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Ministerium der Justiz
 

Ein rundum erfolgreicher 3. Saarländische Jugendgerichtstag

(Ver-) rückte Jugend? – Neue Herausforderungen für das Jugendstrafrecht

Ministerpräsident Tobias Hans bei der Eröffnung des 3. Jugendgerichtstages
Ministerpräsident Tobias Hans bei der Eröffnung des 3. Jugendgerichtstages

Der von der JVA Ottweiler und dem Amtsgericht Ottweiler am 3. Mai 2018 mit Unterstützung des Saarländischen Ministeriums der Justiz sowie des Ministeriums für Finanzen und Europa veranstaltete 3. Saarländische Jugendgerichtstag wurde in der Europäischen Akademie Otzenhausen vom Ministerpräsidenten des Saarlandes, Tobias Hans, eröffnet.

Der Ministerpräsident ging in seiner Eröffnungsrede auf die bei Jugendlichen und Heranwachsenden infolge der Digitalisierung besonders häufigen Delikte wie Cyber-Mobbing und Hate Speech ein: „Wir haben hier zwar Digital Natives vor uns, die unsere Welt nicht anders kennen als verbunden mit der Dauerpräsenz in sozialen Netzwerken. Wir müssen uns aber die Frage stellen, ob diese jungen Menschen auch das Handwerk dazu haben, mit den digitalen Medien, den sozialen Netzwerken und ihren Funktionen souverän und selbstbestimmt umzugehen.“

Mit zahlreichen hochkarätigen Referenten waren alle Akteure des Jugendstrafrechts vertreten und boten ein weit gefächertes Programm zu aktuellen Fragen des Jugendstrafrechts an. Dabei spannte sich der Bogen unter der Fragestellung „(Ver-) rückte Jugend?“ von der pädagogischen über die juristische, psychiatrische und gesellschaftspolitische bis hin zur religiösen Perspektive der Jugenddelinquenz.

Erstmals nahmen auch Akteure aus dem europäischen Ausland an der Fachtagung teil und ermöglichten so einen spannenden Blick über den Tellerrand hin zur Best Practice.

Die Veranstaltung bot einen interdisziplinären Austausch und die Vernetzung wichtiger Akteure.

Die vom Amtsgericht Ottweiler und der Justizvollzugsanstalt Ottweiler rundum gut organisierte Veranstaltung beeindruckte mit der gelungenen Akquise namhafter Referenten/innen und Teilnehmer/innen aus Deutschland, Österreich und Frankreich. Neben der großen Fachexpertise, die sie in Vorträgen und Workshops u.a. aus den Bereichen Verfassungsschutz, Kriminologie, Psychologie und Soziologie präsentierten, fielen die von den Organisatoren ausgewählten Referenten/innen insbesondere durch ihre gute, interdisziplinär vermittelnde Didaktik auf. Es war daher für alle Teilnehmer/innen eine weiterführende, kurzweilige und spannende Veranstaltung.

 

Hintergrund:

Die Idee zu einem Saarländischen Jugendgerichtstag entstand im Jahr 2013. Die Leitungen des Amtsgerichts Ottweiler und der Justizvollzugsanstalt Ottweiler erkannten die Notwendigkeit einer stärkeren Vernetzung der Akteure der Jugendgerichtsbarkeit und des Jugendvollzuges. Gab es zunächst noch Unsicherheit über den Bedarf einer solchen Veranstaltung, so wurden die Organisatoren schon bei der ersten Tagung von 150 Anmeldungen überrascht. Der große Bedarf an Vernetzung und einem interdisziplinären Austausch war belegt.

Der 1. Saarländische Jugendgerichtstag in Ottweiler fand im November 2013 unter dem Titel „Hinter dem Horizont geht´s weiter“ statt. Der Titel sollte ausdrücken, dass eine gute und professionelle Arbeit mit delinquenten Jugendlichen eine über die einzelne Disziplin hinausgehende Betrachtung erfordert. Vertreter von Jugendgerichten, Staatsanwaltschaften, Polizei, Justizvollzug, Jugendhilfeeinrichtungen, Drogenberatung, Schuldnerberatung, Jugendämtern u.a. hatten die Möglichkeit, sich fachlich auszutauschen und Netzwerke zu knüpfen.

Im Jahr 2015 wurde der 2. Jugendgerichtstag in Ottweiler unter dem Motto „Viele Wege – ein Ziel“ veranstaltet. Dahinter stand das Ziel einer Suche nach passgenauen Lösungswegen für jeden einzelnen Jugendlichen. Die Teilnehmerzahl konnte auf 180 Teilnehmer gesteigert werden.

Nach Etablierung des Saarländischen Jugendgerichtstags wurde für dieses Jahr die Europäische Akademie in Otzenhausen als Veranstaltungsort gewählt. Alle 200 Teilnehmerplätze waren schon vor Ablauf der Anmeldefrist vergeben. Die Teilnehmer setzen sich auch dieses Mal interdisziplinär aus Jugendrichtern, Jugendstaatsanwälten, Jugendsachbearbeitern der Polizei, Psychologen, Pädagogen, Medizinern, Lehrern, Seelsorgern Wissenschaftlern und Praktikern der verschiedensten Institutionen sowie erstmals auch Rechtsanwälten zusammen.