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Naturschutz
 

Der Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Bei der Suche nach einem Nationalpark in Rheinland-Pfalz bestanden fünf Auswahlkriterien:

Am Kahlenberg bei Nonnweiler wird in einer Naturwaldzelle bereits seit vielen Jahren keine Waldbewirtschaftung mehr betrieben. Die Waldbestände (auf  Blockschutthalden) weisen daher bereits heute einen hohen Natürlichkeitsgrad auf
Am Kahlenberg bei Nonnweiler wird in einer Naturwaldzelle bereits seit vielen Jahren keine Waldbewirtschaftung mehr betrieben. Die Waldbestände (auf Blockschutthalden) weisen daher bereits heute einen hohen Natürlichkeitsgrad auf

Auswahlkriterien

• Die Fläche soll im Eigentum des Landes sein
• Das Gebiet soll 8000 bis 10.000 Hektar groß sein
• Auf 75 Prozent dieser Fläche soll sich die Natur frei entwickeln können
• Das Gebiet soll herausragende Bedeutung für den Biotopverbund besitzen
• Die Fläche soll weitgehend unzerschnitten sein.

Blick vom keltischen Ringwall auf den künftigen Nationalpark Hunsrück-Hochwald

Nachdem neben einigen anderen Gebieten in Rheinland-Pfalz auch die Hunsrück-Hochwald-Region als potenzieller Nationalpark zur Diskussion stand, hat das Saarland seine Bereitschaft erklärt, an der Einrichtung eines länderübergreifenden Großschutzgebietes mitzuwirken. Nicht zuletzt aufgrund der großen Unterstützung aus der Region, von Seiten des Landkreises Birkenfeld und der betroffenen Verbandsgemeinden auf rheinland-pfälzischer Seite sowie dem Naturpark-Trägerverein fiel die Entscheidung für die Einrichtung eines Nationalparks auf die Hunsrück-Hochwald-Region.


Die Natur Natur sein lassen: der Wald soll sich in Zukunft natürlich entwickeln können

Der saarländische Teil des länderüberschreitenden Nationalparks Hunsrück-Hochwald umfasst Waldgebiete von Eisen, die eine Fläche von knapp 1.000 Hektar einnehmen. Die Schutzwürdigkeit der Fläche dokumentiert sich nicht alleine in der Meldung als NATURA 2000-Gebiet (FFH- und Vogelschutzgebiet), sondern auch in der bereits vorhandenen Nutzungsstruktur. Fast ein Viertel der Fläche ist heute schon aus der regelmäßigen forstlichen Bewirtschaftung herausgenommen und teilweise als Naturschutzschutzgebiet  bzw. Naturwaldzelle nachhaltig geschützt.
Die wertgebenden Lebensgemeinschaften und Arten in dem Schutzgebiet sind insbesondere Hainsimsen-Buchenwälder, Schlucht- und Moorwälder, Fels- und Schutthaldenlebensgemeinschaften sowie Vogelarten wie Wespenbussard, Grau- und Schwarzspecht sowie Rauhfußkauz. Im Gebiet liegen zwei Naturwaldzellen (Dollberg, Kahlenberg) mit einer Fläche von ca. 110 ha sowie das Naturschutzgebiet Moosbruch mit knapp 17 ha. In diesen drei Gebieten ruht die Forstwirtschaft. Die übrigen Staatswaldflächen werden vom SaarForst Landesbetrieb bewirtschaftet. Im Rahmen der naturschutzkonformen Entwicklung des Gebietes ist geplant, die heute noch vorhandenen Nadelwaldbestände nach und nach in Laubwald- bzw. Laubmischwaldbestände zu überführen.

Im Rahmen einer umfassenden Bürgerbeteiligung und Mitwirkung von Vereinen und Verbänden gelang es beidseits der Grenze, eine sehr große Zustimmung für das Projekt zu schaffen. Fragen und Bedenken wurden bereits vor der offiziellen Entscheidung im Rahmen von Bürgerversammlungen, zum Beispiel auf saarländischer Seite in Nohfelden und Nonnweiler, sowie im Dialog mit Betroffenen (z.B. saarländischen Privatwaldbesitzern) behandelt


Kontakt

Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
Referat D/2
Dr. Andreas Bettinger
Arten- und Biotopschutz, Zentrum für Biodokumentation
Am Bergwerk Reden 11
66578 Schiffweiler
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-3450

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