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Frauen und Gleichstellung
 

Familienministerin Annegret Kramp-Karrenbauer überreicht aequitas-Preis des Saarlandes 2009

Pressemitteilung vom 11.12.2009 - 15:15 Uhr
  • aequitas – Preis des Saarlandes setzt Zeichen gegen Menschenrechtsverletzungen an Frauen
  • Juryvorsitzende Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer übergibt Sonderpreise in Höhe von jeweils 2.000 Euro
  • Hilfsorganisation SOLWODI Kenya erhält ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro

„Mit dem aequitas-Preis wollen wir ein Zeichen setzen gegen Menschenrechtsverletzung an Frauen. Menschenrechtsverletzungen sind ein Thema für die ganze Gesellschaft. Deshalb ist nicht nur der Staat sondern auch jede und jeder einzelne gefragt, wenn Rechte von Frauen, in welcher Form auch immer, verletzt werden. Wir möchten mit der Auszeichnung diejenigen herausstellen, die sich in beispielgebender Form und mit großem Mut aktiv für Menschenwürde und Humanität einsetzen“, so Ministerin Kramp-Karrenbauer bei der heutigen aequitas-Preisverleihung in der Spielbank Saarbrücken.

Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre anlässlich des Internationalen Tages der Menschenrechte (10. Dezember), von der Ministerin für Arbeit, Familie, Prävention, Soziales und Sport, Annegret Kramp-Karrenbauer in Kooperation mit der Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH verliehen. Der Name des Preises aequitas bedeutet Gleichheit. Die saarländische Künstlerin Isabelle Federkeil hat für diesen Preis eine Skulptur gestaltet, der sie den Begriff des Gleichgewichts zugrunde gelegt hat; ein Objekt mit zwei Elementen: einer statischen Säule und einem leichten Flügel aus Stahl.

Für den aequitas-Preis 2009 wurden insgesamt 13 Vorschläge abgegeben, davon sechs Einzelpersonen und sieben Vereine.

Im Rahmen eines Festaktes überreichte Ministerin Kramp-Karrenbauer den aequitas–Preis des Saarlandes 2009 für besonderes Engagement gegen Menschenrechtsverletzungen sowie das Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro an die Hilfsorganisation SOLWODI (Solidarity with Woman in Distress) Kenya. Die Organisation setzt sich gegen Menschenrechtsverletzungen an Mädchen in Mombasa ein und eröffnet ihnen zum Schutz vor Verelendung und Prostitution Perspektiven für ein geregeltes, selbstbestimmtes Leben. Für ihr engagiertes Wirken wurde SOLWODI Kenya von der Jury als würdigen Träger des aequitas-Preises des Saarlandes 2009 ausgewählt.

In diesem Jahr wurden erstmals zwei Sonderpreise mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 2.000 Euro vergeben, die von der Juryvorsitzenden Frau Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer verliehen wurden. Die beiden aequitas-Sonderpreise erhielten die Schriftstellerin, Autorin und Menschenrechtlerin Serap Çileli und die Frauenhilfsorganisation Hatun und Can e.V.

Serap Çileli führt einen langjährigen, mutigen Kampf für die Rechte muslimischer Frauen, die von Zwangsheirat, Familienrache und Ehrenmord bedroht sind. Sie sensibilisiert die Öffentlichkeit für diese Themen, macht den Betroffenen Mut und zeigt Unterstützungsmöglichkeiten auf.

Die Frauenhilfsorganisation Hatun und Can e.V. setzt sich schnell, unbürokratisch und auch finanziell für hilfesuchende, auch unter 18 Jahre alte Frauen aus Migrationsfamilien ein, wenn ihnen häusliche Gewalt angetan, eine Zwangsheirat und beziehungsweise oder Ehrenmord angedroht worden ist.

Die Ministerin abschließend: „Ich gratuliere den Preisträgern zu ihrer Auszeichnung und danke ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr mutiges Engagement im Kampf gegen Menschenrechtsverletzungen an Frauen. Es ist dem sozialen Engagement Einzelner zu verdanken, dass Themen wie Häusliche Gewalt, Vergewaltigungen, sexuelle Ausbeutung von Kindern, Frauenhandel, Zwangsverheiratung, Tötungsdelikte, auch sogenannte Ehrenmorde in unserer Gesellschaft zunehmend enttabuisiert worden sind. In der Folge haben sich Schutz- und Hilfsangebote für die Betroffenen entwickelt, die mittlerweile selbstverständlich auch staatlich gefördert werden. Auch die in den letzten Jahren zunehmende gesellschaftliche Ächtung solcher Gewalt sowie die Intensivierung und Verbesserung der Strafverfolgung verdanken wir nicht zuletzt den vielen Projekten, die sich der Problematik seit Jahren widmen.“

Der Jury gehörten Dr. Lea Ackermann (Ordensschwester), Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration), Seyran Ates (Frauenrechtlerin und Autorin), Birgit Küpper-Warnking (Gesellschaft für staatsbürgerliche Bildung Saar mbH) und Hans Ley (Präsident des Landtages des Saarlandes) an.