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Arbeitsmarkt - Gute Arbeit im Saarland
 

Neu im März: ASaar-Familien-Coaching als Pilotprojekt

20.02.2018

Das Landesprogramm „Arbeit für das Saarland – ASaar“ hat in den vergangenen fünf Jahren die Langzeitarbeitslosigkeit spürbar entschärft. Nun soll es um ein zusätzliches Element erweitert werden. „Wir richten den Blick stärker auf das familiäre Umfeld, das ist ein arbeitsmarktpolitischer Perspektivwechsel und ein bundesweites Novum“, sagte Arbeitsministerin Anke Rehlinger vor der Landespressekonferenz. Die erste modellhafte Erprobung wird es im Saarpfalz-Kreis geben, in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Jobcenter. Die Erfahrung zeigt, dass die Ansprache einer gesamten Bedarfsgemeinschaft im ländlich geprägten Raum leichter gelingt als in der Stadt. Der Beginn ist für März 2018 geplant.

Rehlinger: „Oft wird die Integration in Arbeit durch das bestehende Familiensystem beeinträchtigt. Zwar werden die Familienmitglieder in den Jobcentern gemeinschaftlich betreut, allerdings reicht die Beratungskapazität oft nur für die vordringlichsten Angelegenheiten zur Beendigung der Hilfebedürftigkeit, so dass vorrangig nur die individuelle Situation der einzelnen Erwachsenen betrachtet wird. In der Folge werden oftmals nur solche Aktivitäten zur Verringerung der Hilfebedürftigkeit ergriffen, die den Einzelfall im Blick haben und nicht das gesamte Familiensystem.“ Es komme daher darauf an, auf die unterschiedlichen Lebenslagen der Familienmitglieder einzugehen, die Familie im Kontext ihrer Beziehungen untereinander und mit ihrem sozialen Umfeld zu betrachten: „Damit können wir die Potentiale und Ressourcen der ganzen Familie sehr viel besser aktivieren und sie in Bezug zueinander setzen. Wir können so gezielter Hilfen entwickeln, die auf Selbsterkenntnis und Eigenmotivation der Familie aufbauen – und die daher umso nachhaltiger wirken.“

Dass dieser Perspektivwechsel in der Arbeitsmarkpolitik notwendig sei, belegen Zahlen der letzten Jahre, so die Ministerin. Im Saarland gebe es über 47.000 Bedarfsgemeinschaften. Mittlerweile lebten in etwa jeder dritten von ihnen Kinder unter 18 Jahren. Das bedeutet seit 2014 einen dramatischen Anstieg der Bedarfsgemeinschaften mit Kindern um 28 Prozent.

Rehlinger: „Das übergreifende Ziel unseres Projekts besteht darin, aufbauend auf gewachsener Selbsterkenntnis und gesteigerter Eigenmotivation der gesamten Familie während des Beratungsprozesses individuelle Hilfe anzubieten.“

Kern des angepeilten Familien-Coachings sind „systemische Berater“. Sie sollen als Mitglied in einem Integrationsteam die Familie durch alle Phasen des Integrationsprozesses inklusive Nachbetreuung begleiten. Das Integrationsteam besteht aus systemischem Berater und persönlichem Ansprechpartner. Es kann bei Bedarf erweitert werden. Wichtig für die erfolgreiche Umsetzung ist eine gute Zusammenarbeit mit allen betroffenen Fachdiensten.