriminierung und für mehr Vielfalt, zum Beispiel durch Einführung eines „Diversity-Labels“ nach französischem Vorbild für Behörden sowie eines „Diversity-Tags“ in den Unternehmen, der in Deutschland mit dem Verein „Charta der Vielfalt“ schon seit Jahren erfolgreich praktiziert wird;

-       Generierung von Wissen zu den Themen Immigration, Integration und Interkulturalität durch Fortführung von Initiativen wie dem deutsch-französischen Studientag zur Integration von France Stratégie und durch Mobilisierung der Deutsch-Französischen Hochschule;

-       deutsch-französisches Engagement gegen den Schulabbruch mit dem französischen Verband Studentischer Stiftungen für die Stadt (AFEV). Dieser organisiert in Frankreich studentisches Engagement in 330 Stadtteilen und leistet dort jährlich eine Millionen Stunden soziale Arbeit. Diese Aktivität soll im Rahmen eines Erasmus+-Projekts auf deutsche Partneruniversitäten ausgeweitet werden.

-       Maßnahmen im Kulturbereich, insbesondere durch eine Zusammenarbeit zwischen dem Musée National de l’Histoire de l’Immigration in Frankreich und Partnerinstitutionen in Deutschland und mit einem besonderen Augenmerk für das Thema Integration und Zusammenleben anlässlich der Frankfurter Buchmesse, wo Frankreich 2017 Ehrengast sein wird.

 

Der breit rezipierte Bericht hat viele positive Reaktionen, unter anderem der Europäischen Kommission, hervorgerufen und Projekte angestoßen. So wird die Deutsche Sektion des Rates der Gemeinden und Regionen Europas das Thema Integration in ihrer Jahreskonferenz 2017 aufgreifen. Ziel ist nun, die Inhalte weiter publik zu machen, damit die Umsetzung der Vorschläge voranzutreiben und mehr Partner mit ins Boot zu holen. Der Beauftragungsbrief umfasste auch eine europäische Komponente, der mit der Vorstellung in der Ratsarbeitsgruppe Justiz und Inneres durch die Geschäftsstelle für deutsch-französische Integrationsprojekte der Staatskanzlei am 12. Oktober 2016 in Brüssel Rechnung getragen wird. Dort erhält der Bericht auf Arbeitsebene der 28 Mitgliedsstaaten ein Forum.

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