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Interreg Großregion
 

Arbeitsmarkt, Ausbildung und Mittelstand prägen das neue Interreg

29.06.2015
Das gemeinsame Projekt Interreg V A Großregion kann auf erfolgreicher Zusammenarbeit der Vergangenheit aufbauen. Foto: ©  atb
Das gemeinsame Projekt Interreg V A Großregion kann auf erfolgreicher Zusammenarbeit der Vergangenheit aufbauen. Foto: © atb

Themen der Mittelstandsförderung, der Standortentwicklung sowie der Ausbildungs- und Arbeitsmarktpolitik prägen die neue Laufzeit des grenzübergreifenden EU-Programms „Interreg“. Wirtschaftsminister Anke Rehlinger zeigte sich zufrieden mit den Vereinbarungen der regionalen Partner. Das Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen, Luxemburg und die Wallonie hätten „die richtigen Schwerpunkte gesetzt“. Das neue Operationelle Programm werde in den nächsten Tagen der EU-Kommission zugeleitet und könne bis Jahresende genehmigt sein.

Es stehen in der Förderperiode bis 2020 fast 140 Mio. Euro aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) für gemeinsame grenzüberschreitende Projekte zur Verfügung. Bisher waren es 106 Mio. Euro. Das Saarland schneidet bei dem Zuwachs sehr gut ab, es konnte seinen Anteil (24 Mio. Euro) nahezu verdoppeln. Rehlinger: „Bei Interreg geht es darum, den gemeinsamen Lebensraum von 11,4 Millionen Einwohnern aktiv zu gestalten und den Zugang zu kulturellen, sozialen und wissenschaftlichen Angeboten sowie zu Bildungs- und Berufsmöglichkeiten in der Großregion zu verbessern. Wir haben dafür gekämpft, dass das Saarland daran möglichst viel teilhaben kann.“

Für die Förderperiode bis 2020 wurden vier Prioritätsachsen festgelegt.

  • 35 Mio. Euro werden darauf verwandt, den grenzübergreifenden Arbeitsmarkt voranzubringen. Dabei werden auch Projekte zur Mobilität von Fachkräften und Auszubildenden über Ländergrenzen hinweg eine Rolle spielen. 
  • 37 Mio. Euro stehen für die umweltfreundliche Entwicklung der Großregion und für die Verbesserung des Lebensumfelds bereit. Mit diesen Mitteln soll die kulturelle und touristische Aufwertung des Natur- und Kulturerbes gesteigert werden. Außerdem werden die Umweltbelastungen im Rahmen der wirtschaftlichen und räumlichen Entwicklung der Großregion verringert.
  • Knapp 20 Mio. Euro fließen in die Verbesserung der Lebensbedingungen, etwa durch grenzübergreifende Angebote im Bereich „Gesundheit und Vorsorge“ sowie sozial inklusive Dienstleistungen und Einrichtungen.
  • Knapp 40 Mio. Euro werden in die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Attraktivität der Großregion investiert. Damit die Großregion zum Standort der Exzellenzforschung werden kann, sollen grenzüberschreitende Kooperationen verstärkt werden. Außerdem werden die Innovation in den Betrieben sowie die Präsenz kleiner und mittlerer Unternehmen auf internationalen Märkten gefördert.

Das gemeinsame Programm von Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen, Luxemburg und der Wallonie kann auf erfolgreicher Zusammenarbeit der Vergangenheit aufbauen. In der Förderperiode 2007 bis 2014 gab es rund 140 Projekte, davon mehr als die Hälfte mit saarländischer Beteiligung.

 

HINTERGRUND

Erfolgreiche Interreg-Projekte im Saarland [Laufzeit 2007 bis 2014]

In der Förderperiode 2007 bis 2014 gab es rund 140 Projekte, davon mehr als die Hälfte mit saarländischer Beteiligung. Die Bereiche Bildung und Ausbildung, Wirtschaft und Infrastruktur, Forschung und Entwicklung, Kultur und Tourismus, Umwelt und Energie profitierten davon.

Beispielhafte Projekte

Trilingua (Frühkindliche Sprachförderung)

Förderung der Zweisprachigkeit über die Kindergärten und Ecoles Maternelles hinaus, durch die Einrichtung eines Austausches von muttersprachlichen Erzieher(inne)n zwischen Moselle und dem Saarland auf der Ebene der Ecoles Elémentaires und der freiwilligen Ganztagsschulen sowie mittelfristige Förderung der Dreisprachigkeit.

Elec’tra (Elektromobilität)

In der Großregion überqueren europaweit die meisten Pendler tagtäglich die Grenze. Dies bringt einerseits einen hohen CO2-Ausstoß mit sich, andererseits aber auch viele Staus. Um gleichzeitig nachhaltige Mobilität in der Großregion zu fördern und den ÖPNV zu stärken wird ein grenzüberschreitendes Konzept zur vernetzten Nutzung von Elektromobilität und öffentlichem Nahverkehr geschaffen, das besonders auf den Achsen mit verstärkter Pendlerbewegung den Individualverkehr nachhaltig reduziert und umweltfreundlicher macht. Das Projekt ist die Grundlage für die Schaffung der notwendigen Infrastrukturen.

Grenzüberschreitende Sicherung der Trinkwasserversorgung

Die gegenseitige Unterstützung bei der Sicherung der Trinkwasserversorgung in der deutschfranzösischen Region Bliesgau-Lothringen ist ein Beispiel für ein praktiziertes Europa. Die vereinbarte Besicherung besteht zwischen dem französischen Trinkwasserversorger Syndicat Intercommunal des Eaux Volmunster in Lothringen und den Stadtwerken Bliestal GmbH im Saarland. An dieser in Europa einmaligen Kooperation haben die Unternehmensvertreter, Gesellschafter und Aufsichtsbehörden auf beiden Seiten in konstruktiver Weise zusammengewirkt. Die gegenseitige Hilfestellung im Notfall steht bei der grenzüberschreitenden Vereinbarung im Vordergrund.

Task-Force Grenzgänger

Die im Wirtschafts- und Arbeitsministerium angesiedelte Task-Force ist eine gemeinsame Einrichtung aller Teilregionen der Großregion, wozu neben dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Lothringen und Luxemburg auch die belgische Region Wallonien sowie die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens gehören. Aufgabe: In der Großregion pendeln täglich mehr als 205.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer über eine nationale Grenze. Diese Mobilität wird trotz Freizügigkeit immer noch durch rechtliche und administrative Hemmnisse beeinträchtigt. Um diese zu beseitigen und die freie Wahl des Arbeitsplatzes in der Praxis zu gewährleisten, wurde die Task-Force eingerichtet.

Interreg V A

Interreg V A

Infos und Dokumente zum Operationellen Programm Interreg V A Großregion und zum Umweltbericht.

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