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Waldbild des Monats

Esskastanie – Baum des Jahres

Bauernregel: Nur in der Juliglut, gedeihen Wein und Getreide gut.

Naturdenkmal - Waldbild des Monats Juli 2018
Naturdenkmal - Waldbild des Monats Juli 2018

Die Edelkastanie (Castanea sativa), auch Esskastanie genannt, ist der einzige europäische Vertreter der Gattung Kastanien (Castanea) aus der Familie der Buchengewächse (Fagaceae). Die Edelkastanie ist ein sommergrüner Baum und bildet stärkereiche Nussfrüchte. In Süd- und Westeuropa wird sie wegen dieser essbaren Früchte und als Holzlieferant angebaut. Im 20. Jahrhundert gingen die Bestände durch den Befall mit dem Kastanienrindenkrebs stark zurück, erholten sich jedoch Ende des 20. Jahrhunderts wieder. Die Esskastanie wurde zum Baum des Jahres 2018 gewählt.
Die Ess-Kastanie – offiziell auch Edel-Kastanie genannt – bekam ihren deutschen Namen erst im 15. Jahrhundert. Er wurde damals vom lateinischen Baumnamen ‚castanea‘ entlehnt, den die Römer wiederum von den Griechen (‚kastana‘) übernommen hatten. Entstanden ist ihr Name aber sicherlich noch deutlich früher im antiken Kleinasien, vermutlich im damaligen Armenien, wo sie ‚kask‘ genannt wurde. Andere, heute noch vornehmlich in Süddeutschland und im Alpenraum gebräuchliche Namen wie Käste oder Keschde existierten bereits im frühen Mittelalter. Diese gehen ebenfalls auf den lateinischen Namen zurück, direkt übernommen von den römischen Besatzern, die dort – südlich des Limes – über mehrere Jahrhunderte hinweg die Kastanienkultur etabliert hatten.
Mit dieser etymologischen Herleitung ist im Grunde auch schon der zeitliche Verlauf ihrer Kulturgeschichte grob skizziert. Die Ess-Kastanie hat nach neueren genetischen Analysen während  der letzten Eiszeit in mindestens drei von einander isolierten Regionen „überwintert“, und zwar auf der Iberischen und Italischen Halbinsel, im südöstlichen Balkan und nordwestlichen Anatolien sowie im Gebiet südlich des Kaukasus. Dort, im nordöstlichen Teil Anatoliens, begann vermutlich die Kulturgeschichte der Ess-Kastanie. Später waren es dann die Griechen, die die Kultivierung und Veredelung der Ess-Kastanie weiterentwickelten und ihre Erfahrungen dann auch in ihren Kolonien im gesamten Mittelmeerraum verbreiteten. So kam das Knowhow auch ins aufstrebende Römische Reich und mit den Römern letztlich dann nach Mittel- und Westeuropa.

Steckbrief - Ess-Kastanie
 
Habitus: Im Freistand eher breitkronig, untere Äste meist auffallend stark; selten höher als 25 Meter, kann aber innerhalb eines Waldbestandes auch 35 Meter und mehr erreichen.
Blätter: Länglich lanzettlich, bis zu 25 cm lang, ledrig derb, grob gezähnt, glänzend grün mit deutlich hervortretenden Blattnerven; Austrieb im Mai, Herbstfärbung hellgelb.
Stamm: Oft drehwüchsig im Uhrzeigersinn von unten rechts nach oben links.
Rinde: Zunächst glatt, oliv- bis purpurbraun, später silbergrau; bildet mit zunehmendem Alter eine graue bis schwärzliche, tiefgefurchte Netzborke.
Blüte: Ab Mitte/Ende Juni blühen zunächst die rein männlichen, lang gestreckten, schräg aufrecht in Büscheln stehenden gelblichweißen Kätzchenblütenstände, die fast nur aus Staubblättern zu bestehen scheinen. Etwa eineinhalb Wochen später folgen am gleichen Baum zwittrige Blütenstände, wobei die recht unscheinbaren weiblichen Blütenstände an der Basis dieser Kätzchenblüten stehen. Die Bestäubung erfolgt vor allem durch den Wind, kann aber auch durch Käfer, Bienen und andere Insekten erfolgen. Beginn der Blüte im Alter von 20-30 Jahren.
Frucht: Braun glänzende Nussfrüchte mit einer weißlichen, seidig behaarten Spitze; meist zu dritt von dem kugeligen, sehr igel-stacheligen Fruchtbecher umhüllt, der erst bei Reife im Oktober in vier Klappen aufreißt.

Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung

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