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Die evangelische Kirche in Sötern (Gemeinde Nohfelden, Kreis St. Wendel) besticht nicht durch aufwändige Gestaltung oder durch ihre Ausmaße – fast möchte man sagen, sie sei eher unscheinbar. Dennoch ist sie einer jener geschichtsträchtigen Bauten, die stellvertretend und vielfältig wichtige regionalgeschichtliche Entwicklungen repräsentieren und baulich überliefern.

Der Ursprungsbau, eine dem heiligen Mauritius geweihte Pfarrkirche, ist bereits für das späte 13. Jahrhundert bezeugt. Stiftungen und Regelungen der Patronatsrechte lassen die Entwicklung im 14. Jahrhundert anschaulicher werden und belegen die Teilhabe wichtiger regionaler Familien an der kirchlichen Organisation, allen voran das seit 1231 nachweisbare Geschlecht der Herren von Sötern. Noch vor 1559/60 wurde in Sötern das lutherische Bekenntnis eingeführt – seitdem ist die Kirche die evangelische Pfarrkirche des Orts.

Ob sich im Turm des heute bestehenden Baus ältere Reste erhalten haben, ist ungewiss. In jedem Fall gab es, wie die Datierung 1578 des in Mischformen der Gotik und der Renaissance gehaltenen Portals belegt, im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts dort umfangreichere Baumaßnahmen, die zu den frühesten Zeugnissen des protestantischen Kirchenbaus im Saarland zu zählen sind. Über Verheerungen im 30jährigen Krieg und den Auseinandersetzungen im 17. jahrhundert ist nichts bekannt. Am 27. März 1745 fiel die Kirche einem umfangreichen Brand zum Opfer und der daraufhin notwendige Neubau des schlichten Kirchensaals zog sich bis in die Zeit um 1765 hin. Vermutlich stammt auch der Turmhelm aus dieser Zeit.

Von besonderer regionalgeschichtlicher Bedeutung ist der leider 1950 geschmälerte Bestand an schlichten Epitaphien aus dem 17. Jahrhundert, die mit der Grablege derer zu Hunolstein entstanden. Sie sind heute unter der Orgelempore versammelt. Die Altarwand vor dem Kanzelaltar ziert ein wohl 1950 angebrachtes Zitat aus Luthers kleinem Katechismus von 1529.

Die Ausstattung besitzt mit der Orgel ihr Hauptstück; sie geht auf ein Instrument aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurück und weist Merkmale der im Hunsrück tätigen Orgelbauerfamilie Stumm auf. Umfangreiche Umbauten des Instruments fanden durch Gustav Stumm 1889 statt, eingreifender noch durch die Fa. Oberlinger um 1930. Erst die Restaurierung der Orgel 2004 machte den tatsächlichen Wert des Instruments evident, wobei eine Rückführung auf den ursprünglichen Zustand aus Kostengründen bislang unterbleiben musste.