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Forschung und Technologie
 

Frank Mücklich zum Fellow der “American Society for Materials” ernannt

17.10.2018 -

Der Saarbrücker Materialforscher Frank Mücklich wurde zum Fellow der "American Society for Materials" ernannt. Als Begründung führte die weltweit größte Fachgesellschaft für Materialwissenschaft seine herausragenden theoretischen Kenntnisse sowie seine technologischen Beiträge auf dem Gebiet der 3D-Mikrostrukturforschung an.

Frank Mücklich (Mitte) wurde zum Fellow der “American Society for Materials” ernannt. Foto: Universität des Saarlandes
Frank Mücklich (Mitte) wurde zum Fellow der “American Society for Materials” ernannt. Foto: Universität des Saarlandes

Nur wenigen ausländischen Wissenschaftlern wurde bisher diese Ehre in den USA zuteil. In diesem Jahr ist der Professor für Funktionswerkstoffe der Universität des Saarlandes und Leiter des Steinbeis-Forschungszentrums für Werkstofftechnik (MECS) der einzige Deutsche unter den neuen Fellows.
 
Mit der Aufnahme als ASM-Fellow würdigt die amerikanische Fachgesellschaft die wissenschaftlichen Leistungen des Materialforschers in den vergangenen Jahrzehnten. Frank Mücklich widmet sich an der Universität des Saarlandes vor allem den inneren Strukturen von Materialien. „Mit unseren 3D-Analysetechniken können wir alle Veränderungen in den Mikrostrukturen von Materialien quantitativ darstellen. Bisher wissen Entwicklungsingenieure in der Industrie nämlich oft nicht genau, welcher Mechanismus in der inneren Struktur eines Hochleistungswerkstoffs eine gewünschte Eigenschaft steuert“, erläutert Frank Mücklich, der auch das Steinbeis-Forschungszentrum für Werkstofftechnik auf dem Uni-Campus leitet. „Wir erkennen dadurch auf der Mikro-, Nano- und atomaren Skala, an welcher Stellschraube man drehen muss, um die Funktionseigenschaften eines Werkstoffs gezielt und quantitativ zu verändern.“
 
Für die Materialanalysen nutzen der Saarbrücker Forscher und sein Team verschiedene dreidimensionale Verfahren, die sie in den vergangenen Jahren verfeinert und eng aufeinander abgestimmt haben. „Wir setzen dafür hochauflösende Elektronenmikroskope sowie die Nano-Tomographie und Atomsonden-Tomographie ein. Die dabei erfassten Informationen und Bildserien werden anschließend im Computer wieder zum exakten räumlichen Abbild zusammengefügt – bis hin zum einzelnen Atom“, erläutert Professor Mücklich.
 
Hintergrund zu Professor Frank Mücklich

Frank Mücklich studierte Physikalische Metallkunde an der Bergakademie Freiberg und leitet seit 1995 das Institut für Funktionswerkstoffe an der Universität des Saarlandes. Seit 2009 ist außerdem der Leiter des Material Engineering Center Saarland der Steinbeis-Stiftung (MECS) sowie der Europäischen Schule für Materialforschung in Saarbrücken (EUSMAT). Er ist Herausgeber der Zeitschrift Practical Metallography – Preparation, Imaging and Analysis of Microstructures des Hanser-Verlages. Frank Mücklich erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Georg-Masing-Preis, den Alfried-Krupp-Preis, den Georg-Mitsche-Preis, den Steinbeis-Transferpreis, den Berthold-Leibinger-Innovationspreis sowie den Henry Clifton Sorby Award.
 
Professor Mücklich wurde vor  kurzem zum Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Materialkunde (DGM) gewählt (für den Bereich Wissenschaft), er ist zudem Mitglied der Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) sowie Mitglied des Direktoriums der „American Society for Materials“ (ASM). Er leitete unter anderem die größte europäische Konferenz für Materialforschung (Euromat) in Sevilla sowie die diesjährige europäische Fachtagung „Materials Science and Engineering Congress (MSE)“ in Darmstadt mit jeweils mehr als 1.000 Teilnehmern.