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Bergbau und Bergbaufolgen
 

Bergehalde Göttelborn und Kohlbachweiher werden Teil der Landschaft der Industriekultur Nord

29.09.2015
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Rudolf Krumm, Repräsentant der RAG Montan Immobilien, Ortsbüergermeisterin der Gemeinde Quierschied, Karin Lawall, und Uwe Penth, Regionalbeauftragter der RAG AG bei der Übergabe der Halde Göttelborn. Foto: © B&B
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger, Rudolf Krumm, Repräsentant der RAG Montan Immobilien, Ortsbüergermeisterin der Gemeinde Quierschied, Karin Lawall, und Uwe Penth, Regionalbeauftragter der RAG AG bei der Übergabe der Halde Göttelborn. Foto: © B&B

Im Rahmen einer offiziellen Feierstunde wurde die Bergehalde Göttelborn aus der Bergaufsicht entlassen und in den Besitz der Industriekultur Saar GmbH (IKS) übergeben. Die Halde ist damit ab sofort Bestandteil der Landschaft der Industriekultur Nord (LIK.NORD) und für die Öffentlichkeit zugänglich. Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger war bei der Übergabe zu Gast: „Mit dem Ende der Steinkohleförderung an der Saar ist das Thema Bergbau noch lange nicht beendet. Rund drei Jahre nach der letzten Schicht in Ensdorf beschäftigt das Thema noch immer die Menschen in unserem Land. Neben den Diskussionen über Grubenwasser und PCB sind es Themen wie Strukturwandel, Flächenentwicklung und Erneuerbare Energien. Mit Projekten wie diesem fördern wir vermehrt die positiven Seiten zu Tage, die der Bergbau für unsere Zukunft hat. Die Halde Göttelborn ist ein hervorragendes Beispiel für gelungenen Strukturwandel und ein Vorzeigeprojekt unserer Industriekultur. Schön, dass wir sie heute der landeseigenen IKS übergeben dürfen“, so Rehlinger. Auch die Bürgermeistern der Gemeinde Quierschied, Karin Lawall, freut sich über den erfolgreichen Abschluss der Umstrukturierungsmaßnahme. „Wir haben ein neues, wunderbares Ausflugsziel in Göttelborn. Die Attraktivität unserer Gemeinde wird mit der touristisch aufgewerteten Bergbaufolgelandschaft um ein Vielfaches gesteigert“.
 
Neben den Vertretern der Gemeinde und der IKS waren auch Uli Heintz, Geschäftsführer der LIK.NORD, Jens Schiller, Bundesamt für Naturschutz, Uwe Penth, Regionalbeauftragter der RAG Aktiengesellschaft an der Saar, und Rudolf Krumm, Repräsentant der RAG Montan Immobilien, bei der Übergabe anwesend.

Insgesamt sechs Millionen Euro investierte die RAG Aktiengesellschaft für die Sanierung der Bergehalde Göttelborn und des Kohlbachweihers. „Wir haben hier fast eine halbe Million Kubikmeter Massen bewegt“, berichtete Uwe Penth. Die Maßnahme war die größte Baumaßnahme an einer Bergehalde und Absinkweiher im Saarland. Gemeinsam mit dem Land und der Kommune habe man von Beginn an eng zusammen gearbeitet. Göttelborn sei ein Vorzeigebeispiel für erfolgreichen Strukturwandel, bekräftigte Penth.

Die im Saarland wohl bekannteste Bergbaufolgelandschaft ist der Saarkohlewald und erstreckt sich über 6.000 Hektar. Mit dem 45 Kilometer langen Haldenrundweg ist er ein attraktiver Erholungsraum, in dem Naturlandschaft und Industriekultur eng miteinander verzahnt sind. Das einzigartige Naturschutzgroßprojekt LIK.NORD knüpft daran an. Hier greift das Prinzip „Natur Raum lassen“. Halden, Schlammweiher, Kohlelager, Stauweiher bilden ein lebhaftes Mosaik mit naturnahen Waldflächen. Dabei bleiben Wälder und Schlammweiher weitgehend sich selbst überlassen und bieten Entwicklungsmöglichkeiten für Libellen und Amphibien. „Wir verfügen über einen großen Erfahrungsschatz aus über 60 Jahren im Umgang mit Bergbaufolgelandschaften“, so Krumm.  Dabei betonte er die nötige Zusammenarbeit aller Beteiligten, strategische Ziele für die Standorte zu entwickeln.  Die RAG Montan Immobilien verfügt über ein Portfolio von über 600 Hektar Fläche, die noch zu bearbeiten sind. 

 Bereits 2003 hatte die Industriekultur Saar GmbH (IKS) das Areal des ehemaligen Bergwerks übernommen. Neben Wissenschaft und Lehre ist hier mittlerweile ein Industriepark entstanden, an dem sich neue Unternehmen mit zukunftsweisenden Technologien und neuen Produkten angesiedelt haben, ohne die Charakteristika der Montanindustrie zu verlieren. „Heute wird der Standort um den Faktor Natur erweitert. Ich freue mich, nach dem Spatenstich 2013 auch bei der offiziellen Übergabe dabei sein zu können“, so Rehlinger. Und ergänzt: „Ich freue mich, dass ehemalige Bergbauflächen mit Hilfe der RAG Montan Immobilien Schritt für Schritt für neue Nutzungen vorbereitet werden. Auf Grundlage der guten Erfahrungen bei den Projekten Saarkohlewald und LIK.Nord, hoffe ich, auch in Zukunft die noch anstehenden Projekte gemeinsam erfolgreich umsetzen zu können.“