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Soziales
 

Frühförderung und Frühförderstellen im Saarland

Komplexleistung im Saarland vorbildlich umgesetzt

In 14 Frühförderstellen erhalten derzeit 3.400 Jungen und Mädchen heilpädagogische sowie medizinisch-therapeutische Förderung.
In 14 Frühförderstellen erhalten derzeit 3.400 Jungen und Mädchen heilpädagogische sowie medizinisch-therapeutische Förderung.

Die frühe und rechtzeitige Förderung von Kindern, die behindert, von Behinderung bedroht, teilleistungsgestört, entwicklungsverzögert oder verhaltensgestört sind, ist seit rund 30 Jahren ein wichtiges Anliegen saarländischer  Behindertenpolitik. Von Anfang an stand dabei die Überzeugung im Vordergrund, dass sich Hilfen, die Kindern im frühen Alter gewährt werden, besonders günstig auf den weiteren Verlauf einer Behinderung, Entwicklungsverzögerung oder Auffälligkeit auswirken. Rechtzeitig und fachlich qualifiziert geförderte Kinder sind in späteren Jahren oftmals völlig unauffällig in ihrem Verhalten und Erleben. Dies ist ein Erfolg, der zu einem großen Teil auf die verschiedenen Frühförderangebote, insbesondere der Frühförderstellen zurückzuführen ist.

Unter Frühförderung ist ein fachliches Hilfe- und Förderangebot für Kinder im Alter von der Geburt bis zum Schuleintritt zu verstehen. Die spezielle Institution "Frühförderstelle", die ambulant und/oder mobil arbeitet, ist dabei der wichtigste Anbieter von Frühförderung. Frühförderung geschieht dort in einem interdisziplinären Team, d.h. medizinisch orientierte und pädagogisch-psychologisch ausgerichtete Frühförderung und die entsprechenden Berufsgruppen ergänzen sich. Für behinderte oder von Behinderung bedrohte Säuglinge, Kleinkinder und Kinder im Vorschulalter steht heute ein bedarfsgerechtes, flächendeckendes Netz von 14 Frühförderstellen im Saarland zur Verfügung.

Frühförderung ist ein Hilfsangebot für Kinder im Säuglings-, Kleinkind- und Kindergartenalter, die behindert oder von einer Behinderung bedroht sind und für deren Eltern und andere Personen, die Elternfunktionen wahrnehmen.
Frühförderung hat das Ziel, bei Behinderungen und Entwicklungsgefährdungen von Kindern die Hilfen anzubieten, die am ehesten dazu beitragen, dass die Kinder sich möglichst gut entwickeln, ihre Kompetenzen entfalten und sich ihre Lebenswelt integrieren können. Frühförderung wird als gemeinde- und familiennahes Angebot von Frühförder- und Beratungsstellen erbracht. Frühförder- und Beratungsstellen sind konzipiert als offene Anlaufstellen für Familien, die sich Sorgen um die Entwicklung ihrer Kinder machen. Sie sind regionale Einrichtungen, die für die Familien gut erreichbar sind, und die ihre Angebote in Hausbesuchen oder Kindertageseinrichtuingen erbringen. Vier Prinzipien gelten als fachliche Standards für die Arbeit der Frühförderung: Ganzheitlichkeit, Familienorientierung, Interdisziplinarität und Vernetzung.

Die Frühförder- und Beratungsstellen arbeiten im Schwerpunkt heilpädagogisch auf der rechtlichen Grundlage des SGB XII §§ 53, 54. Das SGB IX und die Frühförderungsverordnung regeln erstmalig die Umsetzung von Komplexleistung in Frühförder- und Beratungsstellen und Sozialpädiatrischen Zentren. So bezieht sich im SGB IX der § 30 auf den § 55 und umgekehrt. Medizinisch/therapeutische und heilpädagogisch/ psychologische Leistungen sollen aus einer Hand erbracht werden (Komplexleistung).Zur Finanzierung gilt darum SGB XII §§ 53, 54 für die heilpädagogisch/ psychologischen Leistungen und SGB V für die therapeutischen Leistungen. 

Die interdisziplinären Frühförderstellen bieten ein offenes Beratungsangebot für Eltern an, die ein Entwicklungsrisiko ihres Kindes vermuten. Es gibt keine weiteren Zugangsvoraussetzungen. Es ist keine „Überweisung“ eines Arztes oder einer sonstigen Stelle notwendig. Es handelt sich bei der Frühförderung um eine einkommensunabhängige Leistung.

Lässt die Beratung die Notwendigkeit einer heilpädagogischen Maßnahme oder einer sog. Komplexleistung (heilpädagogische und medizinisch-therapeutische Maßnahme) vermuten, wird ein Diagnostikverfahren eingeleitet. Ergibt sich daraus die Notwendigkeit einer Maßnahme, werden die Ergebnisse der Diagnostik einem Fachausschuss vorgelegt, der einen Förder- und Behandlungsplan entwickelt.

Ein Verzeichnis der Frühförderstellen mit Adressen, Kontaktdaten und weiteren Hinweisen finden Sie unter www.saarland.de/73525.htm

Kontakt

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Soziales, Inklusion, soziales Ehrenamt, Armutsberichterstattung
Paul Behr
Referat B 2a
Franz-Josef-Röder-Straße 23
66119 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-3442