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BAMF-Präsidentin Cordt besucht Ankunftszentrum Lebach

Pressemitteilung vom 12.07.2017 - 16:00 Uhr

Die Präsidentin des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, Jutta Cordt, hat heute das Ankunftszentrum in Lebach besucht. Ebenfalls vor Ort, der saarländische Innenminister  Klaus  Bouillon  und  Heidrun  Schulz,  Vorsitzende  der Geschäftsführung  der  Regionaldirektion  Rheinland-Pfalz-Saarland  der Bundesagentur für Arbeit.

Vom Antrag zum Bescheid in nicht einmal einem Monat
 
Lebach ging im März 2016 als eines der bundesweit ersten Ankunftszentren in Be-
trieb. Heute arbeiten hier rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BAMF, sie-
ben der BA und rund 15 des Landes. „Wir haben hier in Lebach etwas geschaffen,
was über die Grenzen des Saarlandes hinaus für einige Beachtung gesorgt hat: Mit
der Schaffung einer ‚gemeinsamen Behörde‘, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbei-
ter des Landesverwaltungsamtes Saarland und des BAMF zusammenarbeiten, ist
es uns gelungen, Asylanträge sehr schnell zu bearbeiten – wir liegen hier an der
Spitze der Länder“, sagt Innenminister Klaus Bouillon. Auch Jutta Cordt, die
Präsidentin des Bundesamtes lobt die Zusammenarbeit vor Ort: „Die wichtigen
Akteure trennen hier vor Ort nur wenige Schritte voneinander. Eng vernetzt hat man
hier Beeindruckendes geleistet: Im Saarland ist es in 2016 bundesweit am schnells-
ten gelungen, allen Schutzsuchenden Gewissheit zu geben, ob sie in Deutschland
bleiben  können  oder  nicht.  Auch  jetzt  warten  die  neuankommenden  Menschen 
nicht lange auf die Entscheidung des BAMF. Daher haben Land, Bundesagentur
für Arbeit und das BAMF auch bereits frühzeitig begonnen, gemeinsam die Integra-
tion der Asylberechtigten in Angriff zu nehmen. D.h. z.B., zügige Feststellung des
Sprachniveaus, um ganz zeitnah den Besuch des passenden Integrationskurses
realisieren zu können.“
 
Freiwillige Rückkehr im Blick
 
Die Herausforderungen im Bereich Asyl sind im Saarland weitestgehend bewältigt.
Nun gilt es Schutzberechtigten zeitnah alle Möglichkeiten zu geben, sich in Gesell-
schaft und Arbeitsmarkt zu integrieren, bzw. Ausreisepflichtige bei ihrer Rückkehr
in das Heimatland zu unterstützen. Innenminister und Bundesamtspräsidentin sind
sich einig: „Auch bei der freiwilligen Rückreise arbeiten wir sehr erfolgreich. Wir
haben im November 2016 ein spezielles Beratungsangebot in Zusammenarbeit mit
dem BAMF  für Asylbewerberinnen und -bewerber mit geringer Bleibeperspektive
ins Leben gerufen,  dessen mehrstufiges Rückkehrmanagement die freiwillige Aus-
reise vereinfacht. Die Zahlen untermauern den Erfolg des Projektes: Im 1. Halbjahr
2017 wurden insgesamt 228 Personen in Lebach beraten. Davon sind 111 Perso-
nen bereits ausgereist, 8 weitere Personen haben ihre Ausreise für Juli terminiert,
“ so Bouillon.
 
Integration professionell unterstützt
 
Neben der zügigen und gründlichen Bearbeitung von Asylverfahren steht im AZ
Lebach zunehmend die schnelle und gute Integration geflüchteter Menschen in Ge-
sellschaft und Arbeitsmarkt im Mittelpunkt. „Eine frühzeitige Arbeitsmarktintegration
ist ein wesentlicher Baustein zur gesellschaftlichen Teilhabe. Daher war es für uns
sehr wichtig, früh am Ort des Geschehens zu sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitar-
beiter können gezielt auf die asylsuchenden Menschen zugehen und konkrete Hil-
festellungen anbieten. Ein großer Pluspunkt hierbei ist die hohe Sprachkompetenz
unserer  Mitarbeiter.  Sie  sprechen  acht  unterschiedliche  Sprachen.  Vier  unserer
Kolleginnen und Kollegen in Lebach sind selbst als Flüchtling nach Deutschland
eingereist“, berichtet Heidrun Schulz, Chefin der Regionaldirektion Rheinland-
Pfalz-Saarland der Bundesagentur für Arbeit.
 

Eine  zentrale  Voraussetzung  dafür  ist  die  frühest  mögliche  Erhebung  von
beruflichen Kenntnissen und Fertigkeiten, die im Zusammenspiel zwischen BAMF
und Agentur für Arbeit Saarland bereits im Ankunftszentrum beginnt. 
 
Bereits im März 2015 bezog die Agentur für Arbeit Saarland Büroräume in der Lan-
desaufnahmestelle in Lebach, um die zugewanderten Menschen vor Ort zu bera-
ten.  Als  erste  Orientierungshilfe  werden  den  geflüchteten  Frauen  und  Männern
Gruppeninformationen angeboten. Danach erhalten die Asylsuchenden ein soge-
nanntes Mini-Arbeitspaket in arabischer, englischer, französischer, farsischer oder
tigrinischer Sprache. Dieses gibt den Vermittlungsfachkräften sowohl Auskünfte zur
beruflichen Vita des Asylsuchenden als auch zu den vorhandenen beruflichen Qua-
lifikationen. Dadurch kann eine erste Einschätzung der Vermittlungsmöglichkeiten
und der notwendigen weiteren Schritte vorgenommen werden. In den individuellen
Beratungsgesprächen erhalten die Menschen Informationen zum Arbeiten im Saar-
land. Ein besonderer Schwerpunkt der beratenden Tätigkeit ist die frühzeitige Ein-
leitung des Anerkennungsverfahrens ausländischer Abschlüsse.
 
Abschließend fasst Frau Cordt zusammen: „Das Ankunftszentrum in Lebach ist für
mich ein sehr schönes Beispiel, wie durch den eine gut abgestimmte , eine enge
Kooperation mit allen beteiligten Akteuren vor Ort die umfänglichen Herausforde-
rungen des Flüchtlingsmanagements konsequent bewältigt werden können. Das
Engagement und der unermüdliche Einsatz aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
haben mich beeindruckt. Ihnen allen gilt mein besonderer Dank."

Ansprechpartner

Ministerium für Inneres, Bauen und Sport
Katrin Thomas
Pressesprecherin
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-2102
Telefax
(0681) 501-2234