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Statistik
 

Bruttoinlandsprodukt des Saarlandes im 1. Halbjahr 2017 real um 0,9 Prozent gestiegen

Pressemitteilung vom 25.09.2017 - 10:00 Uhr

Die saarländische Wirtschaft hat in diesem Jahr wieder an Auftrieb gewonnen. Wie das Statistische Amt des Saarlandes mitteilt, stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Maßstab der gesamtwirtschaftlichen Leistung im ersten Halbjahr 2017 nominal um 2,3 Prozent an. Preisbereinigt bedeutet das ein reales Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent.

Dennoch verlief die Konjunktur im Saarland damit sowohl nominal als auch real ungünstiger als in den meisten anderen Bundesländern. Für Deutschland insgesamt wurde die Wirtschaftsentwicklung des ersten Halbjahres nominal auf plus 3,2 Prozent beziffert, real auf 2,0 Prozent.

Dies sind erste vorläufige Ergebnisse nach Auswertung der aktuellen Wirtschaftsstatistiken durch den Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“, dem alle Statistischen Landesämter angehören. Für solche kurzfristigen Berechnungen ist die Datenbasis jedoch sehr begrenzt, weshalb die Aussagekraft der Zahlen noch stark eingeschränkt ist.

Die wirtschaftliche Entwicklung des Saarlandes wurde im ersten Halbjahr 2017 von Sondereinflüssen bestimmt, die vor allem die heimische Automobilindustrie („Herstellung von Kraftwagen und Kraftwagenteilen“) betrafen. Aufgrund produktionstechnischer Umstellungen im Fahrzeugbau sind Produktions- und Absatzeinbußen in größerem Maße eingetreten, die sich auf den gesamten Konjunkturverlauf des Landes auswirkten. In dieser Schlüsselbranche der Saarindustrie sind die Umsätze der ersten sechs Monate um 8,7 Prozent geschrumpft, wobei die Auslandsnachfrage fast ebenso stark zurückging wie der inländische Absatz (- 10,2 %). Parallel dazu fiel die Produktion um 7,7 Prozent niedriger aus als im Vorjahr. Nach der Umstellungsphase sollte die Konjunktur im zweiten Halbjahr dann wieder Fahrt aufnehmen. Hoffnung auf eine Besserung versprechen bereits die Auftragseingänge, die in der ersten Jahreshälfte um 7,5 Prozent deutlich gestiegen sind.

Durchweg positive Halbjahresergebnisse werden dagegen aus den beiden anderen großen Industriezweigen gemeldet: Im Maschinenbau haben die Auftragseingänge um 4,7 Prozent zugenommen, sodass die Produktion dort um 12,1 Prozent gesteigert werden konnte. Der Umsatz der Maschinenbauer erhöhte sich gar um 14,0 Prozent. Auch die Stahlindustrie („Metallerzeugung und -bearbeitung“) zeigte sich gut erholt und meldete eine Auftragsverbesserung von 13,4 Prozent. Bei einem Produktionsanstieg von 3,3 Prozent verzeichnete der Umsatz ein Plus von 9,3 Prozent.

Diese drei großen Industriezweige erbringen im Saarland fast drei Viertel des Gesamtumsatzes im Verarbeitenden Gewerbe, der sich im ersten Halbjahr 2017 auf über 14 Mrd. Euro belief. Das waren 1,5 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr, wobei die Exporte mit plus 3,0 Prozent besser liefen als das Inlandsgeschäft (- 0,4 %). Das Verarbeitende Gewerbe seinerseits hat im Saarland, gemessen an der Bruttowertschöpfung, wegen seiner traditionell hohen Industriedichte einen größeren Anteil an der Gesamtwirtschaft, als dies in den meisten anderen Bundesländern der Fall ist. Gepaart mit der hohen Exportabhängigkeit des Saarlandes fielen die Rückschläge hierzulande demnach deutlich stärker aus als im Bundesdurchschnitt.

Die saarländische Bauwirtschaft konnte mit dem ersten Halbjahr 2017 weiterhin zufrieden sein. Bei guter Auftragslage im Bauhauptgewerbe zogen die Umsätze sowohl im Hoch- als auch im Tiefbau wieder kräftig an (+ 8,1 %). Auch im Ausbaugewerbe stiegen die Erlöse um 8,1 %. Allerdings lässt der starke Rückgang der Baugenehmigungen im Wohnungsbau (- 23,6 %) nach dem Höhenflug des vergangenen Jahres keine besseren Aussichten erwarten.

Die privaten Haushalte zeigten sich in einer anhaltend konsumfreudigen Stimmung. Beim Einzelhandel (ohne Kfz) sorgten sie im ersten Halbjahr für eine erneute Umsatzsteigerung, und auch der Handel mit Kraftfahrzeugen legte kräftig um 5,6 Prozent zu, dies aber immer noch auf niedrigem Niveau.

Der Außenhandel der Saarwirtschaft hat sowohl auf der Einfuhrseite als auch bei der Ausfuhr weiter zugenommen. Während die Exporte sich in der ersten Jahreshälfte 2017 um 2,2 Prozent auf über 8,4 Mrd. Euro erhöhten, stiegen die Importe um 9,1 Prozent auf 7,3 Mrd. Euro an. Wichtigster Importpartner für das Saarland ist nach wie vor das Nachbarland Frankreich, und auf der Exportseite hat Großbritannien weiterhin die führende Rolle inne.

Weitere Daten zur konjunkturellen Entwicklung im Saarland finden sich im Internetangebot des Statistischen Amtes unter www.statistik.saarland.de.
Darüber hinaus stehen die aktuellen Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung in den Bundesländern im Internetangebot des Arbeitskreises „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ unter www.vgrdl.de zur Verfügung.