Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Saarland und innogy wollen auch weiterhin Aale gemeinsam schützen

20.11.2018
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, die innogy SE und der Fischereiverband Saar setzen sich gemeinsam für den Schutz der Aale ein.
Das Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, die innogy SE und der Fischereiverband Saar setzen sich gemeinsam für den Schutz der Aale ein.

Gute Nachricht für den Aal: Auch in Zukunft werden erwachsene Aale aus der Saar gefischt, um sie zu schützen. Saarlands Staatssekretär für Umwelt und Verbraucherschutz Roland Krämer und Hans Bünting, Vorstand Erneuerbare Energien bei innogy SE, haben heute die Vertragsverlängerung zur Aalschutzkooperation an der (saarländischen) Saar unterzeichnet. Die Initiative ist 2016 mit dem gemeinsamen Ziel gestartet, Aale in der Saar gezielt mit Reusen abzufischen, um sie anschließend hinter Linz in den Rhein zu setzen. Von dort aus können die Tiere weitgehend ungehindert in Richtung ihrer Laichgebiete in der Sargassosee abwandern. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass dieses Vorgehen sinnvoll ist und gut funktioniert.

Staatssekretär Roland Krämer erklärt: „Ich freue mich ganz besonders, dass auch innogy die Projektergebnisse des Fischereiverbandes Saar, der dieses Projekt in unserem Auftrag durchführt, so positiv bewertet hat und seine Bereitschaft erklärt hat, die Kooperationsvereinbarung um weitere fünf Jahre zu verlängern.“
Hans Bünting ergänzt: „Die Aalschutz-Initiative an der Saar funktioniert gut, das haben die Fangzahlen ganz klar gezeigt. Ich freue mich auf die Fortsetzung dieser erfolgreichen Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium und dem Fischereiverband Saar. Pragmatisch und wirkungsvoll können wir so Aalschutz und Kraftwerksbetrieb vereinbaren. Denn auch hierzulande betreiben wir an der Saar vier Wasserkraftwerke, die zuverlässig und wirtschaftlich, rund um die Uhr grünen Strom liefern.“

Der Präsident des Fischereiverbandes Saar, Andreas Schneiderlöchner, sagt: „Unser Einsatz zugunsten der Aalpopulation zeigt sich als sehr effektiv. Beim Durchqueren der Turbinen könnten sonst abwandernde Aale geschädigt werden. Solange es keine praktikablen Lösungen für Fischabstiege gibt, können wir die Tiere durch die Initiative oberhalb der Kraftwerke abfangen und sie dort in das Flusssystem wiedereinsetzen, wo es keine Kraftwerke mehr gibt. Da der Aal durch Umleitungsmaßnahmen nur sehr schwierig zu lenken ist, sehe ich in den Bemühungen, diese Tiere beim Abstieg vom Turbinenlauf wegzuführen noch großen Forschungsbedarf.“

Die Aalschutzkooperation
Um die Schädigung der Aale durch Wasserkraftwerke zu reduzieren, wurde auf Initiative des Ministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz im Jahr 2015 in Kooperation mit dem Fischereiverband Saar die Pilotphase für eine Aalschutzinitiative an der (saarländischen) Saar gestartet. Daran hat sich 2016 auch innogy SE beteiligt, die im saarländischen Teil der Saar vier Laufwasserkraftwerke betreibt und seit vielen Jahren aktiv den Fischschutz fördert.

Das Team des Fischereiverbandes Saar um den Vizepräsidenten Bernd Hoen und den Verbandsbiologen Sebastian Hoffmann hat daraufhin die schonende Befischung mit Reusen zur Erhöhung der Fangmengen intensiviert. Bis zu vier Helfer des Fischereiverbandes Saar waren täglich im Einsatz, wodurch bis zu 75 Kilogramm Blankaale pro Tag gefangen wurden. Das durchschnittliche Gewicht eines Aals liegt zwischen 0,6 und 1,1 Kilogramm. Dank der Identifizierung guter Einsatzorte für die Reusen haben sich die Fangzahlen sogar leicht erhöht und zeichnen sich durch nur geringe Fänge anderer Arten aus.

Die Aalschutz-Initiativen Saarland und Rheinland-Pfalz stimmen sich eng ab. So haben sich die Einbindung der „saarländischen Aale“ in das schonende Transportverfahren der Aalschutz-Initiative Rheinland-Pfalz sowie ein Fachaustausch zur Fangtechnik und Wanderbiologie zügig eingespielt. Der Fokus der Initiative liegt auf dem aktiven Artenschutz, also auf einer Erhöhung der Fänge und nicht auf einer wissenschaftlichen Datensammlung, dennoch konnten zusätzlich wertvolle Erkenntnisse zur Biologie und Wanderung gewonnen werden. Der Fischereiverband Saar erstellt Jahresberichte, welche auf der Internetseite des Umweltministeriums veröffentlicht werden: https://www.saarland.de/137297.htm