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IQB-Bildungstrend 2016: Saarland erreicht in der Ländervergleichsstudie in Grundschulen bundesweit Bestwerte

Ulrich Commerçon: „Kontinuierliche Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität, Ausbau des Ganztagsunterrichts und individuelle Förderung führen zur besten Bildung und mehr Bildungsgerechtigkeit.“

Pressemitteilung vom 13.10.2017 - 19:30 Uhr

Die Ländervergleichsstudie im Primarbereich des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) im Auftrag der Kultusministerkonferenz wurde heute veröffentlicht. Im IQB-Bildungstrend 2016 wurde nach 2011 zum zweiten Mal überprüft, inwieweit Viertklässlerinnen und Viertklässler die bundesweit geltenden Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz in den Fächern Deutsch und Mathematik für den Primarbereich erreichen: Nach Angaben des IQB liegen die Kompetenzausprägungen der saarländischen Viertklässlerinnen und Viertklässler in den Bereichen Mathematik und Deutsch höher als im Bundesdurchschnitt. Im Vergleich zu anderen Ländern zeigt das Saarland hier eine günstigere Entwicklung mit zum Teil sehr guten Ergebnissen und eine deutliche Verbesserung zu 2011.

Bildungsminister Ulrich Commerçon zeigt sich hochzufrieden über die Ergebnisse: „Die IQB-Studie zeigt, dass wir mit unserem Kurs goldrichtig liegen: Kontinuierliche Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität, Ausbau des Ganztagsunterrichts und individuelle Förderung führen zur besten Bildung und mehr Bildungsgerechtigkeit für unsere Schülerinnen und Schüler. Ohne die Lehrkräfte an den Grundschulen und den Fortbildnerinnen und Fortbildnern des Landesinstituts für Pädagogik und Medien, die mit viel Engagement Unterrichtskonzepte umsetzen, wäre dieser großartige Erfolg für unsere Schulen undenkbar. Ihnen gebührt mein herzlicher Dank.

Ergebnisse im Fach Deutsch:

Im Kompetenzbereich Orthographie erreichen saarländische Viertklässlerinnen und Viertklässler 2016 gemeinsam mit Bayern Spitzenwerte: 62,5% unserer Schülerinnen erreichen mindestens den Regelstandard und 16,2 % sogar den Optimalstandard. Im Vergleich liegt der Bundeswert beim Erreichen des Regelstandards bei 53,9 % und beim Optimalstandard bei 8,6 %.

Im Lesen liegt das Saarland leicht über dem Bundesdurchschnitt und hat sich gegenüber 2011 wie auch im Kompetenzbereich Zuhören verbessert.

Ergebnisse im Fach Mathematik:

Das Saarland hat in Mathematik insgesamt ebenfalls gute Ergebnisse im Bundesvergleich erzielt und liegt über dem Bundesschnitt: 66,2 % der Schülerinnen und Schüler erreichen mindestens den Regelstandard und 15,2% den Optimalstandard; auch hier ist der Bundesschnitt niedriger und liegt bei 62,2% beim Erreichen des Regelstandards und bei 13,1% beim Erreichen des Optimalstandards.

Dies betrifft v.a. die Kompetenzbereiche „Zahlen und Operationen“, „Muster und Strukturen“ sowie „Größen und Messen“.

Fazit:

Bundesweit sind die Ergebnisse in Deutsch und Mathematik insgesamt deutlich abgesunken; mit Ausnahme einzelner Bundesländer wie dem Saarland. Als Ursache wird u.a. die Zunahme der Heterogenität der Schülerschaft gesehen. „Neben den Maßnahmen zur individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler spielt der Ganztagsunterricht als Antwort zum Umgang mit Heterogenität bei den guten Ergebnissen im Saarland eine wesentliche Rolle“, so Commerçon.

Im Vergleich zum IQB-Bildungstrend 2011 nahm die Zahl der Schüler_innen in Ganztagsangeboten von 31,2 % auf mittlerweile 46,9 % deutlich zu.

Trotz herausragender saarländischer Ergebnisse beim IQB-Bildungstrend übt Commerçon Kritik am Umgang mit den Ergebnissen der bundesweiten Leistungsvergleiche. „Alle zwei Wochen erscheint eine neue Bildungsstudie, die Vergleiche und Rankings der Bundesländer kundtut. Ich sehe diese bundesweiten Leistungsvergleiche kritisch.Denn oftmals dienen sie lediglich dazu, Bildungspolitikerinnen und -politikern auf die Finger zu hauen“, so Commerçon. „Wer nur Daten sammelt und anhand von blanken Zahlen vermeintliche Missstände offeriert, landet zwar in der Presse, verpasst aber die Chance, Gründe und Handlungsempfehlungen anzubieten. Ich sehe die hochbezahlten Bildungswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler in der Pflicht, konkrete Empfehlungen zu erarbeiten.“

Zudem würden oftmals die unterschiedlichen Rahmenbedingungen in den Ländern nicht hinreichend berücksichtigt. „Dies führt in der Politik zur Versuchung, auf der Grundlage einer oberflächlichen Bewertung politisches Kapital zu schlagen. Wir brauchen aber einen ehrlichen Umgang mit den Befunden und konkrete Maßnahmen, wenn wir für unsere Kinder mehr Bildungsgerechtigkeit bewirken wollen und das Bildungssystem deutschlandweit weiter verbessern wollen.“

Hintergrund:

Am IQB-Bildungstrend 2016 haben 29.259 Schülerinnen und Schüler der 4. Jahrgangsstufe in 1.508 Grund- und Förderschulen aus allen 16 Ländern teilgenommen.

Im Fach Deutsch wurden die Kompetenzbereiche Lesen, Zuhören und Orthografie geprüft. Im Fach Mathematik wurden die Bereiche „Zahlen und Operationen“, „Raum und Form“, „Muster und Strukturen“, „Größen und Messen“ sowie „Daten, Häufigkeit und Wahrscheinlichkeit“ getestet.

Die Bildungstrends werden auf Grundlage der von der Kultusministerkonferenz vereinbarten Bildungsstandards durchgeführt und richten sich damit stärker an der Lehrplanwirklichkeit und Unterrichtspraxis aus als internationale Erhebungen, an denen Deutschland ebenfalls regelmäßig teilnimmt.

Die wissenschaftliche Gesamtverantwortung für den IQB-Bildungstrend 2016 liegt beim Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Petra Stanat.

Den Bericht, eine Zusammenfassung der Ergebnisse sowie weitere Informationen zum IQB-Bildungstrend 2016 finden Sie unter                        
https://www.iqb.hu-berlin.de/bt/BT2016/Bericht.

Ansprechpartner

Ministerium für Bildung und Kultur
Marija Herceg
Pressesprecherin
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-7365
Telefax
(0681) 501-7550