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Vorsicht geboten: Brutzeit der Waldtiere hat begonnen

16.04.2018
Wildkaninchen Foto: Fotolia #158385646
Wildkaninchen Foto: Fotolia #158385646

Es kreucht und fleucht wieder im Wald. Vom April bis Juli werfen (gebären) die meisten Wildtiere ihre Jungen. Dass sie dabei möglichst wenig gestört werden wollen, ist nachvollziehbar - aber leider nicht immer selbstverständlich.
Zieht es einen in den Frühlingstagen in den Wald, betritt man die Lebensräume der Wildtiere. Die freilebenden Tiere sind das ganze Jahr über auf  Rücksicht angewiesen, ganz besonders aber jetzt im Frühjahr. Denn zurzeit wird der Nachwuchs geboren und aufgezogen.
Spaziergänger, Reiter und Mountain-Biker sollten die Wege nicht verlassen.  Auf Waldwegen müssen Hunde innerhalb des „Einwirkungsbereichs” des Herrchens bleiben. Sie dürfen nur von der Leine gelassen werden, wenn sie auf Zuruf oder Zupfiff in der Nähe des Herrchens bleiben. Es ist auch nicht statthaft, wenn Hunde neben einem Pferd herlaufen. In dem Moment sind sie nicht mehr im Einwirkungs-bereich des Reiters. Während junges Wild für den Spaziergänger nicht zu erkennen sei, spüren freilaufende Hunde die schutz- und wehrlosen Jungtiere schnell auf. Ver-treibt der Hund brütende Vögel, besteht wiederum die Gefahr, dass die Eier im Gelege auskühlen oder von anderen Tieren zerstört werden.

Damit sich die Tiere nicht gestört oder gar bedroht fühlen, ist es wichtig, bei einem Aufenthalt im Wald einige Verhaltensregeln zu beachten, denn in der Aufzuchtzeit reagieren Tiere sensibel auf Störungen, im Extremfall verlassen sie sogar ihren Nachwuchs. Wildschweinmütter können auch sehr aggressiv auf Hunde reagieren, wenn sie ihren Nachwuchs bedroht sehen. Zurückhaltung ist auch gefragt, wenn man ein Jungtier findet. Am besten entfernt man sich zügig, ohne es anzufassen. Denn erst durch Menschengeruch werden Jungtiere wirklich zu Waisen. Meist ist der Nachwuchs nur scheinbar verlassen: Die Eltern halten sich in der Nähe auf und kehren zurück, sobald der Mensch weg ist. Finder sollten im Zweifelsfall einen ortsan-sässigen Jäger kontaktieren, der den Zustand des Tieres einschätzen kann.

Je nach Sachlage können Zuwiderhandlungen gegen die genannten Verhaltensregeln in der Brut- und Setzzeit Verstöße gegen das Tierschutz- und Jagdrecht darstellen und sogar als Straftat rechtlich geahndet werden.