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Landwirtschaft und ländlicher Raum
 

Gentechnikfreie Anbauregion Saarland

Im Saarland wird kein gentechnisch bearbeitetes Saatgut angebaut. Hauptgrund ist zum einen das Fehlen von zugelassenem Saatgut und zum anderen aber auch die Erkenntnis, dass der saarländische Verbraucher einem solchen Anbau sehr skeptisch gegenübersteht. In Deutschland lehnen die Verbraucherinnen und Verbraucher Gentechnik in Lebens- und Futtermitteln mehrheitlich ab.

Die Gentechnik-Freiheit soll daher als Qualitätsmerkmal hochwertiger, landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus saarländischem Anbau auch zukünftig erhalten bleiben. Außerdem ist es in der kleinräumigen Landwirtschaft des Saarlandes nahezu unmöglich, eine Koexistenz zwischen dem Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen und dem konventionellen Anbau zu erreichen. Gentechnik auf dem Acker bedroht die Existenzgrundlage und das Betriebsmodell vieler saarländischer Landwirte, insbesondere der ökologisch wirtschaftenden Betriebe. Zudem gehen Landwirte, die gentechnisch veränderte Pflanzen anbauen wollen, ein unüberschaubares haftungsrechtliches Risiko ein.

Durch den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen wird die Erzeugung von gentechnikfreiem Honig fast unmöglich. Auch die Risiken durch gentechnisch veränderte Pflanzen für die Biodiversität in Bezug auf ökologisch sensible Gebiete und die dortigen Schutzgüter sind bislang unzureichend untersucht.

Um die Gentechnikfreiheit beim Anbau im Saarland zu erhalten, setzt sich die Landesregierung für folgende Eckpunkte ein:

Die Landesregierung

1. spricht sich gegen den Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen im Saarland aus und ergreift entsprechend ihrer Möglichkeiten geeignete Maßnahmen.
2. befürwortet und unterstützt den Zusammenschluss zu gentechnikfreien Initiativen und Anbauregionen.
3. befürwortet den Beitritt des Saarlandes zum "Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen" und setzt sich für die Etablierung einer gentechnikfreien Großregion ein.
4. fordert größtmögliche Transparenz und strenge Kontrollen im Saatguthandel sowie die strikte Einhaltung der Nulltoleranz bei Verunreinigungen von Saatgut mit nicht zugelassenen gentechnisch veränderten Organismen.
5. vertritt die Auffassung, dass über die Zulassung des Anbaus von gentechnisch veränderten Pflanzen in der Region entschieden werden sollte.

Weitere Informationen zum Thema „Gentechnik“ finden Sie hier

Kontakt

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat B/2
Dr. Günther Linckh
Agrarpolitik, Landwirtschaftliche Erzeugung, Ernährung
Kepplerstraße 18
66117 Saabrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-4207

Verbraucherzentrale des Saarlandes

Freiwillige "Gentechnikfreie Regionen in Deutschland" (GfR)