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Gesundheit
 

Esther-Studie

Logo der Esther-Studie

Im Jahr 2000 startete die saarlandweite bevölkerungsbezogene Kohortenstudie ESTHER. Diese gemeinsam von der Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg (Leiter: Prof. Dr. Hermann Brenner) und dem Epidemiologischen Krebsregister des Saarlandes in Saarbrücken (Leiterin: Christa Stegmaier) durchgeführte Studie schloss in den Jahren 2000-2002 fast 10.000 Saarländerinnen und Saarländer im Alter von 50 bis 75 Jahren aus allen Landkreisen des Saarlandes ein, die seither regelmäßig alle zwei Jahre nachbeobachtet werden. Das Ziel der Studie ist es, Prävention, Früherkennung und Behandlung chronischer Erkrankungen (wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Diabetes, Demenz u.a.) im höheren Lebensalter zu verbessern.


ESTHER - Epidemiologische Studie zu Chancen der Verhütung, Früherkennung und optimierten Therapie chronischer Erkrankungen in der älteren Bevölkerung

ESTHER - Epidemiologische Studie zu Chancen der Verhütung, Früherkennung und optimierten Therapie chronischer Erkrankungen in der älteren Bevölkerung

ESTHER ist ein bundesweit einmaliges Gesundheitsprojekt, das mit überaus positiver Resonanz im gesamten Saarland durchgeführt wird. ESTHER hat zum Ziel, die Verhütung, Früherkennung und Therapie chronischer Alterserkrankungen zu verbessern. ESTHER besteht aus zwei Teilstudien - aus ESTHER Teil I (bevölkerungsbezogener Teil) und ESTHER Teil II (klinischer Teil).

ESTHER Teil I lieferte wichtige Erkenntnisse über Risikofaktoren bei einer Reihe chronischer Alterserkrankungen. Zwischen 2000 und 2002 fand die Rekrutierung mit überaus positiver Resonanz im Bereich der niedergelassenen Ärzte statt. Knapp 10.000 Saarländer-innen und Saarländer nahmen am bevölkerungsweiten Teil der ESTHER-Studie teil.

Der Einschluss in ESTHER Teil II erfolgte zwischen 2001 und 2003 in Kliniken im Saarland und in angrenzenden Regionen von Rheinland-Pfalz. Er fokussiert sich auf neu diagnostizierte Krebserkrankungen. Die Studie soll neue Erkenntnisse zur quantitativen Abschätzung von Ursachen verschiedener Krebserkrankungen, zum Verlauf der diagnostischen Abklärung sowie zu Determinanten der Prognose einschließlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liefern.

ESTHER Teil I

Mit ESTHER I wird
 im Saarland eine landesweite epidemiologische Längsschnittstudie im höheren Erwachsenenalter durchgeführt, die für die deutsche Bevölkerung relevante Ergebnisse liefern soll.

Aufgrund der demographischen Entwicklung wird es in Deutschland in den kommenden Jahrzehnten zu einem rasch zunehmenden Anteil der älteren Bevölkerung kommen. Da die Häufigkeit vieler chronischer Erkrankungen mit dem Alter stark ansteigt, ist mit einer erheblichen Zunahme chronischer Erkrankungen mit allen damit verbundenen negativen Konsequenzen für die Betroffenen, ihre Angehörigen sowie die Finanzierung der medizinischen Versorgung zu rechnen.

Trotz enormer Fortschritte in der Behandlung kommt der Verhütung und Früherkennung chronischer Erkrankungen eine herausragende Bedeutung bei.

Voraussetzung für eine wirksame Verhütung und Früherkennung sind wissenschaftliche Erkenntnisse über Risikofaktoren und Risikoindikatoren aus großen epidemiologischen Längsschnittstudien. In diesen Studien wird eine große Zahl gesunder Teilnehmer aufgenommen, bei denen das Auftreten chronischer Erkrankungen über mehrere Jahrzehnte in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren zu Beginn der Studie untersucht wird. Aus bisher vor allem in den USA durchgeführten Studien wissen wir beispielsweise, dass ein erhöhter Blutdruck, Übergewicht oder ein erhöhtes Serumcholesterin wichtige Risikofaktoren für Herzkreislauferkrankungen sind. Die Ergebnisse dieser Studien sind jedoch aufgrund der Unterschiede in den Lebensverhältnissen, genetischer Faktoren sowie der medizinischen Versorgung nicht immer uneingeschränkt auf die deutsche Bevölkerung zu übertragen.

Über Zwischenergebnisse und Erkenntnisse der Studie wird in regelmäßigen Abständen in der Presse (u.a. in der Saarbrücker Zeitung sowie dem Saarländischen Ärzteblatt) und durch Newsletter an die Teilnehmer berichtet. Eine aktuelle Liste mit Publikationen basierend auf den bisherigen Erhebungen der ESTHER-Studie sind unter http://esther.dkfz.org/online verfügbar.

Bei der Rekrutierung waren die Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer zwischen 50 und 74 Jahre alt. Bereits zwischen 2002 und 2004 bekamen alle Teilnehmer erneut Post vom Studienzentrum, um herauszufinden, wie häufig chronische Erkrankungen nach der Erstbefragung aufgetreten waren. Mit 96 % hat sich ein erfreulich hoher Anteil der ursprünglichen Teilnehmer wieder gemeldet. Eine Rücklaufquote in dieser Größenordnung ermöglicht aussagekräftige, wissenschaftlich und gesundheitspolitisch nutzbare Auswertungen zu Neuerkrankungsraten und der Bedeutung bekannter und neuer Risikofaktoren und -marker.

Von 2005 bis 2007 erfolgte die zweite Nachbefragungswelle (Follow-up). Neu in den Fragebogen aufgenommen wurden Fragen zur Pflegbedürftigkeit, zum einen zur Pflege von Angehörigen als auch zur eigenen Pflegebedürftigkeit der ESTHER-Teilnehmer. Ein weiterer, wichtiger Schwerpunkt ist die Abfrage der Mobilität und Aktivität der Menschen ab 65 Jahren, um im weiteren Verlauf die Entwicklung möglicher Einschränkungen im Alternsprozess und deren Folgen abschätzen zu können.

Ein Thema, das vor allem bei der älteren Bevölkerung an Bedeutung gewinnt, ist die Merkfähigkeit im Alter. Im Rahmen der abgeschlossenen 5-Jahres-Nachbefragung wurden alle Teilnehmer, die über 70 Jahre alt sind, gebeten, zusätzlich nach Eingang des Fragebogens an einer telefonischen Befragung dazu teilzunehmen. Vom ESTHER-Studienzentrum aus wird ein standardisiertes telefonisches Kurzinterview („KogTel“) durchgeführt. Es bestand eine hohe Bereitschaft unter den ESTHER-Teilnehmern, zumal die Befragung mit minimalem Zeitaufwand am Telefon zu erledigen ist. Den meisten Personen bereitete es Spaß und keine Mühe, die interessanten Aufgaben zu lösen.

Da das Interesse und die Beteiligung sowohl unter den Studienteilnehmern als auch in der Saarländischen Ärzteschaft überaus positiv war, war es möglich die bereits genannten Befragungen von Risikofaktoren, Erkrankungen in der 8-Jahres und 11-Jahres Erhebung um eine sehr besondere und umfassende Untersuchungsform zu erweitern: dem Geriatrischen Assessment. Dies wird zu Hause bei denjenigen Teilnehmern, die dieser Untersuchung zustimmen, durch einen unserer geschulten Studienärzte durchgeführt. Im Rahmen dieser Untersuchung werden körperliche Tests, wie z.B. Ganggeschwindigkeit, Handkraftmessung durchgeführt aber auch psychosoziale Belastung, Ernährungszustand und geistige Fähigkeiten abgefragt.

Im Juli 2014 startete die fünfte Nachbefragung der ESTHER-Teilnehmer nach 14 Jahren. Ein besonderer Schwerpunkt wird auf der Arzneimitteltherapiesicherheit liegen. Es sollen erneut, aber detaillierter als zuvor, die Medikamente der Studienteilnehmer (zwischenzeitlich liegt das Alter der aktiven Teilnehmer zwischen 64 und 89 Jahren) erfasst werden, da die Arzneimittelversorgung bei älteren Menschen vielfach komplexer ist als bei jüngeren Menschen. Dies kommt zum einen daher, dass im Alter häufig mehr Medikamente benötigt werden, wodurch mögliche Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Medikamenten eine größere Rolle spielen können. Aber auch die richtige Einstellung der Dosis ist im Alter oft schwieriger, da sich beispielweise bei Veränderungen der Nierenfunktion die Ausscheidung der Arzneistoffe verändern kann.

Um eine bestmögliche Arzneimitteltherapie auch im höheren Alter zu ermöglichen und dabei insbesondere mögliche Unterdosierungen oder Überdosierungen zu vermeiden und unerwünschte Neben- und Wechselwirkungen zu minimieren, sind detaillierte Daten zur Medikation im Alter und deren Zusammenhängen mit der Gesundheit im Alter unerlässlich. Hierzu möchte und kann die ESTHER-Studie durch eine genaue Erfassung sowohl der Medikation als auch der gesundheitlichen Entwicklung der Teilnehmer wertvolle Beiträge leisten. Die daraus resultierenden Erkenntnisse sollen dazu beitragen, die in Deutschland zumeist schon sehr gute Medikamentenversorgung und Arzneimitteltherapiesicherheit in Zukunft noch weiter zu verbessern.

ESTHER Teil II (Klinischer Teil)

Der klinische Teil der ESTHER-Studie hat zum Ziel, neue Risikofaktoren/-marker und Verlaufsparameter bei Krebserkrankungen zu identifizieren, mit deren Hilfe eine weitere Verbesserung der Verhütung, Früherkennung und Therapie dieser Erkrankungen möglich werden könnte. Dieses Ziel ist um so dringlicher, da das Auftreten der meisten Krebserkrankungen mit dem Alter stark ansteigt und aufgrund der oben beschriebenen demographischen Entwicklung mit einer erheblichen Zunahme von Krebserkrankungen mit allen damit verbundenen Konsequenzen für die Betroffenen, ihre Angehörigen sowie die Finanzierung der medizinischen Versorgung zu rechnen ist.

Insgesamt hatten sich über 100 Krankenhausabteilungen und Belegärzte sowie zahlreiche Niedergelassene Kollegen an ESTHER Teil II beteiligt. Dank dieser Hilfsbereitschaft und dank des unermüdlichen Einsatzes aller Beteiligten konnten in den Jahren 2001 bis 2003 mehr als 2035 SaarländerInnen mit einer neudiagnostizierten Krebserkrankung in die Studie aufgenommen werden. Nach 5 Jahren wurden diejenigen Teilnehmer mit Diagnose Darm-, Brust-, oder Prostatakrebs nochmals anhand eines Fragebogens nachbefragt.

Wir hoffen aus den gewonnenen Daten neue Risikomarker und prognostische Parameter identifizieren zu können, mit deren Hilfe sich beispielsweise bisher als einheitlich angesehene Verläufe weiter differenzieren lassen und die somit von therapeutischer Relevanz sind. Diese neuen Risikomarker und Verlaufsparameter können künftig allen Patienten zu Gute kommen.


Weitere Informationen:


Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Krebsregister - Epidemiologische Studien
Präsident-Baltz-Straße 5
66119 Saarbrücken
Telefon: 0681/501-2387

Deutsches Krebsforschungszentrum
Abteilung Klinische Epidemiologie und Alternsforschung
Im Neuenheimer Feld 581
69120 Heidelberg
Telefon: 06221/42-1354


Kontakt

Ministerium für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie
Referat E 5 - Krebsregister, Epidemiologische Studien
Präsident-Baltz-Straße 5
66119 Saarbrücken
E-Mail-Kontakt
Telefon
(0681) 501-5982
Telefax
(0681) 501-5998

Krebsregister Saarland

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Weitere Infos zur Esther-Studie

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Weitere Infos zur Esther-Studie finden Sie beim Deutschen Krebsforschungszentrum  (DKFZ)in Heidelberg.