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Weiterbildung
 

Hintergrund: Die LEO-Studie

Prof. Anke Grotlüschen
Prof. Anke Grotlüschen

Im Jahre 2011 wurde die erste Untersuchung über das Lese- und Schreibverhalten Erwachsener in Deutschland in Deutschland veröffentlicht („leo.“ = Level-One-Studie von Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Universität Hamburg).

Danach existieren mit 7,5 Millionen Menschen (14,5 %) im erwerbsfähigen Alter (18-64 Jahre) rund doppelt so viele „funktionale Analphabeten“ wie bisher vermutet:

Definition: Funktionaler Analphabetismus ist gegeben, „wenn die schriftsprachlichen Kompetenzen von Erwachsenen niedriger sind als diejenigen, die minimal erforderlich sind und als selbstverständlich vorausgesetzt werden, um den jeweiligen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden. Diese schriftsprachlichen Kompetenzen werden als notwendig erachtet, um gesell-schaftliche Teilhabe und die Realisierung individueller Verwirklichungschancen zu eröffnen.“

Weitere Daten:

• Anteil Männer: 60 %, Anteil Frauen: 40 %
• Anteil Deutsch als Erstsprache: 58 %
• Anteil Erwerbstätige: 57 %
• Anteil Arbeitslose: 17 %

Zusätzlich zu den 7,5 Mio. „funktionalen Analphabeten“ kommen weitere 13 Mio. Menschen, die mit der Rechtschreibung derart Probleme haben, dass sie nicht über die Kenntnisse der Lernziele des letzten Grundschuljahres verfügen. Dies betrifft rund 40 % aller Menschen im erwerbsfähigen Alter in Deutschland.

Ursachen:

• Bildungsfernes Elternhaus (80 der funktionalen Analphabeten verfügen über einen Hauptschulabschluss!)
• Nichtlesen und dadurch Verlernen der Lesekompetenz
• Bei Migranten: Mangelhaftes Erlernen der Muttersprache

Homepage zur LEO-Studie

Dokumente zur LEO-Studie

Alles, was Sie über Analphabetismus wissen sollten.