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60 Jahre Staatskanzlei des Saarlandes
 

Der Durchbruch der Industrialisierung um 1850/60

Die industrielle Geburt des Saarlandes

Bevor das Saarland als politische Einheit entstand, kann man von einer wirtschaftlichen Vorprägung sprechen. Um den industriellen Kern, der von Saarbrücken entlang der Saar bis nach Dillingen und Merzig sowie über St. Ingbert bis Neunkirchen reichte, bildete sich eine eng miteinander verflochtene Region. Im Gegensatz zu anderen Industrierevieren wie dem Ruhrgebiet deckte die Saarregion ihren Arbeitskräftebedarf nicht durch Fernzuwanderung, sondern durch den Zuzug besonders der ländlichen Bevölkerung aus den umliegenden Landschaften wie dem Hunsrück.
Die stark expandierende Industrie hat ab den 1860er Jahren eine Dimension angenommen, die das Gesicht des Saarraumes völlig veränderte. Aus dem ursprünglich landwirtschaftlich geprägten Land  war mittlerweile eine Industrieregion entstanden. Rauchende Schlote und Fördertürme, eine neue reiche Wirtschaftsbürgerschicht und eine breite Masse an Arbeitern sollten für mehr als 100 Jahre die wirtschaftliche Basis und Identität der Menschen an der Saar bestimmen.
Die Geschichte der saarländischen Industrialisierung darf jedoch nicht nur auf Kohlegruben und Eisenhütten beschränkt bleiben. Auch Unternehmen aus den Bereichen Maschinenbau, Glas und Keramik waren von überregionaler Bedeutung.
Parallel zum wirtschaftlichen Boom wuchs die Bevölkerung stark an. Lebten 1820 in der Wirtschaftsregion erst 140.000 Menschen, waren es 30 Jahre später schon über 200.000 und um 1900 bereits über 600.000. Aus kleinen Dörfern wie Neunkirchen wurden innerhalb weniger Jahre bedeutende Industriestädte.