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Gesundheit
 

Exotische Krankheiten und Gesundheitstipps für Reisende

 

Gesundheitstipps für Reisende

Die Urlaubszeit ist Reisezeit. Immer mehr Deutsche verbringen ihre Ferien in der Ferne. Reisen in fremde Länder, unter ungewohnten klimatischen Bedingungen, fremde Speisen und Getränke sowie die Zeitumstellung bedeuten oft eine Belastung für den Körper. Vor allem Infektionen mit dort vorkommenden Erregern können zu schweren Erkrankungen oder langwierigen Gesundheitsproblemen führen.

Impfungen können in zwei Gruppen unterschieden werden:

1. Pflichtimpfungen

Sie unterliegen den internationalen Vorschriften (International Health Regulations) und können bei direkter oder indirekter Einreise in ein Land verlangt werden.

2. Individuelle Impfungen

Sie sind freiwillig und werden den individuellen Gesundheitsrisiken des Reisenden angepasst.

Damit aus dem „Reise-Fieber“ kein Reisefieber wird, sollte man sich vor Reisebeginn über Land und Leute, Kultur, Essgewohnheiten, klimatische Bedingungen, Impfungen und sonstige Möglichkeiten der Gesundheitsvorbeugung informieren. Dies gilt auch für Geschäftsreisende.

Damit ein optimaler Impfplan eingehalten werden kann, sollten Sie sich möglichst mehrere Wochen vor der Abreise von Ihrem Hausarzt beraten lassen. Nehmen Sie bitte sämtliche Impfausweise mit zu Ihrem Arzt. Auch vor einer "Last-minute"-Reise lassen sich meistens noch alle empfohlenen Impfungen organisieren.

Aktuelle Informationen zu Risikoregionen, zu Impfungen und Prophylaxen gibt es bei Ihrem Arzt, Apotheker sowie bei den Gesundheitsämtern der Landkreise und des Regionalverbandes Saarbrücken.


Wir raten Ihnen, sich individuell über die für Ihr Reiseziel empfohlenen Schutzimpfungen zu informieren (siehe rechte Seite) und eine mögliche Kostenerstattung mit Ihrer Krankenversicherung abzuklären.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier auf folgende Seiten:


Gelbfieberimpfstellen im Saarland

Die Gelbfieberimpfung ist eine Reiseimpfung, die entweder als Einreiseverpflichtung durchgeführt werden muss oder als Empfehlung durchgeführt werden soll.

Die Gelbfieberimpfung wird in die "Internationale Impfbescheinigung“ der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in einen Impfausweis gem. § 22 Infektionsschutzgesetz (IfSG) und in einer Impfbescheinigung gem. § 7 des Gesetzes zur Durchführung der Internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV-DG) (Anlagen 6 und 7 der IGV)eingetragen und mit einem amtlich vergebenen Siegel bestätigt.


Voraussetzungen für die Zulassung als Gelbfieberimpfstelle im Saarland

Notwendige fachliche Voraussetzungen sind neben der Approbation ein Nachweis über die Teilnahme an einem 4tägigen Grundseminar in Reise- und Tropenmedizin. Die Zulassung wird vom Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie nach Überprüfen der Voraussetzungen unter Vorlage nachfolgender Unterlagen erteilt:

  • Beglaubigte Kopie der Approbationsurkunde
  • Identitätsnachweis bei Namensänderung
  • polizeiliches Führungszeugnis
  • Nachweis über die Teilnahme an einem 4-tägigen Grundseminar in Reise- und Tropenmedizin (nicht älter als 2 Jahre)

In der Zulassung als Gelbfieberimpfstelle sind mindestens nachfolgende Auflagen enthalten:

  • Vorhandensein geeigneter Räumlichkeiten und Einrichtungen zur Durchführung der Impfung
  • Verwendung eines von der WHO als Gelbfieberimpfstoff anerkannten und vom Paul-Ehrlich-Institut oder von der Kommission der Europäischen Gemeinschaften zugelassenen Impfstoffs
  • Einhaltung der Anforderungen an den Transport des Impfstoffes entsprechend den Vorgaben des Herstellers sowie fachgerechte Lagerung des Impfstoffes
  • Anfertigung eines Stempels gem. den Vorgaben der Ermächtigung (auf eigene Kosten)
  • Bezug von Informationsmaterial zwecks aktuellem Stand bzgl. der Reiseländer
  • Alle 5 Jahre Nachweis über die Teilnahme an einer mindestens eintägigen (8 Stunden) Fortbildungsveranstaltung Reise- und Tropenmedizin
  • jährliche Berichterstattung (siehe Formular) bis zum 20. Januar des Folgejahres.

Gebühren
Die Zulassung ist gem. Tarif-Nr. 21.3 des Allgemeinen Gebührenverzeichnisses in der jeweils gültigen Fassung gebührenpflichtig.


Das Zika-Virus

Das Virus wurde 1947 erstmals bei einem Affen im Zikawald in Uganda, Afrika, isoliert. Es zirkuliert aber auch schon einige Jahrzehnte in Asien, was vor allem durch den Nachweis von Zirkavirus-Infektionen bei heimkehrenden Touristen bewiesen wurde. Größere Ausbrüche beim Menschen wurden 2007 in Mikronesien und ab 2013 in anderen Inselstaaten im pazifischen Raum, wie etwa Französisch Polynesien, beobachtet.
Im Jahr 2015 wurden Zikavirus-Infektionen erstmalig auch in Brasilien beschrieben. In der zweiten Jahreshälfte 2015 verbreiteten sich zunehmend auch Infektionen in Ko-lumbien, Venezuela und in den Ländern Mittel- und Südamerikas.

Im Dezember 2015 wurde auf Puerto Rico die erst autochthone Infektion auf einer Karibikinsel dokumentiert.
In Deutschland besteht aktuell keine gesetzliche Meldepflicht für Zikavirus-Infektionen und daher sind genau Zahlen nicht bekannt. In einzelnen Fällen wurde das Virus aus betroffenen Gebieten importiert, etwa 2013 von einem Reiserückkehrer aus Asien.

Das Zikavirus wird von Mücken der Gattung Aedes übertragen. Die Symptome einer Zikavirus-Infektion sind Hautausschlag, Kopf-, Gelenk- und Muskelschmerzen, Binde-hautentzündung und leichtes Fieber. Die Symptome klingen innerhalb weniger Tage wieder ab. Im Vergleich zu anderen tropischen, mückenübertragenden Erkrankungen wird der Krankheitsverlauf als milder beschrieben. Das größte Risiko liegt vor bei Schwangerschaft. Es besteht der Verdacht der Schädigung des ungeborenen Kindes. Die Kinder werden mit einem zu kleinen Kopf (Mikrozephalie) geboren. Diese geht mit Fehlbildungen des Gehirns einher und kann bis zum Tode führen.

Aktuell breitet sich das Virus in Mittel- und Südamerika aus. Es wird hauptsächlich durch die Tigermücke übertragen. Die Möglichkeit von sexueller Übertragung sowie von perinataler Infektion (im Rahmen der Geburt) wurden ebenfalls beschrieben.
Einen Impfstoff gegen Zikaviren gibt es nicht. Reisende in tropische Länder sollten über den aktuellen Stand der Zikavirus-Infektionen in der jeweiligen Region unterrichtet sein. Sie sollten sich in geschlossenen Räumen und im Freien gegen Stechmücken schützen, zum Beispiel durch Insektenschutzmittel, lange Kleidung. In nicht-klimatisierten Zimmern sollten Fenster- und Bettnetze genutzt werden. Es wird Schwangeren abgeraten, Reisen in bekannte Zikavirus-Ausbruchsgebiete durchzuführen. Bei unvermeidlichen Reisen in diese Gebiete ist auf einen konsequenten Mückenschutz zu achten. Informationen zu betroffenen Regionen finden Sie unter http://www.rki.de/.

Reisende, die innerhalb von drei Wochen nach der Rückkehr aus einem betroffenen Gebiet Symptome entwickeln, die auf eine Infektion mit dem Zika-Virus hindeuten, sollten einen Arzt aufsuchen und auf die Reise hinweisen. Schwangere, die in diesen Gebieten unterwegs waren, sollten ihren Frauenarzt bei Vorsorgeuntersuchungen darauf hinweisen. Schwangere, immungestörte Menschen, schwer chronisch Erkrankte sowie Reisende mit kleinen Kindern sollten vor der Reise den Hausarzt aufsuchen oder sich in einer reisemedizinischen Einrichtung beraten lassen.

Hier  können Sie weitere reisespezifische medizinische Hinweise einsehen: https://www.auswaertiges-amt.de/de/


Ebola

Erreger/Übertragung
Ebolafieber-Viren werden zu den hämorrhagischen Fiebern gerechnet.

Das natürliche Reservoir für Ebolafieber-Viren ist nicht abschließend geklärt. Es gibt aber Hinweise, dass afrikanische Fledermäuse, insbesondere Flughunde, das natürliche Virusreservoir sind. Das Virus ist auch auf Affen übertragbar.

Der Mensch steckt sich auf natürliche Weise durch Kontakt mit infizierten Tieren oder deren Blut, Ausscheidungen und sonstigen Körperflüssigkeiten an.

Das Ebola-Virus wird von Mensch zu Mensch durch engen und direkten Körperkontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten übertragen. Das höchste Infektionsrisiko besteht durch Blut, Stuhl, Erbrochenes und Urin.

Das Virus wird erst bei Auftreten von Krankheitssymptomen übertragen, diese treten im Mittel nach etwa 8 - 10 Tagen und maximal 21 Tagen nach Ansteckung auf. Die Ansteckungsgefahr ist zu Beginn deutlich geringer als im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung.

Das Virus wird nicht über die Luft übertragen. Bei einem Abstand von mehr als ein Meter von einem Erkrankten ist eine Übertragung der Ebola-Viren sehr unwahrscheinlich.

Symptome
Zeichen einer Ebolafieber-Erkrankung ist der plötzliche Erkrankungsbeginn mit Fieber, Schwäche, Muskel-, Kopf- und Halsschmerzen. Die fortschreitende Erkrankung ist gekennzeichnet durch Erbrechen, Durchfall und Hautausschlag. Schließlich kommt es zu Leber- und Nierenschädigungen, diffusen Einblutungen und Multiorganversagen. 30% bis 90% der Patienten versterben. Beim aktuellen Ausbruch in Westafrika verstirbt mehr als die Hälfte der Erkrankten.

 

Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZGA)
Allgemeine Informationen zum Ebolafieber hat die Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einem Erregersteckbriefzusammengestellt: http://www.infektionsschutz.de/ebola

Robert Koch-Institut (RKI)
Weitere Infos gibt es auch beim Robert Koch-Institut. Neu eingestellt wurde das Rahmenkonzept Ebolafieber. Es fasst die vorhandenen Informationen, Empfehlungen und Regelungen zum Management von Erkrankungen in Deutschland zusammen. Es werden Aspekte wie Diagnostik, Behandlung, Umgang mit Kontaktpersonen, Schutzausrüstung, Desinfektion, Abfallbeseitigung und Umgang mit Abwasser beleuchtet: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/E/Ebola/Ebola-Virus.html

Auswärtiges Amt
Infos zur aktuellen Situation finden Sie auch beim Auswärtigen Amt: https://www.auswaertiges-amt.de/


Zu beachten:

Der Verdacht, die Erkrankung sowie der Tod an virusbedingten hämorrhagischen Fiebern sind nach §§ 6 und 7 Infektionsschutzgesetz (IfSG) meldepflichtig.

Umgehende Meldung eines Verdachtsfalles „Ebolafieber“ an das zuständige Gesundheitsamt:

Während der Dienstzeiten:

Regionalverband Saarbrücken, Telefon 0681-506-0

Landkreis Saarlouis, Telefon 06831-444-700

Landkreis Merzig, Telefon 06861-80-420

Landkreis St. Wendel, Telefon 06851-801-0

Landkreis Neunkirchen, Telefon 06824-906-0 

Saarpfalz-Kreis, Telefon 06841-104-0

Die Rufbereitschaft der Gesundheitsämter ist außerhalb der Dienstzeiten über das Lagezentrum bei der Saarländischen Polizei erreichbar – Telefonnummer: 0681-962-5633.

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