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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Entwarnung nach der Betriebsstörung am Hochofen der Dillinger Hütte – Minister Jost: Keine Freisetzung von PCB

05.09.2018
Probenuntersuchung in den Laboren des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz
Probenuntersuchung in den Laboren des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz

Im Ruß-Niederschlag infolge einer Hochofenstörung in der Dillinger Hütte sind keine Spuren des Schadstoffs PCB (Polychlorierte Biphenyle) entdeckt worden. Das ist ein Ergebnis der Analyse des Landesamtes für Umwelt- und Arbeitsschutz (LUA). Mitarbeiter des LUA hatten in Saarlouis Ruß-Proben gesammelt und im Labor untersucht. „Wir können, wie erwartet, Entwarnung geben. In den analysierten Proben wurde kein PCB gefunden. Dies deckt sich mit unserer Einschätzung, dass mit Blick auf die chemischen Bedingungen weder im Hochofen- noch im Kokereibetrieb solche Stoffe in nennenswertem Umfang entstehen können“, stellte Umweltminister Reinhold Jost fest.

Entwarnung ebenfalls nach der Analyse auf polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK): „Auch für die PAK besteht kein Warn- oder Handlungsbedarf. In keiner Probe wurde das krebserregende Benzo(a)pyren als Leitsubstanz der PAK-Stoffgruppe nachgewiesen“, so Jost.
Andere PAK wie Naphtalin wurden zwar gefunden. Die Summe dieser nachgewiesenen Stoffe liegt allerdings deutlich unterhalb der Vorsorgewerte und im Bereich dessen, was im Saarland in Waldböden als Hintergrundbelastung ermittelt wurde.  
PAK sind ubiquitär in unserer Umwelt vorhanden und flächendeckend verbreitet. Sie entstehen neben industriellen Prozessen unvollständiger Verbrennung auch beim Hausbrand, Grillen, im Verkehr oder bei Vegetationsbränden.
Anhand der vorliegenden Analyseergebnisse ergeben sich keine Anzeichen für eine Gesundheitsgefahr oder Schädigung der Umwelt.
Aus hygienischen Gründen empfiehlt das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz jedoch, im betroffenen Bereich angebautes Gemüse und Obst vor dem Verzehr zu waschen.

Wie Minister Jost weiter mitteilte, komme das LUA nach eingehender Überprüfung der Betriebssituation am Hüttenwerksstandort  zu dem Ergebnis, dass der Hochofen 4 mit sehr großer Wahrscheinlichkeit als Verursacher der Freisetzung des Staubniederschlags identifiziert werden kann.