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SaarLorLux

 

Geschichte der SaarLorLux-Kooperation

Der Europagedanke hat seine Wurzeln im „Drei-Länder-Eck“, wie der heutige SaarLorLux-Raum von den Vätern der Europäischen Idee genannt wurde. Kohle und Stahl führten den SaarLorLux-Raum zu Reichtum, aber auch zu Problemen und Benachteiligungen. Mit der Gründung der Montanunion 1951 wurde versucht, durch die "Internationalisierung von Kohle und Stahl" den nationalen Begehrlichkeiten der Vergangenheit den Boden zu entziehen. Treibende Kraft war hierfür der "geborene" Europäer Robert Schuman - in Luxemburg zur Welt gekommen, in Deutschland zum Juristen ausgebildet und in Lothringen lebend, war er hierzu wie kein anderer prädestiniert. Der SaarLorLux-Raum wurde so zu einer Keimzelle der Europäischen Union.
Die Lösung der „Saar-Frage“ war vorbildlich für die künftige Lösung von "Territorialkonflikten", und als das Saarland 1957 zum ersten neuen Bundesland wurde, stand dem Abschluss der Römischen Verträge und der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im gleichen Jahr nichts mehr im Wege. Das Saarland und der SaarLorLux-Raum wurden somit zur Keimzelle der Europäischen Union.

Nun war das Augenmerk auf die Integration des SaarLorLux-Raumes zu richten. Nach informellen Anfängen in den 60er Jahren war die weitere Entwicklung der SaarLorLux-Kooperation durch eine Reihe von Gründungen interregionaler Institutionen und durch die systematische Schaffung der rechtlichen Rahmenbedingungen geprägt. Einige Beispiele:

  • 1970:
    Konstituierung der "Deutsch-französischen Regierungskommission" (Luxemburg trat 1971 bei).
  • 1971:
    Beschluss zur Gründung der damaligen „Regionalkommission Saarland – Lothringen – Luxemburg – Rheinland/Pfalz“.
  • 1980:
    Verankerung der Deutsch-Französisch-Luxemburgischen Regierungskommission und der heutigen Regionalkommission Saarland – Lothringen – Luxemburg – Trier/Westpfalz durch ein zwischenstaatliches Regierungsabkommen (Notenaustausch).
  • 1986:
    Gründung des Interregionalen Parlamentarier-Rates (IPR)
  • 1988:
    Der erste „Gemeinsame Ministerrat“ zwischen den Exekutiven des Saarlandes und Lothringens tagt in Saarbrücken.
  • 1992:
    Eine neue Dimension gewinnt die SaarLorLux-Arbeit durch die Umsetzung von Interreg-Projekten (Ausrichtung A).
  • 1995:
    Der erste SaarLorLux-Gipfel findet in Bad Mondorf (Luxemburg) statt.
  • 1996:
    Gründung des „Wirtschafts- und Sozialausschusses“ des Gipfels.
  • 1998:
    Erste gemeinsame Kabinettsitzung der Regierungen des Großherzogtums Luxemburg und des Saarlandes.
  • 1999:
    Gründung des „Gemeinsamen Büros“ in Luxemburg als Sekretariat für Gipfel und Regionalkommission.
  • 2000:
    Zweite gemeinsame Kabinettsitzung der Regierungen des Großherzogtums Luxemburg und des Saarlandes.
  • 2000:
    Erstmalige Verleihung eines „Preises der Großregion für besondere interregionale Leistungen“ im Rahmen des 5. Gipfels.
  • 2003:
    7. SaarLorLux-Gipfeltreffen im Juni 2003
    unter Vorsitz des saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller
    Entwicklung des "Zukunftsbildes 2020" für die interregionale Kooperation der Großregion SaarLorLux
  • 2005:
    Aufnahme Walloniens in die Regionalkommission Saarland – Lothringen – Luxemburg – Trier/Westpfalz (vorbehaltlich der Annahme des internationalen Notenwechsels)
  • 2006:
    Beschluss des 9. SaarLorLux-Gipfels für ein gemeinsames Ziel 3-Programm "Großregion" 2007-2013 (Nachfolgeprogramm zur EU-Förderung Interreg)

Diese Entwicklungen führten insgesamt zu einem Kooperationsgeflecht, das in dieser Intensität in der Europäischen Union einmalig ist. Insbesondere auch die Tatsache, dass in dieser Kooperation ein souveräner Nationalstaat (Luxemburg), föderale Bundesländer (Saarland, Rheinland-Pfalz), eine französische Region (Lothringen) und ihre Départements und eine belgische Region (Wallonien) mit zwei belgischen Sprachgemeinschaften erfolgreich zusammenarbeiten, hat Modellcharakter und wird von Vielen als „Labor“ für das europäische Zusammenleben von Morgen bezeichnet.