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Energie
 

Energiewende

1. Was ist die Energiewende?

Energiewende ist die Realisierung einer nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit Effizienztechnologien und Erneuerbaren Energien. Zum einen soll der Ausstieg aus der Kernkraftenergie kompensiert werden. Zum zweiten mindert die Energiewende gleichzeitig die Importabhängigkeit Deutschlands von Öl und Gas. Drittens werden der Ausstoß an CO2 zunehmend durch den Ersatz fossiler Brennstoffe deutlich verringert und damit wesentliche und notwendige Beiträge zum Klimaschutz generiert. Auf Dauer ist die Energiewende auch kostengünstiger. So kostet die Herstellung von Windstrom heute bereits weniger als 9 Ct/kWh, wogegen die Stromerzeugung aus neuen Kernkraftwerken z.B. in Großbritannien oder Finnland mit 11 – 13 Ct/ kWh veranschlagt wird.

2. Was bedeuten die Erneuerbaren Energien für die Energiewende?

Neben der Steigerung der Energieeffizienz ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien die wichtigste Säule der Energiewende. Bis zum Jahr 2025 sollen 40 bis 45 Prozent des Stroms in Deutschland aus Erneuerbaren Energien produziert werden, bis zum Jahr 2035 sollen es sogar 55 bis 60 Prozent sein.

3. Welche Bedeutung hat die Windkraft für die saarländische Energiewende?

Die saarländische Landesregierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag das Ziel gesetzt, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch auf 20 Prozent (aktuell unter 10 Prozent) zu erhöhen. Die Expertenforen des saarländischen Energiebeirates sehen in der Windkraft und der Sonnenenergie die Hauptsäulen für die saarländische Energiewende (vgl.Themenpapier "Ausbau Erneuerbare Energien und Speicher" http://www.saarland.de/108323.htm). Ende 2013 waren im Saarland rund 150 MW Windenergieanlagen installiert. Für das Ausbauziel werden bis 2020 bis zu 600 MW gebraucht. Auch aus Netzausbaugründen ist es sinnvoll, nicht nur in Norddeutschland Windkraftanlagen zu errichten, sondern auch möglichst nahe an den Verbrauchsschwerpunkten wie dem Saarland mit seiner energieintensiven Industrie und hoher Bevölkerungsdichte. Auch lassen sich so regionale Schwankungen besser ausgleichen.
Die zweite Säule im Ausbau der regenerativen Stromerzeugung im Saarland stellt mit rund 360 MW Leistungsspitze (Ende 2013) die Solarenergie dar. Sie ergänzt sich recht gut mit der Windenergie, da an guten Sonnentagen in der Regel wenig Wind weht und umgekehrt.
Demgegenüber können Wasserkraft mit 17 MW installierter Leistung und einem Potenzial von rund 1 MW sowie Biomasse mit 10 MW gebauten Anlagen und einem mittelfristigen Ausbaupotenzial von weiteren 10 MW nicht das Rückgrat der Erneuerbaren Stromerzeugung im Saarland werden.
Geothermie hat im Saarland voraussichtlich keine Chance. Eine vom Land in 2011 in Auftrag gegebene Studie hat gezeigt, dass im Gegensatz zu wärmeren Untergründen (etwa im Oberrheingraben) im Saarland rund 1000 Meter tiefer gebohrt werden müsste. Das wäre für ein 5 MW Geothermiekraftwerk mit zusätzlichen Kosten von rund 10 Mio. Euro verbunden und macht eine solche Anlage unwirtschaftlich. Selbst an den besten Standorten in Deutschland wird für Tiefengeothermiestrom eine Förderung von 25 Cent/kWh benötigt, wohingegen Solarstrom lediglich mit 10 bis 13 Cent/kWh und Windstrom mit knapp 9 Cent/kWh vergütet werden muss, damit entsprechende Anlagen wirtschaftlich betrieben werden können. Das ist ein wichtiger Aspekt, weil die Energiewende für alle bezahlbar bleiben muss.
Neben dem Ausbau der erneuerbaren Energien wird für eine gelingende Energiewende im Strombereich ein Mix aus vielen weiteren Instrumenten gebraucht. Dazu gehören vor allem Maßnahmen für mehr Energieeffizienz, die Flexibilisierung der Stromnachfrage, Fortschritte bei den Speichertechnologien und ein funktionierender Emissionshandel.