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Frauen und Gleichstellung
 

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen: Familienministerin Bachmann lobt umfassendes Netz von Hilfeeinrichtungen

Pressemitteilung vom 24.11.2011 - 11:00 Uhr
Monika Bachmann, Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, wird am Freitag, 25. November, anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen die Beratungsstelle für Migrantinnen des Vereins Hurenselbsthilfe e.V. besuchen. Die Familien- und Frauenministerin lobt das umfassende Netz von Hilfeeinrichtungen im Saarland, die den betroffenen Frauen Zuflucht und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen bieten.

„Die Förderung der Beratungsstelle für Migrantinnen des Vereins Hurenselbsthilfe e.V. ist mir sehr wichtig“, sagt die Ministerin, „der Frauenhandel und die damit verbundene Zwangsprostitution sind zu einem höchst ergiebigen Geschäft der organisierten Kriminalität geworden, welches es entschieden zu bekämpfen gilt. Vor diesem Hintergrund haben wir 2007 einen Runden Tisch gegen Menschenhandel eingerichtet. Die Arbeit der Beratungsstelle für Migrantinnen ist ein wesentlicher Baustein in unserem Handlungskonzept zur Bekämpfung des Frauenhandels im Saarland.“ Die Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle für Migrantinnen haben die Aufgabe, für Frauen, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind, die verdeckte Unterbringung in Absprache mit der Polizei zu organisieren, sie bei der Rückkehr und Reintegration ins Herkunftsland zu unterstützen und dabei Kontakte zu Betreuungseinrichtungen im Herkunftsland zu nutzen. Wenn die Frauen bereit sind, gegen die Täter auszusagen, erhalten sie durch die Beratungsstelle Hilfestellung bei der Sicherung der materiellen Existenz, eine kontinuierliche psychosoziale Betreuung, die Vermittlung von Aus- und Fortbildungsangeboten und Unterstützung bei der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Außerdem beraten und unterstützen die Mitarbeiterinnen Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund, die Opfer drohender Zwangsverheiratung sind oder Opfer häuslicher Gewalt werden.

Ratsuchende erreichen die Beratungsstelle unter der Telefonnummer 0681/373631.

„Auch in Deutschland werden noch immer zu viele Frauen Opfer von Gewalttaten. Unsere Gesellschaft darf in der Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen nicht nachlassen. Schutz und Hilfe für die Opfer sind weiterhin unerlässlich", bekräftigt Frauen- und Familienministerin Monika Bachmann anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen, „die saarländische Landesregierung finanziert gemeinsam mit den Landkreisen und dem Regionalverband ein umfassendes Netz von Hilfeeinrichtungen, die den betroffenen Frauen Zuflucht und Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen bieten. Unser Beratungs- und Unterstützungssystem ist gut miteinander vernetzt und es funktioniert. Die Einrichtungen, wie Frauennotruf, Beratungs- und Interventionsstelle, Beratungsstelle für Migrantinnen und Frauenhäuser leisten für betroffene Frauen wertvolle und unverzichtbare Arbeit. Auch wenn der Tag sich jährlich wiederholt: das Thema Gewalt gegen Frauen bleibt hochaktuell und erfordert nach wie vor unser gemeinsames Vorgehen.“

Bereits im Jahr 2004 hat die saarländische Landesregierung damit begonnen, ein umfangreiches Maßnahmenpaket gegen häusliche Gewalt umzusetzen. Dieses hat einen verbesserten Schutz der Opfer und das konsequente Einschreiten gegen die Täter zum Ziel. Die Maßnahmen in Verbindung mit den rechtlichen Möglichkeiten des Gewaltschutzgesetzes haben zu einer zunehmenden Anzeigebereitschaft der Betroffenen geführt. Die Kriminalstatistik weist für das Jahr 2010 insgesamt 2.776 Fälle häuslicher Gewalt für das Saarland aus, das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr eine Zunahme von 6,2 %. Die Dunkelziffer von Gewaltopfern bleibt jedoch nach wie vor hoch.

Hintergrund
Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen erinnert an die drei Schwestern Mirabel aus der Dominikanischen Republik, die im Untergrund Widerstand gegen den Diktator Rafael Trujillo leisteten und im Jahr 1960 nach monatelanger Folter vom militärischen Geheimdienst getötet wurden. Seit 1999 ist der 25. November von den Vereinten Nationen als internationaler Gedenktag anerkannt.