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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Gutachten zur Haltung von Mantelpavianen im Neunkircher Zoo: Keine tierschutzrechtlichen Verstöße – Jost: Mängel müssen zügig behoben werden

02.11.2018
 Prof. Franz-Josef Kaup  (li.) stellte das Gutachten zur Haltung der Mantelpaviane gemeinsam mit Minister Reinhold Jost vor. © MUV | Jessica Fischer
Prof. Franz-Josef Kaup (li.) stellte das Gutachten zur Haltung der Mantelpaviane gemeinsam mit Minister Reinhold Jost vor. © MUV | Jessica Fischer

Das vom Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz in Auftrag gegebene Gutachten zur tierschutzrechtlichen Beurteilung der Mantelpaviane im Neunkircher Zoo ist fertig. Minister Reinhold Jost und der Gutachter Prof. Franz-Josef Kaup  stellten es am Freitag vor.
„Mit Professor Kaup konnten wir einen Experten gewinnen, der als Einziger unter den Bewerbern im Rahmen der öffentlichen Ausschreibung eine jahrzehntelange Erfahrung mit Mantelpavianen vorzuweisen hatte“, betonte Jost.

Das Wichtigste vorab: Der Gutachter attestiert den Mantelpavianen ein ungestörtes Allgemeinbefinden und einen guten Ernährungs- und Pflegezustand sowie ein in jeder Beziehung normales Verhalten. Verhaltensstörungen wurden nicht beobachtet. In Tierschutzfachkreisen spricht man, wenn alle diese Parameter erfüllt sind, von Wohlbefinden, der wichtigsten Zielgröße des Tierschutzgesetzes.

Allerdings machte der Gutachter auch auf Bereiche aufmerksam, die nach seiner Expertise verbesserungswürdig sind. Allen voran die Anpassung der Haltungsumwelt im Außengehege. Hier geht es im Fachjargon um „Enrichment-Maßnahmen“, das sind Maßnahmen, die das Leben der Mantelpaviane interessanter machen, wie zum Beispiel das regelmäßige Einbringen von Bäumen, Abwechslung bei der Futterdarreichung und vieles mehr. Als weiterer wichtiger Punkt wurde die Notwendigkeit der Vergrößerung des Innenraums genannt, so wie es bereits im April 2018 von der Obersten Tierschutzbehörde festgestellt worden war. Der Gutachter formulierte dies allerdings mit der Maßgabe, dass eine noch festzulegende Zielgröße der Population für die Größenberechnung zu Grunde zu legen sei. Die zu gering bemessene Größe des Innenraumes war in der öffentlichen Diskussion heftig kritisiert worden.

Verbesserungspotenzial sah Professor Kaup des Weiteren im Management. Das bedeutet, dass der Zoo künftig noch ein größeres Augenmerk auf die Gesundheits- und Geburtenkontrolle bei den Mantelpavianen legen und den Bestand der Mantelpaviangruppe reduzieren muss. Soll heißen, es dürfen keine weiteren Mantelpaviane geboren werden, und es sollen möglichst Tiere an andere zoologische Einrichtungen abgegeben werden.
Der Zoo Neunkirchen hatte seinerseits bereits im November 2017 im Rahmen einer Kontrolle durch die zuständige Behörde, das Landesamt für Verbraucherschutz, eine Reduktion des Tierbestandes für erforderlich angesehen und auch aktiv nach Abgabemöglichkeiten an andere zoologische Einrichtungen Ausschau gehalten.

Minister Jost zeigte sich erleichtert darüber, dass das Gutachten die Vorwürfe hinsichtlich einer tierschutzwidrigen Tierhaltung ausräumen konnte. „Der Gutachter hat dennoch Schwachstellen aufgezeigt. Der Spielball liegt jetzt beim Zoo. Nach dem Gutachten ist vor der Umsetzung. Wir erwarten, dass der Zoo die im Gutachten vorgeschlagenen Verbesserungen zügig angeht“, so Jost. Die Oberste Tierschutzbehörde werde gemeinsam mit dem für den Vollzug des Tierschutzgesetzes zuständigen Landesamt für Verbraucherschutz den Prozess begleiten. Eine Unterstützung des Zoos schließt der Minister dort, wo es sinnvoll und aus Behördensicht möglich erscheint, nicht aus.