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Auf dem ehemaligen Hüttengelände der Neunkircher Eisenwerke steht etwas abseits neben dem  Parkplatz an der Lindenstraße der so genannte „Spitzbunker“. Der ehemalige Luftschutzturm wurde 1939-1940 im Rahmen des Werkschutzes gegen Luftangriffe der Alliierten für 400 Personen des Eisenwerkes gebaut. Im Notfall hatten nur deutsche Bedienstete, nicht aber Fremd- und Zwangsarbeiter Zutritt. Der Turm wurde im Zweiten Weltkrieg nicht von Fliegerbomben getroffen.

Insgesamt entstanden zwischen 1936 und 1940 mehr als 200 dieser Luftschutztürme im Deutschen Reich. Vorwiegende Aufstellungsbereiche waren Betriebsgelände der Deutschen Reichsbahn, der Wehrmacht und, wie im Beispiel Neunkirchen, kriegswichtige Industriestandorte. Diese Luftschutztürme, in mehreren Entwicklungsvarianten ausgeführt, waren die im Zweiten Weltkrieg meist gebauten Zivilschutz-Regelbauwerke. Konstrukteur war der Architekt Leo Winkel aus Köln, der ab 1916 in der Bauabteilung der August Thyssen AG in Duisburg arbeitete. Standardmäßig wurden ab 1940 Anlagen für den zivilen Bevölkerungsschutz unterirdisch in Stollenform, in Hanglage oder als kompakte, mehrgeschossige, blockartige Hochbauten angelegt. Die Konstruktion von Winkel nutzte dagegen die spitz zulaufende Kegelform, um einen Bombendurchschlag zu verhindern. Im Vergleich zu anderen Zivilschutzanlagen ermöglichten hier Form und Konstruktionsweise im Wesentlichen geringe Baukosten. Zudem stellten Bodenbeschaffenheit, schwierige Grundwasserverhältnisse oder der Grundstücksbedarf keine Probleme dar. Die Kegelform erlaubte leichte Tarnmöglichkeiten.

Schnitt durch die Konstruktion des Luftschutzturmes
Schnitt durch die Konstruktion des Luftschutzturmes