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Verkehr
 

Erste Praxistests auf digitalem Testfeld

16.10.2018

Das digitale Testfeld Deutschland-Frankreich-Luxemburg taucht in die Praxisphase ein: Im Rahmen des Interreg-Projekts „Terminal“ werden in der Großregion in den kommenden drei Jahren Mobilitätsformen der Zukunft getestet. Neben dem Betrieb eines automatisierten Pendlerbusses an der deutsch-französischen Grenze wird auf einer zweiten Strecke  zwischen Luxemburg und Frankreich der Einsatz von nachfragegesteuerten Mobilitätskonzepten, sogenannter Mobility-on-Demand, erprobt. Die entsprechende Förderung für „Terminal“ wurde nun bewilligt, in die Umsetzung geht das Projekt am 2. Januar 2019. Von den rund 3 Mio. Euro Gesamtkosten werden fast 2 Mio. Euro durch das Programm „Interreg VA Großregion“ aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung gestellt. Eingereicht wurde das Projekt von der Hochschule für Technik und Wirtschaft (htw) des Saarlandes.

„Mit ‚Terminal‘ bringen wir Bewegung ins unser trinationales Testfeld und machen einen wegweisenden Schritt auf dem Weg zur Verwirklichung smarter Mobilitätskonzepte. Die Erkenntnisse aus dem Projekt werden uns dabei helfen, die Bedingungen im grenzüberschreitenden ÖPNV besser an den Bedürfnissen der Kunden auszurichten. Gleichzeitig kommen wir der schrittweisen Umrüstung des öffentlichen Verkehrs auf alternative Antriebe näher. Die elektrischen Fahrzeuge, die durch smarte Vernetzung perfekt auf die Pendlerzahlen ausgelegt sind, leisten einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz. Mit ihnen können unnötige Fahrten vermieden werden, das schont die Umwelt in zweifacher Hinsicht. Insbesondere die Erprobung des automatisierten elektrischen Minibusses ist ein echtes Leuchtturmprojekt für die Großregion“,  so Wirtschafts- und Verkehrsministerin Anke Rehlinger.

Zunächst wird nun im Rahmen einer Umfeldanalyse geprüft, inwiefern sich die verkehrsrechtlichen Vorgaben und Rahmenbedingungen, beispielsweise in Bezug auf Infrastruktur oder Kommunikationsnetze, in den drei Testländern voneinander unterscheiden. Die Analyse soll dann die Grundlage für den konkreten Einsatz über die deutsch-französische und über die französisch-luxemburgische Grenze schaffen. Im Anschluss folgt dann die Praxisphase.

An der deutsch-französischen Grenze zwischen Creutzwald und Überherrn ist der Einsatz des automatisierten Elektrobusses vorgesehen, der Arbeitnehmern erlaubt, flexibel und sicher über die Grenze zu ihrem Arbeitsplatz zu pendeln. An der französisch-luxemburgischen Grenze werden auf der Strecke von Luxembourg und Thionville zunächst mit einem konventionellen Fahrzeug ein Mobility-on-Demand-Angebot ausgetestet und Daten für eine zukünftige Automatisierung gesammelt. Mit diesem Angebot soll es möglich sein, den öffentlichen Personennahverkehr zukünftig ohne Fahrplan, feste Haltestellen und Linienpläne zu organisieren.

„Der Test konkreter Anwendungsfälle des automatisierten Fahrens wird nicht nur den zahlreichen Grenzpendlern zu Gute kommen“, ist sich die Verkehrsministerin sicher. „Wir stehen im engen Austausch mit ÖPNV-Betreibern. Sie werden ebenfalls von den Erkenntnissen aus dem Pilotprojekt profitieren und können ihre Fahrzeugflotte, aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf neue Mobilitätstrends vorbereiten.“

Im Praxistest wird der Bus zunächst ohne Passagiere auf der Strecke unterwegs sein. Im Kundenbetrieb wird das Fahrzeug dann ebenfalls erst einmal mit Fahrer fahren, bis alle Parameter für die Strecke perfekt aufeinander abgestimmt sind.

Gemeinsame Antragsteller sind neben dem Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr und der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes die Technische Universität Kaiserslautern, die Universität Luxemburg, die Universität Lothringen und der Mobilitätsanbieter Kussbus aus Luxembourg.

Prof. Thomas Bousonville, der das Projekt gemeinsam mit Prof. Horst Wieker wissenschaftlich von Seiten der htw saar leitet, zeigt sich hocherfreut von der Genehmigung: „Das Projekt wird unsere traditionell starke Zusammenarbeit mit den Partnern in Frankreich und Luxemburg weiter intensivieren und inhaltlich eine Vielzahl neuer Erkenntnisse für den zukünftigen Einsatz automatisierter Fahrzeuge im grenzüberschreitenden Verkehr bringen.“

Die strategischen Partner, darunter im Saarland neben der Gemeinde Überherrn und dem Eurodistrict SaarMoselle auch die Kreisverkehrsbetriebe Saarlouis (KVS), unterstützen und beraten das Projektkonsortium bei seiner Arbeit ebenso wie ein überregionaler Begleitkreis, der zahlreiche Vertreter aus Politik und Verkehr aus der Großregion versammelt.