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Impulse für den Mittelstand
 

Gesund und unabhängig leben im Alter: Saarland kann zur Modellregion werden

08.06.2018
Staatssekretär Jürgen Barke und alle Projektbeteiligten freuen sich über den Zuschuss des Bundeswirtschaftsministeriums. Foto: © MWAEV
Staatssekretär Jürgen Barke und alle Projektbeteiligten freuen sich über den Zuschuss des Bundeswirtschaftsministeriums. Foto: © MWAEV

Gesund älter werden – am besten so lange wie möglich selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden. Doch was ist, wenn die Mobilität immer mehr eingeschränkt wird? Was, wenn Kinder und Enkel woanders wohnen und der Wocheneinkauf zu Fuß vor Ort nicht mehr möglich ist? Diesen Fragen und Herausforderungen kann das Saarland jetzt womöglich als Modellregion für Ambient Assisted Living (AAL) nachgehen. AAL steht für Konzepte, Produkte und Dienstleistungen, die neue Technologien in den Alltag einführen, um die Lebensqualität für Menschen in allen Lebensphasen, vor allem im Alter, zu erhöhen.

Bei einer Pressekonferenz am Freitag, 8. Juni, stellte Wirtschaftsstaatssekretär Jürgen Barke zusammen mit dem Initiator des AAL Netzwerks Saar e.V., Prof. Dr. Wolfgang Langguth, das Projekt „inviSa“ vor. Mit der Vision einer intelligenten Vernetzung im Saarland hatte sich das AAL Netzwerk mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums beim Bundeswirtschaftsministerium um Fördermittel beworben - und nun den Zuschlag erhalten. Für die Entwicklung einer Machbarkeitsstudie wird dem AAL Netzwerk Saar e.V. ein Zuschuss in Höhe von mehr als 130.000 Euro bewilligt.

Mit dem Projekt inviSa soll zum einen ein digitaler Marktplatz entwickelt werden, der die Menschen bei Versorgung und Kommunikation unterstützt. Die leichte Bedienbarkeit dieser Technik spielt bei der Entwicklung von Anfang an eine große Rolle. Zum anderen kommt auch der analoge Gedanke nicht zu kurz. Gerade mit zunehmendem Alter ist man neuer Technik oft nicht mehr so zugänglich. Dafür sollen inviSa-Servicepunkte eingerichtet werden, die als Verteilerknoten für Waren und Dienstleistungen aller Art dienen können, aber auch für persönliche Beratungen und die Pflege des gesellschaftlichen Miteinanders konzipiert sind.

Jürgen Barke: „Die Initiatoren von InviSa haben sich hierzu ihre eigenen Gedanken gemacht und nach Möglichkeiten gesucht, ältere und nichtmobile Menschen möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld selbstbestimmt leben zu lassen. Bei all unseren Bemühungen um die Digitalisierung müssen wir auch daran denken, diejenigen mitzunehmen, denen diese Welt fremd ist. Das inviSa-Projekt holt die Menschen genau da ab, wo sie stehen: Die technisch Versierten greifen auf die umfangreichen Möglichkeiten der neuen digitalen Plattform zu. Wer den direkten Kontakt mit Menschen vorzieht, dem bieten die inviSa-Servicepunkte den idealen Ort. Damit schaffen sie einen Mehrwert für die gesamte Gesellschaft.“

Prof. Dr. Wolfgang Langguth: „Die aktuelle Technik in der Digitalisierung erlaubt es schon heute, fast allen Menschen eine angepasste, barrierefreie Teilhabe an der neuen, digitalen Lebenswelt zu verschaffen, die ihren individuellen Fähigkeiten und Wünschen entspricht. Neue Wege in einer ganzheitlich orientierten Gesamtversorgung, die den Menschen immer im Mittelpunkt stellt und Technik ‚nur‘ als notwendige Unterstützung sieht, wird es zukünftig den meisten Menschen ermöglichen selbstbestimmt in der eigenen Häuslichkeit zu wohnen und mobil zu bleiben. Mit dem Projekt inviSa hoffen wir diesem Ziel in der Realität des Alltags ein gutes Stück näher zu kommen.“

Das AAL Netzwerk Saar plant für die Machbarkeitsstudie die Einbeziehung zweier Modellkommunen. Für den ländlichen Bereich konnte der Lebacher Stadtteil Niedersaubach gewonnen werden; der städtische Bereich wird durch den Saarbrücker Stadtteil Eschberg abgedeckt. Nach der Machbarkeitsstudie soll inviSa ab dem Jahr 2019 in diesen beiden Kommunen modellhaft umgesetzt werden.