Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche

Herausgeber des Portals:

Themenportale
 

Evangelische Religion

Materialien und Hinweise zur Umsetzung des Kernlehrplans Gemeinschaftsschule

Mit Beginn des Schuljahres 2012/13 werden die Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen schrittweise in Gemeinschaftsschulen umgewandelt. Ab diesem Schuljahr wird daher - beginnend mit der Klassenstufe 5 - der neue Kernlehrplan für das Fach Evangelische Religion an Gemeinschaftsschulen gültig. Er unterscheidet sich kaum von dem im Jahr 2011 in Kraft getretenen kompetenzorientierten Lehrplan für die Erweiterten Realschulen und Gesamtschulen.

Die Hinweise und Materialien liegen auch in gedruckter Form als Handreichung (s. Download rechts) vor. Sie kann in den religionspädagogischen Zentren (RPZ St. Ingbert, Schulreferat Heusweiler) kostenlos entliehen werden.

Die Aufgaben der Fachkonferenz

siehe Download rechts

Der Fachkonferenz Evangelische Religion einer jeden Schule kommt beim kompetenzorientierten Unterricht eine wichtige Aufgabe zu. Sie legt Inhalte und Unterrichtseinheiten sowie deren zeitliche Anordnung innerhalb der Klassenstufen fest und erarbeitet kompetenzorientierte Jahrespläne für alle Jahrgangsstufen. So kommt den Fachkonferenzen noch stärker als bisher die Aufgabe zu, gemeinsame Konzepte zur Entwicklung der Kompetenzen zu vereinbaren und ihre Umsetzung im Unterricht abzustimmen.
Die schuleigenen Jahrespläne sind nicht für alle Schulen identisch, da soziokulturelle Voraussetzungen der Lerngruppen unterschiedlich sind. Insofern können unterschiedliche prozessorientierten Kompetenzen angebahnt werden. Um sicherzustellen, dass alle im Kernlehrplan für die Doppeljahrgänge vorgesehenen Kompetenzen auch angebahnt und möglichst erreicht werden, ist es nötig, dass die Fachkonferenz ggf bereits bestehende Jahrespläne und Unterrichtsreihen daraufhin überprüft, ob sie die inhaltsorientierten und prozessorientierten Kompetenzen des Kernlehrplans umfassend berücksichtigen.
Wo die Fachkonferenz Evangelische Religion nur aus einer oder zwei Personen besteht, ist eine Kooperation mit der Fachkonferenz der Nachbarschule bei der Erstellung eines Jahresplans u. U. sinnvoll. Auf die Angebote der Beratung durch den/die Landesfachberater/in sowie die religionspädagogischen Stellen der Kirchen (Evangelisches Schulreferat Heusweiler, Religionspädagogisches Zentrum St. Ingbert) sei in diesem Zusammenhang ebenfalls verwiesen.


1 Was heißt Kompetenzorientierung im Evangelischen Religionsunterricht?

siehe Download 1.1 bis 1.3: Dimensionen, prozessorientierte Kompetenzen und Strukturmodell des Kernlehrplans

Kompetenzorientiertes Unterrichten ist keine völlig neue Welt des pädagogischen Arbeitens. Und doch ändert sich die Sichtweise des Unterrichtenden auf das, was früher der Unterrichtsgegenstand genannt wurde. Die Kompetenzorientierung nimmt den Schüler stärker mit in den Blick. Dessen Vorwissen, der Grad seiner Bereitschaft sich mit Neuem auseinanderzusetzen und die äußeren Bedingungen des Lernprozesses fließen nun stärker in die Unterrichtsplanung ein. Kompetenzorientierte Lehr- und Jahrespläne fassen zusammen, welche neuen Fähigkeiten die Schülerinnen und Schüler am Ende einer Unterrichtsreihe, eines Doppeljahrganges und am Ende ihrer Schulzeit erworben haben sollen und wie sie diese zeigen können.
Dabei sind – auch und gerade im Evangelischen Religionsunterricht – die Inhalte nicht unwichtig geworden. Die anzubahnenden Kompetenzen sind nicht nur prozessualer, sondern auch inhaltlicher Natur. Die inhaltsorientierten Kompetenzen, die den sieben Dimensionen (s. Download 1.1) des Evangelischen Religionsunterrichts zugeordnet sind, werden ebenso wie die prozessorientierten Kompetenzen (s. Download 1.2) im Unterricht angebahnt. In der Unterrichtsgestaltung gibt der Kernlehrplan der Lehrperson sehr viel Freiheit für die Wahl ihrer Unterrichtsschwerpunkte. Anzahl, Größe, Gestaltung der Unterrichtsreihen und deren Bindung an eine Klassenstufe legt er in die Entscheidung der Fachkonferenzen. Diese hat nun die Möglichkeit, aber auch die Verpflichtung, die Lerngruppen und die schulischen Rahmenbedingungen in den Blick zu nehmen und einen für den Unterricht verpflichtenden Arbeitsplan zu erstellen.


2 Zwei Wege zu einer kompetenzorientierten Unterrichtsreihe

Bei der Erarbeitung der Unterrichtsschwerpunkte und Unterrichtsreihen bietet der Kernlehrplan zwei mögliche Zugänge. Die Planung kann entweder bei den Dimensionen oder bei den prozessorientierten Kompetenzen beginnen.

2.1 Erster Weg: Zugänge über die Dimensionen

siehe Download 2.1 und 2.3 bis 2.5

Wird die Unterrichtsreihen thematisch konzipiert, setzt die Planung mit der Auswahl der Dimensionen sowie den inhaltsbezogenen Kompetenzen ein.
In der Kompetenzmatrix sind die sieben Dimensionen (Gott, Schöpfung und Verantwortung, Jesus Christus, Bibel, Mensch, Kirche sowie Religionen und Weltanschauungen) senkrecht untereinander aufgelistet. Sind die Dimension und die inhaltsorientierten Kompetenzen (s. Kernlehrplan S. 14 ff.) ausgewählt, die vorrangig Schwerpunkt des Unterrichts werden sollen, werden anschließend die prozessorientierten Kompetenzen formuliert.
Diesen Weg der Erarbeitung einer Unterrichtsreihe wird am Beispiel einer Unterrichtsreihe „Evangelisch-katholisch“ (Klasse 5) gezeigt (s. Download 2.1).
Für die Auswahl von Dimensionen und Kompetenzen eignet sich eine leere Kompetenzmatrix zum Selbstausfüllen (s. Download 2.3 bis 2.5).

Bei der Erarbeitung einer Unterrichtsreihe ist es unter Umständen nötig, die prozessorientierten Kompetenzformulierungen der Unterrichtsreihe anzupassen. So kann z.B. kann die Kompetenzformulierung IV,3 „sich bei Begegnungen anderer Religionen und Weltanschauungen angemessen verhalten sowie nach gemeinsamen Handlungsmustern suchen“ neu formuliert werden, wenn der Unterricht nicht das Verhältnis von Religionen zueinander, sondern das der großen Kirchen zu den Sondergemeinschaften thematisiert wird. Sie könnte dann lauten: „sich bei Begegnungen mit Angehörigen von Sondergemeinschaften vorurteilsfrei verhalten sowie nach Gemeinsamkeiten suchen“ Dies ist deshalb nötig, um sicher zu stellen, dass in der Summe aller Unterrichtsreihen eines Doppeljahrganges nicht einzelne Kompetenzen zu Lasten anderer über Gebühr betont werden, z.B. K I (Kognition) zu Lasten K III (Religiöses Ausdrucksverhalten).


2.2 Zweiter Weg: Zugänge über die prozessorientierten Kompetenzen

siehe Download 2.2 bis 2.5

Diese Methode der Unterrichtsplanung setzt mit den prozessorientierten Kompetenzen ein. Erst in einem zweiten Schritt werden die Dimensionen und die inhaltsorientierten Kompetenzen und schließlich die Unterrichtsbausteine ausgesucht.
Die prozessorientierten Kompetenzen (Kognition - Theologische Sachkompetenz (K I), Perzeption – Religiöse und theologische Sensibilität  (K II), Performanz – Religiöses Ausdrucksverhalten (K III), Interaktion – Dialogfähigkeit (K IV) sowie Partizipation – Verantwortliche Lebensgestaltung (K V) finden sich in der Kompetenzmatrix in der waagerechten Reihe oben.
Diese Vorgehensweise bietet die Möglichkeit, zunächst die Frage zu beantworten, welche prozessorientierten Kompetenzen gefördert werden sollen. Wird z.B. ein Schulgottesdienst erarbeitet, wird vorwiegend die Kompetenzen aus dem Bereich K III (Performanz – Religiöses Ausdrucksverhalten) gestärkt. Sie kann mit einer oder mehreren frei wählbaren Dimensionen gepaart werden, die durch ein Gottesdienstthema bestimmt werden. Diese werden zusammen mit den inhaltsorientierten Kompetenzen, die sich nach dem Jahresplan richten, in einem zweiten Schritt festgelegt.
Ein solches Vorgehen ist auch für andere Unterrichtsreihen möglich. So können bei einer Unterrichtsreihe „Umgang mit Abschied und Trauer“ zunächst die prozessorientierten Kompetenzen festgelegt werden (z.B. aus K II, Perzeption – Religiöse und theologische Sensibilität), um danach die Dimensionen mit den inhaltsorientierten Kompetenzen und schließlich die Unterrichtsbausteine festzulegen.
Diese Vorgehensweise wird beispielhaft an einer Unterrichtsreihe „Evangelisch-katholisch“ für die Klassenstufe 5 (s. Download 2.2) dargestellt. Für die Planung dieses Unterrichts eignet sich eine leere Kompetenzmatrix zum Selbstausfüllen (s. Download 2.3 bis 2.5).

Bei der Erarbeitung einer Unterrichtsreihe ist es unter Umständen nötig, die Kompetenzformulierungen der Unterrichtsreihe zu verändern. Eine solche Anpassung an die Lernsituation und die Unterrichtsreihe ist gewollt und gilt sowohl für die prozessbezogenen als auch die inhaltsorientierten Kompetenzen. So kann z.B. kann die Kompetenzformulierung IV,3 „sich bei Begegnungen anderer Religionen und Weltanschauungen angemessen verhalten sowie nach gemeinsamen Handlungsmustern suchen“ neu formuliert werden, wenn der Unterricht nicht das Verhältnis von Religionen zueinander, sondern das der großen Kirchen zu den Sondergemeinschaften thematisiert wird. Sie könnte dann lauten: „sich bei Begegnungen mit Angehörigen von Sondergemeinschaften vorurteilsfrei verhalten sowie nach Gemeinsamkeiten suchen“. Es ist allerdings sicherzustellen, dass in der Summe aller Unterrichtsreihen eines Doppeljahrganges nicht einzelne Kompetenzen zu Lasten anderer über Gebühr betont werden, z.B. K I (Kognition) zu Lasten K III (Religiöses Ausdrucksverhalten).


3 Beispiele für kompetenzorientierte Unterrichtsreihen

siehe Download 3: Vorschläge für kompetenzorientierte Unterrichtsreihen und Matrix zur Vorbereitung

Die Lehrplankommission hat beispielhaft an acht Unterrichtsreihen (s. Download 3) verdeutlicht, welche Dimensionen und Kompetenzen für bestimmte Unterrichtsschwerpunkte ausgewählt werden können. Diese sind Beispiele, wie der Kernlehrplan in eine Unterrichtsreihe umgesetzt werden können.

Erläuterungen zu den Darstellungen der Unterrichtsreihen
In Spalte 1 und 2 finden sich die prozessorientierten Kompetenzen, in Spalte 4 und 5 die Dimensionen und die dazugehörigen inhaltsbezogenen Kompetenzen. Die Unterrichtsreihe ist in der mittleren Spalte dargestellt.
Die Darstellung der Kompetenzen und Dimensionen (Spalten 1 und 2 sowie 4 und 5) richtet sich nicht nach dem Ablauf des Unterrichts (Spalte 3). Sie sind vielmehr in der Reihenfolge aufgelistet, die im Kernlehrplan gewählt worden ist.

 Zur Erarbeitung einer kompetenzorientierten Unterrichtsreihe kann die Matrix zur Vorbereitung einer Unterrichtsreihe (s. Download 3.1 und 3.2) hilfreich sein.


4 Die Jahrespläne für den evangelischen Religionsunterricht

siehe Download 4.1 bis 4.9: Beispiele und Kopiervorlagen

Einerseits schreibt der Kernlehrplan die zu erreichenden Kompetenzen vor, anderseits lässt er den Schulen den nötigen Freiraum, bei der Umsetzung die Rahmenbedingungen vor Ort zu berücksichtigen und eigene Schwerpunkte zu setzen.
Eine Jahresplanung besteht aus mehreren Unterrichtsreihen. Für die Erstellung eines Jahresplans schlägt die Lehrplankommission folgende Vorgehensweise vor:
1. Schritt: Welche (prozessorientierten oder inhaltsbezogenen) Kompetenzen will die Fachkonferenz erreichen?
2. Schritt: Welche Dimensionen nimmt sie dazu zur Hilfe?
3. Schritt: Welchen Schwerpunkt setzt sie innerhalb dieser Dimensionen?
Aus den Schritten 1 bis 3 ergibt sich eine Unterrichtsreihe. Die Summe der Unterrichtsreihen eines Schuljahres bildet die Jahresplanung.

Um den Fachkonferenzen bei der Erstellung schuleigener Jahrespläne zu helfen, hat die Lehrplankommission beispielhafte Jahresplanungen für den kompetenzorientierten Unterricht in der Gemeinschaftsschule (s. Download 4.1 bis 4.7) erarbeitet. Sie wollen eine Hilfestellung bei der Erstellung eigener Jahrespläne sein. Sie berücksichtigen die im Lehrplan für die jeweilige Stufe vorgesehenen inhaltsorientierten und prozessorientierten Kompetenzen. Sie benennen Unterrichtsreihen mit ausgewählten Schwerpunkten auf der Grundlage von ausgewählten Kompetenzen und Dimensionen. Sie verstehen sich aber nicht als festgelegter Ablaufplan. Die Unterrichtsreihen sind vielmehr grundsätzlich untereinander austauschbar.
Bei der Erarbeitung einer kompetenzorientierten Jahresplanung kann eine Kopiervorlage (s. Download 4.8 und 4.9) behilflich sein. 


5 Kumulativer Kompetenzerwerb in drei Doppeljahrgängen

siehe Download 5.1 bis 5.3: Beispiele

Der Kernlehrplan legt die anzubahnenden Kompetenzen jeweils für einen Doppeljahrgang fest. Dabei wird in Anforderungsbereiche Reproduktion, Reorganisation und Transfer unterschieden. In der 5 und 6. Jahrgangsstufe überwiegt noch die Teilkompetenz 1 (Reproduktion). Mit zunehmendem Alter werden in den Jahrgangstufen 7/8 sowie 9/10 die Teilkompetenzen 2 (Reorganisation) und 3 (Transfer) erwartet. Die in einem Doppeljahrgang erworbenen Kompetenzen bauen auf denen des vorangegangen Doppeljahrganges auf.
Am Beispiel dreier jeweils nur wenige Stunden umfassenden Unterrichtsreihe Erntedank für die Klassenstufen 5/6, 7/8 und 9/10 ( s. Download 5.1 bis 5.3) wird dies anschaulich.
 


6 Kompetenzerwerb in einer Unterrichtsstunde

siehe Download 6.1 bis 6.3: Beispiele

Auch in einer einzelnen Unterrichtsstunde werden Kompetenzen angebahnt und erworben. Für die Beschreibung der Unterrichtsschritte innerhalb einer einzelnen Stunde empfiehlt die Lehrplankommission weiterhin Lernzielformulierungen zu benutzen. Das Beispiel (Stunde 3 der Unterrichtsreihe Paulus: Paulus ändert sein Leben) stellt die Unterrichtsreihe, das Ziel der ausgewählten Unterrichtstunde, die Feinziele, der Verlaufsplan und die Kompetenzen dieser Unterrichtsstunde vor.


Downloads

    Kernlehrplan Evangelische Religion Gemeinschaftsschule Klassenstufen 5 bis 10

    Handreichung zum Kernlehrplan (vollständige Druckversion)

    Aufgaben der Fachkonferenz

    1 Was heißt Kompetenzorientierung?

    2 Zwei Wege zu einer Unterrichtsreihe

    3 Beispiele für kompetenzorientierte Unterrichtsreihen

    4 Jahresplanung: Beispiele und Vorlagen

    5 Kumulativer Kompetenzerwerb: Beispiele

    6 Kompetenzerwerb in einer Unterrichtsstunde