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Saarforst Landesbetrieb
 

Pfadfinder Hassel bepflanzen in Kooperation mit dem SaarForst Landesbetrieb eine Blöße im Stadtwald St. Ingbert

08.03.2018
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen
Illustration: Franz Eugen Köhler, Köhler's Medizinal-Pflanzen

Letzten Sommer entstanden am Kahlenberg Blößen, nachdem Fichtenbestände durch Trockenheit und Käferfraß abgestorben waren. Während kleinere Flächen der natürlichen Entwicklung überlassen werden, soll die ausgedehnteste, ca. 5.000 m² große Fläche gegenüber der Autobahnausfahrt mit 650 Trauben-Eichen und 250 Winter-Linden bepflanzt werden. Über den Hasseler Pfadfinder und SaarForst-Anwärter Tobias Schlicker kam die Idee auf, diese Chance zur Umweltbildung zu nutzen, indem die Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene vom Pfadfinderstamm Hassel selbst Hand anlegen. So lernten Sie die Wald und Forstwirtschaft näher kennen.  „Hier werden globale Themen wie Klimawandel auch in Hassel greifbar: Durch vermehrte Trockenphasen starben die Fichten ab und nun müssen Baumarten her, die auch in 150 Jahren bei einem ungewissen Klima bestehen können“, betont Schlicker.
Die gesamte Maßnahme ist in eine naturnahe Waldwirtschaft eingebettet. Seit nunmehr genau 30 Jahren wurde diese im Saarland flächig eingeführt. In dieser Form der Forstwirtschaft stellen Pflanzungen eher eine Ausnahme dar: Gewünscht ist in der Regel Naturverjüngung, d.h. Bäumchen, die sich ohne menschliches Zutun ansamen. Dadurch soll ein stabilerer Wald wachsen, aber auch Kosten gespart werden.
Dennoch kommt es durch Ereignisse wie Trockenheit oder Sturm zu Situationen, bei denen eine Pflanzung eine schnelle Wiederbewaldung garantiert. Durch eine „klumpenweise“ Ausbringung der Bäume bleiben trotzdem noch Freiräume für natürliche Entwicklungen. Dabei werden in diesem Fall 30 Pflanzen auf einer runden Fläche ausgebracht, jeweils im Abstand von einem Meter. Zwischen zwei Flächen (Klumpen) bleibt ein freier Abstand von ca. 6 m. Aus jedem Klumpen soll später einmal ein Wertholzbaum gefördert werden.
Als Hauptbaumart wurde die Trauben-Eiche gewählt, da sie an diesen Standort gut angepasst ist: Sie braucht viel Licht und kommt mit dem trockeneren Sandboden zurecht – voraussichtlich auch noch in 100 Jahren bei veränderten Klimabedingungen. Umrahmt werden sie von Winter-Linden, welche in der Jugend ein zu starkes Astwachstum im Stammbereich verhindern.
Vorab wurde durch einen Unternehmer ein Zaun um die Fläche gebaut. Nötig war dies um die Pflanzen vor Wildverbiss zu schützen. Insbesondere die hohe Rehpopulation hätte sonst das Aufwachsen der Bäume dauerhaft verhindern können.
Die Maßnahme findet im Revier St. Ingbert Süd statt, wo Revierleiter Michael Weber neben Staatswald auch das 400 ha große Waldeigentum der Stadt St. Ingbert bewirtschaftet.