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Impulse für den Mittelstand
 

Industriepolitik: Ein roter Faden für das Saarland von morgen

13.05.2016
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger empfing Bundesminister Sigmar Gabriel im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Dort stellte sie die Leitlinien für die zukünftige Industriepolitik des Saarlandes vor. Foto: © MWAEV
Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger empfing Bundesminister Sigmar Gabriel im Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Dort stellte sie die Leitlinien für die zukünftige Industriepolitik des Saarlandes vor. Foto: © MWAEV

Beim zweiten saarländischen Industriekongress im Weltkulturerbe Völklinger Hütte präsentierte Anke Rehlinger, Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, den Fahrplan für die künftige Industriepolitik des Saarlandes. Die Voraussetzung dafür hatte sie im Dialog mit Unternehmen, Verbänden, Wissenschaft und Beschäftigten geschaffen. „Unsere neuen Leitlinien sind ein roter Faden für das Saarland von morgen“, sagte die Ministerin vor rund 500 Gästen. „Die Industrie ist die Lebensader unserer Wirtschaft. Sie steht für 27 Milliarden Euro Umsatz und 94.500 Beschäftigte. Mit unseren Leitlinien können wir zu den Gewinnern der Digitalisierung werden“, so die Ministerin.

Als Gastredner betonte Sigmar Gabriel, Bundesminister für Wirtschaft und Energie: „Stahl gilt als ein bisschen altbacken, und natürlich ist der Werkstoff selbst Jahrtausende alt, aber die deutsche Stahlindustrie ist hochmodern, hochinnovativ und in hohem Maße entscheidend für unsere wirtschaftliche Zukunft. Auf Stahl bauen wir unsere Energiewende, mit den weltweit saubersten Stahlwerken setzen wir Maßstäbe. Wenn europäische Werke schließen, dann ist das eine Niederlage für den Standort EU, aber auch eine Niederlage für das Klima. Dagegen müssen wir uns genauso einsetzen, wie gegen einen unfairen Wettbewerb mit staatlich subventionierten Exporten. Mit der Initiative ‚Saarland Industrieland‘ stellt sich die saarländische Landesregierung hinter unsere Stahlindustrie. Jetzt muss auch Europa entschlossen und selbstbewusst für sie kämpfen. Das wäre eine Anknüpfung an die Idee, mit der Europa vor mehr als 60 Jahren gestartet ist, mit einer Kooperation bei Kohle und Stahl. Es wäre eine Neubelebung der Montanunion in schwierigen Zeiten.“

Auto und Stahl: Schlüsselbranchen auf Erfolgskurs halten

Um die Rolle des Saarlandes als drittgrößter Automobilstandort in Deutschland zu halten und auszubauen, strebt die Ministerin künftig eine engere Verzahnung von Forschung und Produktion an: „Die Ergebnisse aus den Leuchttürmen der Wissenschaft müssen auf den Hallenboden der Unternehmen.“. Dafür werde beispielsweise der Dialog zwischen Wirtschaft und Wissenschaft intensiviert und in einem Forum „Industrie und Wissenschaft“ verstetigt. Ziel sei es, wesentliche Komponenten für das „Auto der Zukunft“ im Saarland produzieren zu lassen. „An uns darf auch morgen kein Weg vorbei führen, wenn es darum geht, die Technik und die Teile für die Mobilität der nächsten Generation zu entwickeln und zu verbauen.“

Als weiteren Schwerpunkt der industriepolitischen Leitlinien verwies die Ministerin auf die Stahlbranche. Die saarländischen Stahlunternehmen seien zwar sehr gut aufgestellt. Allerdings setzten die anstehende Reform des EU-Emissionshandels, Billig-Importe aus China und wachsende Strom- und Energiekosten die Stahlkocher unter Druck. „In einer ‚Allianz für Stahl‘ haben wir uns frühzeitig mit anderen Stahlbundesländern verbündet. Jetzt werden wir den Druck auf Brüssel gemeinsam weiter erhöhen“, sagte Wirtschaftsministerin Rehlinger.

Bei Fragen der Energiepolitik könne man Ökonomie und Ökologie nicht voneinander getrennt betrachten. Im Saarland habe man deswegen den „Energiebeirat Saar“ ins Leben gerufen, um mit den Akteuren der Energiewirtschaft zeitgleich am Erfolg der Energiewende und an der Wettbewerbsfähigkeit der Saar-Wirtschaft zu arbeiten. „Als nächsten Schritt werden wir jetzt im Saarland eine Energieeffizienz-Strategie erarbeiten“, so die Ministerin. Diese biete die Grundlage, um Unternehmensstandorte zu sichern und gleichzeitig Wachstumspotenziale für neue Produkte und Dienstleistungen im Bereich der Energieeffizienz zu entwickeln und zu nutzen.

Digitalisierung, die Wachstumsimpulse setzt

Ein weiterer Schwerpunkt der neuen Industriestrategie des Saarlandes liegt in der konsequenten Nutzung neuer Trends und Forschungsergebnisse. Dafür müsse der saarländische Mittelstand mit den richtigen Finanzierungsinstrumenten gewappnet und auf Themen wie Cybersicherheit vorbereitet werden. „Ich verstehe mich als Partner der kleinen und mittleren Unternehmen bei der Umsetzung der digitalen Transformation“, sagte Wirtschaftsministerin Rehlinger. Dazu gehöre es, das Wissen aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen schneller in die Unternehmen zu bringen. Insbesondere das Thema Industrie 4.0 sei weit fortgeschritten. Mit „Power4Production“ (P4P) könne man ein saarländisches Kompetenzzentrum anbieten, das der ideale Ort für Unternehmen rund um alle Fragen der „4. Industriellen Revolution“ sei.

Eine Arbeitswelt, die den Menschen im Blick hat

Ein starker Industriestandort braucht gut ausgebildete Fachkräfte. Dafür wird eine Offensive für Weiterbildung und Qualifizierung gestartet. Mit Angeboten zur digitalen Bildung über alle Lebensphasen hinweg werden die Beschäftigten auf dem Weg der Digitalisierung künftig begleitet. Rehlinger: „Die Digitalisierung der Industrie ist kein Selbstzweck. Bei allen Herausforderungen muss der Mensch im Mittelpunkt stehen.“ Dafür werde der „Bund Neue Arbeitswelt Saar“ gegründet. Er hat die Aufgabe, gemeinsam mit Sozialpartnern und Wissenschaft, Risiken und Chancen in einer digitalisierten Industrie zu beleuchten und bei der Gestaltung der Arbeitswelt von morgen zu helfen.

Stärker in den Blick rücken weiter auch die Arbeitsbedingungen für ältere Beschäftigte. Man werde die Unternehmen stärker motivieren, alternsgerechte und generationenübergreifende Arbeitsbedingungen zu schaffen. „Wer heute schon vorbildlich ist, der soll auch ausgezeichnet werden und Anderen als Vorbild dienen“, so Wirtschaftsministerin Rehlinger abschließend.

Imagevideo: "Wie wir mit Industrie Zukunft gewinnen."

Imagevideo: "Wie wir mit Industrie Zukunft gewinnen."

Das Saarland ist ein Industrieland – und das wollen wir auch bleiben! Die Industrie gehört zum Gesicht des Saarlandes. Wir wollen mit diesem Video zeigen, dass das Saarland nicht nur ein Land der Wanderer und Gourmets, sondern ein starker Industrie- und Wirtschaftsstandort mit einer vielfältigen Forschungslandschaft ist.