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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

Radioaktivitätsmessstelle im Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz neu aufgestellt – Radiologische Umweltüberwachung jetzt unter einem Dach

17.10.2018
© LUA | ab
© LUA | ab

Das Landesamt für Umwelt- und Arbeitsschutz hat seine Radioaktivitätsmessstelle  erweitert. Künftig werden auch Nahrungs- und Futtermittel im LUA untersucht. Dieser Teil der Überwachungs- und Untersuchungsaufgaben des Landes war per Landesverordnung der Universität des Saarlandes, Uniklinikum Homburg, zugeordnet. Die Zusammenlegung der beiden Messstellen unter dem Dach des LUA hat einen Erweiterungsbau notwendig gemacht, der jetzt fertiggestellt ist.
„Wir können sagen, dass wir die radiologische Umweltüberwachung mit den Investitionen der letzten Jahre auf den technisch neuesten Stand gebracht haben und  damit für künftige Herausforderungen gerüstet sind. Es macht Sinn, die Aufgaben der radiologischen Umweltüberwachung im Land an einem Ort sachgerecht zu bündeln. Dadurch wird effizienteres Arbeiten möglich“, so Umweltminister Reinhold Jost bei der Vorstellung der Laboreinrichtungen.

Das LUA ist u.a. zuständig für die Umgebungsüberwachung Cattenom, für die radiologische Untersuchung von Gewässern, Trink- und Grundwasser, Luft, Boden, Klärschlamm und nun auch die Lebens- und Futtermittel sowie zukünftig für die Radon-Messungen. Die Aufgaben sind gesetzlich vorgeschrieben. Aus den Messaufgaben ergibt sich für das Jahr 2018 ein Probenplan mit 1075 Messungen in all diesen Bereichen. Auch der Probenplan ist vom Bund genau vorgegeben.

Das radiologische Labor des LUA war selbst erst im November 2012 in neue  Räumlichkeiten umgezogen, wofür einschließlich aller Nebenkosten eine Bausumme von 3,4 Mio. Euro vom Land aufgebracht worden war. Die Kosten für die bauliche Erweiterung dieses Labors belaufen sich auf 1,1 Mio. Euro.
Zusammen mit weiteren 275.000 Euro für Geräteinvestitionen im Rahmen der Zusammenlegung Saarbrücken/Homburg hat das Land sich diese Messstelle also etwa 4,7 Mio. Euro kosten lassen.

Die Neuaufstellung der Radioaktivitätsmessstelle kam genau zum richtigen Zeitpunkt: Eine vollständige Umgestaltung aller Strahlenschutzregelungen ist derzeit im Gesetzgebungsverfahren. Ein gänzlich neues Strahlenschutzgesetz unter Zusammenfassung der drei bis dahin nebeneinander bestehenden Strahlenschutzverordnung, Röntgenverordnung und des Strahlenschutzvorsorgegesetzes wurde 2017 veröffentlicht. Es tritt derzeit in einem gestreckten Verfahren zwischen dem 01.10.2017 und dem 31.12.2018 sukzessive in Kraft. Die neue Strahlenschutzverordnung ist noch nicht verabschiedet; sie soll bis 2021 vollständig umgesetzt sein.
 
Die flächendeckende Überwachung der Umweltradioaktivität in Deutschland, so wie wir sie heute kennen, war eine Konsequenz der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl: Dieser Unfall erst machte deutlich, dass man in der Bundesrepublik auf ein derartiges Ereignis weder messtechnisch noch organisatorisch vorbereitet war. Der Schrecken war wohl so groß, dass bereits am 11.12.1986 ein neues Gesetz zur Regelüberwachung der Umweltradioaktivität verabschiedet wurde: das Strahlenschutzvorsorgegesetz. Dieses Gesetz und die zugehörige Ausführungsverordnung verteilen die Messaufgaben zwischen Bund und Ländern und legen exakt fest, welches Land welche Messungen durchzuführen hat. So ist sichergestellt, dass überall nach den gleichen Methoden und in der gleichen Messungsdichte gearbeitet wird. Dieses weltweit vorbildliche Messsystem unter der Federführung des Bundesumweltministeriums wird als IMIS, Integriertes Mess- und Informationssystem bezeichnet.

Übrigens erstattet der Bund den Ländern die Kosten für die Radioaktivitätsmessungen, denn diese erfolgen in der Form einer „Bundesauftragsverwaltung“. Die Länder werden also für den Bund tätig. Für die Messungen nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz erhält das Saarland eine jährliche Kostenpauschale von derzeit ca. 80.000 Euro. Für das Saarland soll die Pauschale auf ca. 150.000 Euro jährlich erhöht werden.