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Landesbetrieb für Straßenbau
 

Landesbetrieb für Straßenbau zieht Bilanz 2018 – Investitionen auf Rekordniveau und Ausblick ins neue Jahr

Medieninformation vom 09.01.2019

09.01.2019
Bauprogramm 2018
Bauprogramm 2018

Bereits im Dezember hatten das saarländische Verkehrsministerium und der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS) Rückschau auf die Sanierungen im Landstraßennetz im Jahr 2018 gehalten. Im Rahmen des Investitionsprogramms „Gute Straßen“ konnte die vollständige Abwicklung des Erhaltungsprogramms in Höhe 21,3 Mio. Euro vermeldet werden. Nun legt die Neunkircher Straßenbaubehörde die Gesamtbilanz des Jahres 2018 vor und blickt zufrieden auf das Geschäftsjahr 2018 zurück. Mit Ausgaben in Höhe von insgesamt 119,1 Mio. Euro ist das Volumen der Investitionen in die Streckennetze des Landes und des Bundes im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen.

Dabei hat der LfS an und auf seinen Landstraßen im Jahr 2018 insgesamt 33,4 Mio. Euro investiert. Diese Gesamtausgaben umfassen über das Investitionsprogramm „Gute Straßen“ hinaus (21,3 Mio.) alle Neu-, Um- und Ausbaumaßnahmen (Kreisverkehrsplätze, Verkehrsknotepunkte, Lichtsignalanlagen, u.a.) einschließlich Lärm- und Umweltschutz sowie alle kleineren Instandsetzungsmaßnahmen zur Gewährleistung der Verkehrssicherheit wie beispielsweise Fräsflicken zur Behebung akuter Schäden, Reparaturen an Schutzplanken, Schildern usw.. Damit wurde der Investitionsrahmen des Jahres 2017 um 4,3 Mio. Euro übertroffen.

„Das vergangene Jahr bedeutet für uns einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu den ‚guten Straßen‘, die sich Verkehrsministerium und LfS nach absehbarer Teilentschuldung des Landes mittelfristig auf die Fahnen geschrieben haben“, so Werner Nauerz, amtierender Leiter des LfS. „Nachdem das Land zur Wahrung der Einnahmen aus dem Länderfinanzausgleich auch im Straßenbau lange Jahre einen rigiden Konsolidierungskurs fahren musste, ist es 2018 gelungen, den Wertverlust der Infrastruktur aufzuhalten.“ Allein in der klassischen Erhaltung habe man 5,3 Mio. Euro mehr auf die Landstraßen gebracht als 2017.

„Gleichzeitig sind die Investitionen in die Bundesautobahnen und Bundesstraßen mit 85,7 Mio. Euro erneut außergewöhnlich hoch“, erläutert Nauerz. 65 Mio. Euro davon -über 15 Mio. Euro mehr als 2017- habe man 2018 für die Erhaltung der Bundesautobahnen ausgegeben und damit so viel Geld in das Autobahnnetz investiert wie nie zuvor im Saarland.

Auch in Bau und Unterhaltung von Radwegen habe das Land im Vorjahr mit fast 2 Mio. Euro beachtlich investiert. Neben dem Neubau des Primstalradweges zwischen Schattertriesch und Limbach seien hier beispielsweise die Ertüchtigungen des Saar-Radweges bei Saarlouis und des Weges an der B 41 zwischen Ottweiler und Niederlinxweiler genannt.

Dennoch habe der LfS zum Jahresende -7,3 Mio. Euro der verfügbaren Baumittel des Bundes zurückgeben müssen. Dabei habe man trotz witterungsbedingt außergewöhnlich langer Bausaison 4 Mio. Euro Erhaltungsmittel kapazitätsbedingt nicht in Bauaufträge umsetzen können. Die Gründe dafür lägen auf der Hand: zum einen habe man in der Baustellenkoordination die Schmerzgrenze der Belastung der Verkehrsteilnehmer, Anlieger, Industrie- und Gewerbe sowie des kompletten Straßennetzes erreicht. Zum anderen seien die verschiedenen Gewerke wie Verkehrssicherung, Fräsarbeiten, Asphaltbau und Ersatz der Schutzeinrichtungen wegen der Vielzahl der Beteiligten, wegen logistischer Probleme und schließlich auch wegen Abhängigkeiten von Zulieferungen nicht in allen Fällen punktgenau zu steuern und von der Bauwirtschaft umzusetzen.

Bei dem restlichen Betrag von 3,3 Mio. Euro handelt es sich um projektbezogene Mittel, die der LfS für das Jahr 2018 erhalten, aber im Verlauf des Jahres nicht benötigt hat, beispielsweise für den Tunnel Pellinger Berg, die Streckenbeeinflussungsanlage auf A 6 / A 620 und den Ausbau der Ortsumgehung Roden. Diese Gelder sind dem Saarland nicht verloren gegangen. Sie werden auf Anforderung bedarfsorientiert wieder zugewiesen.

Viele Verkehrsteilnehmer dürften die Nachricht der Mittelrückgabe allerdings gut und gerne verschmerzt haben. Insbesondere Pendler hatten während der Bausaison bisweilen über erhebliche Verkehrsbelastungen geklagt. Denn trotz höchster Finanzausstattung hatte sich zwar die absolute Zahl der Baustellen im Vergleich zum Vorjahr nicht nennenswert erhöht. Nachdem es dem LfS aber möglich war, statt einschichtiger Sanierungsbauweisen tiefergehend und damit auch substanzverbessernd zu arbeiten, dauerten viele Baumaßnahmen naturgemäß länger und stellten damit eine besondere Herausforderung auch für die Baustellenkoordination dar. Auf einzelnen Streckenzügen sahen sich Verkehrsteilnehmer –leider unvermeidbar- gleich mit mehreren Baustellen konfrontiert. Besonders betroffen war die A 620, wo sich der notwendige Austausch veralteter Schutzeinrichtungen, Deckenbaumaßnahmen und die Vorbereitung einer Brückensanierung zeitlich überschnitten.

„Die 4 Mio. Euro zurückgegebene Erhaltungsmittel entsprechen rund 3,8 % der insgesamt umgesetzten Bundesmittel. Das heißt im Umkehrschluss, dass wir über 96 % des Budgets ausgegeben haben. Das ist ein Wert, mit dem wir rundum zufrieden sind“, so das Resümee des LfS-Chefs. „Unsere Mannschaft hat Außergewöhnliches geleistet. Die Umsatzrekorde haben wir trotz stagnierender, in einigen Fachbereichen gar rückläufiger Personalbestände erzielt. Und unsere Mitarbeiter/innen werden nicht jünger“, betont Nauerz. Stelleneinsparungen und Wiederbesetzungssperren hätten seit den 90-er Jahren heute zu einer Überalterung der Belegschaft geführt. „Auf dem Arbeitsmarkt können wir unseren Personalbedarf derzeit nicht vollständig abdecken. Die Bemühungen des Landes um geeignete Nachwuchskräfte zeigen angesichts des akuten Fachkräftemangels daher bis dato noch keine nachhaltige Wirkung“, so der LfS-Chef weiter. „Es ist absehbar, dass wir zukünftig das Leistungsniveau des Jahres 2018 nicht halten können, wenn wir es nicht schaffen, frühzeitig Ersatz für absehbar ausscheidende Kolleginnen und Kollegen der geburtenstarken Jahrgänge der 50er- und 60er Jahre zu schaffen.“ Hier wolle man gemeinsam mit dem Land lukrative und familienfreundliche Rahmenbedingungen für Nachwuchskräfte schaffen und damit die Attraktivität der Berufsfelder in Straßenplanung, -bau und -betrieb steigern.

Die im Jahr 2021 anstehende Übertragung des Autobahnnetzes an den Bund erweise sich als Herausforderung. „Wir stehen bei der Rekrutierung von neuen Mitarbeitern nun nicht nur in Konkurrenz zur privaten Bauwirtschaft. Wir müssen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch gute Perspektiven bieten, damit der Bund dem Land nicht durch höhere Besoldungs- und Vergütungsangebote die Leistungsträger abwirbt.“
Nauerz‘ Ausblick in das Jahr 2019 dürfte Vielfahrer aufatmen lassen. Die Zahl der Erhaltungsmaßnahmen auf dem Autobahnnetz werde abnehmen. Hier habe der LfS in den vergangenen Jahre ganze Arbeit geleistet. Nun forciere man die Planung und die Genehmigungsverfahren für grundhafte Sanierungen einzelner Abschnitte, wie z. B. auf der A 8 zwischen Schwarzenholz und Heusweiler sowie zwischen Neunkirchen Oberstadt und Neunkircher Kreuz. Eine länger währende „Perlenkette“ von nahe beieinander gelegenen Deckensanierungsmaßnahmen auf den Autobahnen werde es bis zum Auftakt der Großbaustellen nicht geben. Die Arbeiten an Brücken, wie z.B. der anstehende Ersatzneubau der Grumbachtalbrücke auf der A 6, werde den Verkehr nicht wesentlich beeinträchtigen, da in den Hauptbauphasen jeweils zwei Fahrspuren in beide Fahrtrichtungen verfügbar sein sollen.

Einen Wermutstropfen stelle aber die grundhafte Sanierung einer Autobahnbrücke auf der A 620 bei Wadgassen dar. Sie erfordere auf der A 620 in den Jahren 2019 und 2020 einstreifige Verkehrsführung in beiden Fahrtrichtungen.