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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Hygiene auf Volks- und Vereinsfesten: Verbraucherschutzminister Jost auf Kontrolle und Beratung – Informationsreihe zeigt Erfolge

Pressemitteilung vom 28.03.2018 - 15:15 Uhr

„Der Hygienestandard auf Volks- und Vereinsfesten hat sich deutlich gebessert. Das hängt meines Erachtens mit der Kontrolldichte und vor allem auch unserer aktiven Aufklärungsarbeit zusammen“, bilanziert Verbraucherschutzminister Reinhold Jost.
Im vergangenen Jahr wurden 1230 Feststände überprüft, 111 Verstöße wurden festgestellt. In insgesamt 36 Fällen wurden formelle Sanktionen verhängt – von der Verwarnung bis hin zur Einleitung eines Bußgeldverfahrens. In 75 Fällen waren Beanstandungen so geringfügig (etwa nicht funktionierende Handwaschbecken oder Kennzeichnungsmängel), dass sie lediglich eine Beratung bzw. Belehrung des Standbetreibers zur Folge hatten.
Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren 1091 Einzelstände kontrolliert worden. Dabei 101 Verstöße festgestellt: in 61 Fällen formelle Sanktionen, in 40 Fällen Belehrung.

„Sorgfältige Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln und die Einhaltung  lebensmittelrechtlicher Vorschriften sind gerade auf unseren beliebten Volks- und Vereinsfesten enorm wichtig. Damit den Saarländern die Festlaune nicht verdorben wird, setzen die Kontrolleure unseres Landesamts für Verbraucherschutz vor allem auf Vorbeugung statt auf Strafen“, so Minister Jost.

Dazu gehöre, dass nach Möglichkeit bereits während des Aufbaus der Stände kontrolliert werde. So könne gleich vor Ort auf Probleme hingewiesen werden und den Betreibern bleibe genügend Zeit, die Mängel abzustellen. Zu Festbeginn werde dann noch einmal überprüft, ob  die Auflagen erfüllt wurden.
„In diesem Zusammenhang sind es aber vor allem auch unsere Informationsveranstaltungen in allen Landkreisen, die nicht nur auf sehr großes Interesse der Vereine stoßen, sondern die offensichtlich auch Wirkung zeigen“, so der Minister.
Lebensmittelexperten des LAV, der Gesundheitsämter und Vertretern der Ehrenamtsbörsen im Saarland stellen im Rahmen dieser Veranstaltungsreihe die wichtigsten lebensmittel- und infektionsrechtlichen Mindeststandards für die Feste vor. Dabei können Unsicherheiten meist ausgeräumt werden.
Zusätzlich zu einem Hinweispapier mit Empfehlungen für die Einhaltung der Betriebs,- Produkt- und Personalhygiene in Checklistenform erhalten die Teilnehmer der Veranstaltungen kostenlos den Flyer des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz „Hygiene-Hinweise für Volks- und Vereinsfeste“.
In diesem Jahr startet die Reihe am 12. April:

Der Veranstaltungsüberblick:

12. April 2018 im Regionalverband Saarbrücken, Ruppertshofsaal in Auersmacher, Ruppertshofstraße 44, 66271 Kleinblittersdorf
26. April 2018 im Landkreis Saarlouis, großer Sitzungssaal im Landratsamt des Landkreises Saarlouis, Kaiser-Wilhelm-Straße 4-6, 66740 Saarlouis
03. Mai 2018 im Landkreis Merzig-Wadern, Sitzungssaal im Landratsamt in Merzig, Bahnhofstraße 44, 66663 Merzig  
17. Mai 2018 im Saarpfalzkreis, großer Sitzungssaal der Kreisstadt Homburg, Am Forum 5, 66424 Homburg
04. Juni 2018 im Landkreis St. Wendel, großer Sitzungssaal des Landkreises St. Wendel, Mommstraße 25a, 66606 St. Wendel
13. Juni 2018 im Landkreis Neunkirchen, Sitzungssaal im Landratsamt Neunkirchen, Saarbrücker Straße 1, 66538 Neunkirchen


Daten und Fakten zu Hygienekontrollen in Betrieben 2017: 

Ende des Jahres 2017 waren in der Datenbank Balvi IP insgesamt 13.413 saarländische Betriebe erfasst, die an der Erzeugung, Herstellung und Vermarktung von Lebensmitteln beteiligt sind.
Bei den Betriebskontrollen werden schwerpunktmäßig die hygienischen Bedingungen in Bezug auf Produkt-, Betriebs- und Personalhygiene überprüft und entsprechende Proben entnommen.

Probenahmen:

Im Jahr 2017 wurden insgesamt 4803 Proben entnommen.

Betriebskontrollen:

Im Jahr 2017 hat das Kontrollpersonal des LAV insgesamt 10.829 Kontrollbesuche in saarländischen Betrieben durchgeführt.
Bei den Betriebskontrollen werden neben hygienischen Bedingungen auch sonstige lebensmittelrechtliche Vorschriften überprüft. Auch die Wirksamkeit betrieblicher Eigenkontrollen wird auf den Prüfstand gestellt. Ein Kontrollschwerpunkt ist insbesondere die Beschaffenheit und Ausstattung der Betriebsräume, Maschinen, Anlagen und Arbeitsgeräte. Es werden also Betriebs-, Produkt- und Personalhygiene kontrolliert.
Es wurden hauptsächlich folgende Mängel festgestellt:

  • Hygiene allgemein, Ausstattung der Räume und Geräte, Hygiene des Personals (868 Verstöße)
  • Betriebliche Eigenkontrolle und/oder Schulung der Mitarbeiter (542 Verstöße)
  • Kennzeichnung von Lebensmitteln, Warenpräsentation, Aufmachung (290 Verstöße)
  • Andere Mängel: Nichteinhaltung weiterer lebensmittelrechtlicher Vorschriften (z.B. Rückverfolgbarkeit) (38 Verstöße)


Repressive Maßnahmen:

In 2017 wurden in 1265 Betrieben Verstöße festgestellt, die zu formellen behördlichen Maßnahmen geführt haben:

Formelle Maßnahmen:

  • Bearbeitete Strafverfahren                                                                               43
  • Ordnungsverfahren                                                                                          246
  • Verwarnungen mit Verwarngeld (5,- bis 35,- Euro)                                          558
  • Beanstandungen mit Abgabe an andere Behörden                                            197
  • Betriebsschließungen (auch Teilschließungen)                                                   13

Vernichtung von Lebensmitteln/Bedarfsgegenständen:

  • Fleisch- und Fleischerzeugnisse                                                                       200 kg
  • Kichererbsen / Falafelprodukte                                                                       4000 kg
  • Türkische Pizzen                                                                                             50 kg                                                                                   
  • Bedarfsgegenstände (Küchengerätschaften)                                                     80 Stück

Erkrankungsfälle:
Im Jahr 2017 wurden 25 Erkrankungsfälle (von einzelnen oder mehreren Personen) gemeldet, die von den Betroffenen auf den Genuss von Lebensmitteln zurückgeführt wurden.