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Saarforst Landesbetrieb
 

FSC®-Zertifizierung

FSC-®Zertifizierung und Naturschutz im Wald

Die FSC®-Arbeitsgruppe Deutschland hat in enger Zusammenarbeit mit den Naturschutzverbänden die Anforderungen für den Bereich des Naturschutzes gemäß „Deutschem FSC-Standard“ im Prinzip 6 - Auswirkungen auf die Umwelt – und Prinzip 9 – Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert - ausführlich formuliert:

Logo Forest Stewardship Council (FSC)
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Prinzip 6 - Auswirkungen auf die Umwelt

Die Waldbewirtschaftung soll die biologische Vielfalt und die damit verbundenen Werte, die Wasserressourcen, die Böden sowie einzigartige und empfindliche Ökosysteme und Landschaften erhalten und dadurch die ökologischen Funktionen und die Unversehrtheit des Waldes gewährleisten.

Leitbild der angestrebten Wirtschaftswälder sind naturnahe und somit ökologisch stabile Waldökosysteme als Grundvoraussetzung für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt sowie der Leistungsfähigkeit des gesamten Naturhaushaltes. Die in den Waldökosystemen ablaufenden natürlichen Prozesse werden zugelassen und genutzt. Die Nutzung des Waldes und der Erhalt der Funktionsfähigkeit des Waldökosystems schließen einander dabei nicht aus. Alte Bäume, Baumgruppen, das Belassen von stehendem und liegendem Biotop- und Totholz sowie die an die Zerfallsphase des Waldes gebundenen Lebensräume von Tieren und Pflanzen sind integrale Bestandteile einer nachhaltigen naturnahen Waldwirtschaft.

Die FSC-Arbeitsgruppe Deutschland hat zum Prinzip 6 einen umfassenden Katalog von Kriterien und Indikatoren erarbeitet:

Standortgerechte Waldbestände unter Annäherung an die natürlichen Waldgesellschaften
- einzelstamm- bis gruppenweise Nutzung; kahlschlagfreies Arbeiten
- Baumartenwahl orientiert sich an den natürlichen Waldgesellschaften
- Vorrang der natürlichen Verjüngung; Einbeziehung natürlicher Sukzessionsprozesse
- Regulierung der Wildbestände
- Einschränkende Vorgaben zur künstlichen Verjüngung und zur Pflanzung nicht zur PNV
  gehörender Baumarten
- Langfristiger Umbau standortwidriger Bestockungen in naturnahe Wälder

Schutz seltener, gefährdeter und vom Aussterben bedrohter Arten und deren Lebensräume
- Naturschutzgebiete und Schutzzonen sind dokumentiert, gefährdete Arten werden durch die Bewirtschaftung nicht zusätzlich beeinträchtigt, von Natur aus waldfreie Kleinstrukturen werden erhalten

Erhaltung, Verbesserung oder Wiederherstellung der ökologischen Funktionen und Werte
- Erhaltung und Anreicherung der Wälder mit Biotop- und Totholz, Schonung von Bäumen mit Spechthöhlen und Schlüsselstrukturen, Erhaltung gesplitterter, abgebrochener und alter abgestorbener Bäume
- Ausweisung von Referenzflächen für bestimmte Wuchsbezirke, die dauerhaft aus der forstlichen Nutzung genommen werden
- mindestens 5% der Waldfläche wird als Referenzflächen aus der Bewirtschaftung genommen

Bei Walderschließung und Maschineneinsatz, Bodenbearbeitung und Gewässerschutz werden Verfahren angewandt, welche Bestandes- und Bodenschäden minimieren sowie den Schutz der Wasserressourcen gewährleisten
- Beschränkung der Befahrung auf Waldwege und ein dauerhaft angelegtes und gekennzeichnetes Rückegassensystem, das im SaarForst Landesbetrieb intern auf einen     Mindestabstand von 40 m festgeschrieben wurde.
- Gewährleistung eines schonende Befahrens der Rückegassen durch die Wahl geeigneter Arbeitsgeräte und technischer Ausrüstung sowie des geeigneten Zeitpunkts.
- Bodenbearbeitungen greifen nicht in den Mineralboden ein.
- Aufbau von Dauerbestockungen mit Baumarten der PNV entlang von Wasserläufen und offenen Wasserflächen.

Verbot von Düngemitteln und chemischen Bioziden imWald
- Kalkung nach Bodenuntersuchen zur Kompensation von Säureeinträgen sind möglich
- Verzicht auf Düngung zum Zweck der Ertragssteigerung
- Kein Einsatz chemischer Biozide; Bevorzugung biologisch abbaubarer Mittel
- Verzicht auf biologische


Prinzip 9 – Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert

Bewirtschaftungsmaßnahmen in Wäldern mit hohem Schutzwert sollen deren Merkmale erhalten oder vermehren. Diese Wälder betreffende Entscheidungen sollen immer im Sinne einer vorbeugenden Herangehensweise erwogen werden.

Wälder mit hohem Schutzwert werden kartenmäßig erfasst.
Der Bewirtschaftungsplan ist mit seinem Maßnahmen auf diese Sondersituation abgestellt: Erhaltung von Baumdenkmälern, außergewöhnlich markanten Baumindividuen und kulturhistorischen Stätten im Wald.

Die Wirksamkeit der angewandten Maßnahmen wird im Rahmen innerbetrieblicher Kontrollen jährlich überprüft und beurteilt.


FSC Waldstandards

Am 29. Juni 2016 hat die FSC Vollversammlung einen neuen FSC-Waldstandard verabschiedet. Bis Mitte 2017 ist mit einer Akkreditierung des Standards durch FSC international zu rechnen. Bis zur Akkreditierung ist die Standard-Version 2.3 gültig.

Das "Handbuch zur Gruppenzertifizierung Saarland nach FSC"

Evaluierungsbericht

Hier finden Sie die aktuellen Evaluierungsberichte