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Archiv des Saarlandes
 

Historische Dahlie auf der Archivterrasse blüht

24.08.2017
Die Dahlie "Kaiser Wilhelm" auf der Dachterrasse des Landesarchivs
Die Dahlie "Kaiser Wilhelm" auf der Dachterrasse des Landesarchivs

Das lange Warten hat sich gelohnt. Endlich zeigen sich erste Blüten der historischen Rarität auf der Dachterrasse des Landesarchivs.

Lange Zeit galten Dahlien als altmodisch und fanden sich nur noch in Bauerngärten, doch seit kurzem scheint sich ihr verstaubtes Image wieder zu wandeln: Neue Sorten drängen auf den Markt und alte werden wiederentdeckt.
Dabei blickt die Dahlie auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Die ursprünglich aus Mexiko stammende Knolle findet bereits Ende des 16. Jahrhunderts bei  spanischen Entdeckern Erwähnung. Da sie aber weder für den Nahrungsanbau noch als Heilpflanze taugte, schenkte man der Pflanze zunächst nur wenig Beachtung. Erst 200 Jahre später begann der Siegeszug der Dahlie durch Europa. Die Zucht erlebte im 19. Jahrhundert einen wahren Boom, so wie zwei Jahrhunderte zuvor die der Tulpen. Dahlien waren damals so beliebt wie Rosen, ließen sich leicht kreuzen und in kürzester Zeit wurden tausende farbenprächtige Züchtungen auf den Markt gebracht. Doch davon überlebten lediglich eine Handvoll.

Eine davon ist "Kaiser Wilhelm", die älteste noch vorhandene deutsche Dahlie aus dem Jahr 1881. Die Sorte von Christian Deegen aus Bad Köstritz, eine gelbe Balldahlie mit roten Spitzen, ist nach dem ersten deutschen Kaiser benannt.

"Kaiser Wilhelm" wurde übrigens, wie die meisten andern Pflanzen auf der Terrasse, von einer Mitarbeiterin des Landesarchivs gespendet, von der die Blumenpracht auch in ihren Pausen gepflegt wird.