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Tierschutzbeauftragter
 

Ein Vergehen gegen den Tierschutz? - Was ist zu tun!

Immer wieder werde ich mit der Frage konfrontiert, was ist in dem Falle zu tun, wenn ein saarländischer Bürger ein Vergehen gegen den Tierschutz vermutet?
Sicher nicht richtig ist es, "irgendjemanden" anonym zu kontaktieren und zu erwarten, dass der nun "die Kastanien aus dem Feuer holt"!

Es gibt zwei Möglichkeiten, die dazu führen können, dass ich der Auffassung bin, dass eine Person oder ein Tatbestand gegen das Tierschutzgesetz oder eine entsprechende Verordnung verstößt.
Zum einen
handelt es sich um eine echte Notfallsituation in der Gefahr im Verzug ist. Hier gibt es aus meiner Sicht nur eine Möglichkeit: ich rufe die zuständige Polizei an, nenne meinen Namen und meine persönlichen Angaben, erstatte Bericht über den Tathergang oder den Sachverhalt und erstatte Anzeige. Um alles weitere wird sich dann die Polizei kümmern.

Zum andern handelt es sich um eine schon länger bestehende Situation, in der aus meiner Sicht erheblich gegen den Tierschutz verstoßen wird.
Das allerwichtigste sollte es in diesem Falle sein, bevor man über irgend welche Schritte nachdenkt, sollte man sich selber von den Gegebenheiten orientieren, insbesondere wenn es sich um eine länger andauernde Situation handelt. Wichtig ist es auch, das Ganze mittels Bildern oder aussagekräftigen Videosequenzen zu dokumentieren. In der heutigen Zeit des modernen Handys ja kein Problem. Günstig ist es, bei der Feststellung der Gegebenheiten auch über einen oder mehrere Zeugen zu verfügen, die das Ganze entsprechend bestätigen können.

Des weiteren ist es durchaus sinnvoll, sich über die Person des Tierbesitzers bzw. des Verursachers der Tierschutzverletzungen zu informieren und dessen Personalien festzustellen. Gleichzeitig würde ich mit dieser Person reden, ihm den Sachvorgang aus meiner Perspektive schildern und ihn höflich bitten, das entsprechende Problem schnellsten abzustellen. Nur für den Fall, dass die Person und einsichtig erscheint, sollte man mit weiteren juristischen Maßnahmen drohen. In den allermeisten Fällen glaube ich, wird man in einem vernünftigen Gespräch auf Verständnis stoßen und für Abhilfe sorgen können.

Erst wenn die angesprochene Person sich diesbezüglich weigert, sollte man sich nicht scheuen, entweder die zuständige Polizei, einen entsprechenden Tierschutzverein oder aber die zentrale Staatsanwaltschaft in Saarbrücken mit dem Tierschutz relevanten Fall zu konfrontieren. Auch hier sollte man bei der Polizei oder bei der Staatsanwaltschaft persönlich Anzeige erstatten, damit der Fall konsequent weiter verfolgt werden kann.
Wenn man sich zukünftig bemüht, so konsequent vorzugehen, wird sich glaube ich, fast jeder Fall erfolgreich lösen lassen. Jeder andere Vorgehensweise dagegen, führt zu Umwegen, nicht zu der gewünschten Lösung und meistens bei den Betroffenen zu Frust und Resignation. Dies ist keinesfalls im Sinne eines erfolgreichen Tierschutzes.

Ihr
Hans-Friedrich Willimzik
Landesbeauftragter für Tierschutz des Saarlandes.

"Tierschutz heißt bei all unseren Entscheidungen: Achtung der Tiere. Diese sollte für jeden, der Tiere liebt, oberstes Motiv für sein Handeln sein."

Tierschutzbeauftragter des Saarlandes
Dr. Hans-Friedrich Willimzik
Keplerstraße 18
66117 Saarbrücken
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