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Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
 

Staatssekretär Kolling stellt Gutachten zur Machbarkeit Nordsaarlandklinik und Gesundheitspark Wadern vor

Realisierung einer 300 Betten Klinik unter gemeinsamer Trägerschaft nur möglich, wenn umliegende Krankenhäu-ser Kapazitäten abgeben – Landesregierung führt Gespräch mit Trägern, Krankenkassen und politischen Akteuren

Pressemitteilung vom 01.12.2017 - 17:53 Uhr

Unter Leitung von Herrn Staatssekretär Stephan Kolling wurde heute im Rahmen der 3. Sitzung der  „Task Force Krankenhaus Wadern“ die Machbarkeitsstudie zu Konzepten für eine nachhaltige zukunftsorientierte Versorgung für die Stadt  Wadern und das Umland vorgestellt. Die Machbarkeitsstudie gliedert sich in drei Teile:

·         Voraussetzungen zur Schaffung eines Nordsaarlandkrankenhauses

·         Sektorenübergreifendes Gesundheitszentrum

·         Beurteilung des Projektes „Alternatives Versorgungsmodell „HandinHand“ gefördert über drei Jahre durch den Innovationsfonds

Das Gutachten zur Machbarkeit einer Nordsaarlandklinik durch die „aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH“ kommt zu dem Ergebnis, dass unter Status-Quo Bedingungen eine neue Klinik nicht realisiert werden kann. Grundvoraussetzung für eine Nordsaarlandklinik ist der Einbezug der Krankenhäuser im Umfeld einer Fahrzeit von 30 Minuten um Wadern herum. Deren Leistungsangebot muss in einem  dann neu zu bauenden Krankenhaus gebündelt werden. Entsprechende Kapazitäten müssten aus den Krankenhäusern Lebach, Merzig, Losheim und St. Wendel abgebaut werden. Der Gutachter hat konkret als Voraussetzung für eine Nordsaarlandklinik in Wadern eindeutig festgestellt, dass in der Konsequenz die Standorte Losheim und Lebach geschlossen werden und außerdem Teile der SHG Klinik Merzig sowie dem Marienkrankenhaus St Wendel verlagert werden müssen. Die von dem Gutachter auf der Grundlage der Leistungsdaten der Krankenhäuser festgestellte medizinische Grundkonzeption verlangt ein Krankenhaus mit etwa 300 Betten. In diesem Krankenhaus wären dann folgende Fachdisziplinen vorzuhalten:

Innere Medizin (IM) – Allgemein

IM-Stroke Unit

IM-Konservative Kardiologie

IM-Invasive Kardiologe

IM-Hämatologie/Onkologie

Geriatrie inkl. Tagesklinik

Chirurgie (CH) – Allgemein

Orthopädie/Unfallchirurgie

Konservative Orthopädie

Plastische Chirurgie

Ggfls. Urologie in Form einer Belegabteilung

Ein solches Krankenhaus im nördlichen Saarland würde ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung sein und kann nach der Berechnung des Gutachters einen hohen Marktanteil von bis zu 30% erreichen.

Die Kosten allein für den Neubau werden sich auf rund 82 Mio. € belaufen. Es wird aktuell von einer Bauzeit von vier Jahren ausgegangen. Allerdings werden sich die notwendigen Investitionsmittel nicht vollständig durch die zu erzielenden Erlöse refinanzieren lassen, das heißt, es werden, - so der Gutachter -, ausreichend „Drittmittel“, - also nicht durch Darlehen zu finanzierendes Kapital -, notwendig sein, um dieses Krankenhaus zu bauen. Dies bedeute, eine solche Nordsaarlandklinik könne nur gelingen, wenn alle betroffenen Krankenhausträger dies wollen und als gemeinsamer Träger dieses neuen Krankenhauses auftreten.

Aufgrund der hohen Baukosten, schlägt der Gutachter vor einen anderen nutzbaren, bereits vorhandenen, Standort für eine Nordsaarlandklinik zu diskutieren.

Dieser Standort wäre das Krankenhaus der ctt in Lebach. Dieses sei sowohl aufgrund seiner geografischen Lage als auch aufgrund seiner bereits vorhandenen Strukturen als Standort einer Nordsaarlandklinik geeignet.

Auch die Machbarkeitsstudie zum Gesundheitspark liegt vor: Gutachter Ingo Jakschies hat nach Erstellung eines Grobkonzeptes, in dem er die Inhalte und Anforderungen eines solchen Gesundheitsparks definiert hat, 160 Institutionen, Krankenhäuser, Behörden, Verbände und Personen als Experten für den Gesundheitspark per Mail angefragt. 100 haben die Mail geöffnet, davon haben lediglich 29 aktiv an der Befragung teilgenommen. Weiter hat der Gutachter 20 Interviews mit Gesprächspartnern aus Politik, Verwaltung, mit Haus- und Fachärzten, Medizinischen Dienstleistern aus Wadern und der Region sowie Vertretern von Verbänden und Institutionen und der Wissenschaft geführt. Als Grundpfeiler des Gesundheitsparks sieht der Gutachter als Ergebnis der Expertenmeinungen eine gerontopsychiatrische Tagesklinik, mehrstufige Module mit Arztpraxen, Pflege, Therapie und Wohnen in einem Gebäude sowie ein Gesundheitshotel, bestehend aus einer Praxisklinik mit einem niedrigschwelligen stationären Angebot in der Verhinderungspflege.

Der dritte Teil der Machbarkeitsstudie beinhaltet die gutachterliche Betrachtung des Innovationsfonds-Projekts „HandinHand“ der Marienhaus GmbH für die Situation in Wadern und Umgebung. Kern dieses Projektes ist die Delegation ärztlicher Tätigkeiten an einen akademisierten Pflegeexperten (Advanced Practice Nurse - APN) zur Begleitung zeitlich aufwändiger chronisch kranker Menschen. Der Gutachter „aktiva“ kommt zu dem Ergebnis, in diesem Projekt stecke viel Potential. Die sektorenübergreifende APN biete die Möglichkeit, die bestehende Regelversorgung sinnvoll zu ergänzen. Gerade beim zu erwartenden Ärztemangel und der damit einhergehenden Unterversorgung in der ambulanten Versorgung  können die APN’s sinnvolle Steuerungstätigkeiten für die chronisch kranken und älteren Menschen haben. Der Gutachter hat das Projekt positiv beurteilt. Das Nordsaarland könnte im Zuge dessen Modellregion für Deutschland werden.

Staatssekretär Stephan Kolling erklärte: „Die Landesregierung wird die Gutachten und deren Umsetzungsvorschläge in den nächsten Wochen intensiv prüfen. Insbesondere muss mit den Trägern der umliegenden Kliniken gesprochen werden, denn die Realisierung einer neuen Klinik kann nur funktionieren, wenn alle Träger bereit sind, unter einem Dach die neue Klinik zu betreiben.“ Auch müsse geprüft werden, was eine Substitution von 300 Betten aus den Krankenhäusern von Lebach, Sankt Wendel, Losheim, Merzig und anderen Kliniken bedeute, so Kolling.

Wichtig sei vor allem, so Kolling, dass auch in Zukunft eine gute medizinische Versorgung im Hochwald gesichert wird. Ob dies durch ein neues Krankenhaus in Wadern erfolgen oder dies durch die bestehenden Krankenhäuser sichergestellt werden könne, müsse mit den Trägern, den Kassen und den politisch Verantwortlichen besprochen werden. Die Landesregierung wird die Umsetzungsoptionen intensiv prüfen und diese dann beraten.

 

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