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Impulse für den Mittelstand
 

Saarwirtschaft trotzt schwierigem Umfeld

26.09.2016
Um die heimische Stahlindustrie vor Konkurrenz durch Billig-Importe schützen zu können, brauche es eine Reform der EU-Handelsschutzinstrumente, so Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Foto: © Uwe Bellhäuser
Um die heimische Stahlindustrie vor Konkurrenz durch Billig-Importe schützen zu können, brauche es eine Reform der EU-Handelsschutzinstrumente, so Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Foto: © Uwe Bellhäuser

Im ersten Halbjahr 2016 ist die saarländische Wirtschaft preisbereinigt um 1,5 Prozent gewachsen. Das geht aus der neuesten Statistik hervor. Die saarländische Exportabhängigkeit und die Tiefpreise bei Stahlprodukten auf dem globalen Markt haben das insgesamt robuste Wachstum gedämpft.

Aufgrund der weltweiten Überkapazitäten mit subventioniertem Stahl aus China brachen die Aufträge in der saarländischen Stahlindustrie insgesamt um rund 8 Prozent ein. „Die Billig-Importe setzen unsere Stahlunternehmen enorm unter Druck. Dagegen braucht es eine europäische Antwort. Wir brauchen endlich eine Reform der EU-Handelsschutzinstrumente. Schutzmaßnahmen müssen schneller und wirkungsvoller durchgeführt werden“, sagt Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger. Sie drängt angesichts der Entwicklung auf schärfere Instrumente zum Schutz der heimischen Stahlindustrie. Dem schwierigen Umfeld zum Trotz konnte die Stahlindustrie dennoch ein Plus von 1,7 Prozent bei der Produktion und ein Plus von 1,4 Prozent beim Umsatz erzielen.

„Für das positive Wachstum in der Saarindustrie haben die Kfz-Hersteller und -zulieferer gesorgt“, betont die Ministerin. Sie steigerten im ersten Halbjahr ihre Produktion um 4,8 Prozent und ihre Umsätze um 5,4 Prozent.

Angesichts der traditionell hohen Exportabhängigkeit des Saarlandes müsse jetzt auch schnell eine Lösung für die Ausgestaltung der künftigen Handelsbeziehungen zwischen der Europäischen Union und Großbritannien gefunden werden. „Großbritannien ist der wichtigste Exportmarkt der Saarwirtschaft. Nach dem Brexit ist die saarländische Wirtschaft verunsichert. Wir brauchen zügig einen Fahrplan. Er muss unseren Unternehmen eine verlässliche Grundlage bieten“, sagt Wirtschaftsministerin Rehlinger. Die anhaltende Unklarheit wirke sich derzeit bremsend auf die Saarwirtschaft aus.