Saarland.de - Startseite
   Benutzerhinweise    Inhalt    Suche
Landesbetrieb für Straßenbau
 

Deutscher Ingenieurpreis Straße und Verkehr in Dessau verliehen

10.10.2017

Die Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure e. V. – kurz BSVI – hat am 22. September in der Bauhausstadt Dessau den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr 2017 verliehen. BSVI-Präsident Rainer Popp hat gemeinsam mit Staatssekretär Rainer Bomba vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in der Kategorie „Baukultur“ als Preisträger das Staatliche Bauamt Weilheim für die Erneuerung der Echelsbacher Brücke (B23) ausgezeichnet. Der Ingenieurpreis in der Kategorie „Innovation“ ging an den Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer für das Projekt „Baustellenkoordination mit ROADS“ und in der Kategorie „Verkehr im Dialog“ gewann die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mit dem Projekt „Bremerhavener ist Zukunft – Initiative 7+1“. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, MdB, ist der Schirmherr für den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr.

In der Kategorie „Innovation“ wurde das Projekt „Baustellen mit dem richtigen Touch koordinieren – Baustellenkoordination mit ROADS in Hamburg“ des Einreichers Landesbetriebs Straßen, Brücken und Gewässer der Freien und Hansestadt Hamburg ausgezeichnet. Laut Jury ist es dem Landesbetrieb gelungen, die komplexen Anforderungen der verschiedenen Baudienststellen, die mit ihren Baumaßnahmen teils empfindlich in den Straßenverkehr eingreifen, zeitgemäß und zukunftsweisend miteinander zu verknüpfen – und das auf lokaler, bezirklicher und Landesebene sowohl innerhalb Hamburgs als auch darüber hinaus. Die Innovationskraft dieser neuartigen Baustellenkoordination liege nicht nur in der Verzahnung eines diffizilen Verkehrsgeschehens, sondern mehr noch in der Tatsache, dass auch Ereignisse wie Großkonzerte, die das Verkehrsgeschehen außerordentlich beeinflussen können, abgebildet und eingeplant werden können. So würden wirkungsvoll die Belastungen für alle Beteiligten – Bauschaffende wie Verkehrsteilnehmer und Anwohner – minimiert. Die Jury sieht hier nicht nur große Potenziale einer Weiterentwicklung, sondern hofft, dass dieses Programm auch in anderen Ballungsräumen zur Anwendung kommt.
Nominiert waren zudem das Projekt „eMobility CUBE Wolfsburg“, das die Stadt Wolfsburg eingereicht hat, und das Vorhaben „Untersuchung der Verkehrsqualität auf Hauptverkehrsstraßen in Mönchengladbach mit Hilfe von Bürgerinnen und Bürgern“ von TSC Beratende Ingenieure für Verkehrswesen GmbH & Co KG.

In der Kategorie „Verkehr im Dialog“ zeigten die Nominierungen eine große Bandbreite. Die Projekte „Bremerhaven ist Zukunft – Initiative 7+1“ der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, „Projektkommunikation Radschnellwege“ von P3 Agentur für Kommunikation und Mobilität und das „Dialogforum – Kommunikation zum Projekt Feste Fehmarnbeltquerung“ des damaligen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie des Landes Schleswig-Holstein zeigen die Möglichkeiten bei Bürgerbeteiligung und Projektkommunikation vorbildhaft auf.
Zivilgesellschaftliches Engagement, bei dem die Bürgerinnen und Bürger gerade nicht die Verantwortung für die Zukunft der Stadt an die gewählten Institutionen sowie an die Verwaltungen delegierten, sondern – ausgehend von der „Initiative 7+1“ – in Gesprächskreise selbst organisierten, begeisterten die Jury. Daher wurde die Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH, stellvertretend für das Bremerhavener Bürgerengagement, die Preisskulptur des Deutschen Ingenieurpreises Straße und Verkehr überreicht. Die Auszeichnung ist für die Jury verbunden mit der Hoffnung, dass anderen Kommunen Bremerhaven als ermutigendes Vorbild dienen möge.

In der Kategorie „Baukultur“ konnte sich erstmals ein Brückenbauprojekt durchsetzen: Bei starker Konkurrenz verlieh die Jury den Ingenieurpreis an das Projekt „Teilerneuerung der Echelsbacher Brücke (Bundesstraße 23)“ des Staatlichen Bauamts Weilheim. Weitere Nominierte waren die Projekte „Stadtraumerneuerung Osterstraße Hamburg“ von ARGUS Stadt- und Verkehrsplanung sowie der „Freiheitsplatz Hanau“, der von dem Planungsteam Schüßler-Plan Ingenieurgesellschaft mbH, netzwerkarchitekten GmbH und club L94 Landschaftsarchitekten GmbH eingereicht worden war.
Die Jury würdigte, dass es dem Staatlichen Bauamt Weilheim nicht nur gelang, mit viel Kreativität aus einem moderierten Planungsdialog und einem Ingenieurwettbewerb das gefährdete Denkmal zu erhalten und für die gestiegenen Ansprüche zu ertüchtigen. Überdies würden Fauna und Flora in der natürlichen Umwelt respektiert und geschont, so dass ökologische, ökonomische und Verkehrsinteressen auf das Schönste in Einklang gebracht werden. Die Jury zeigte sich nicht nur fasziniert von der filigran anmutenden Lösung, die Denkmal- und Naturschutz respektiert; sie ist auch beeindruckt davon, dass die Ästhetik der Konstruktion spüren lässt, wie avantgardistisch das Bauwerk bereits von 90 Jahren war.

Der Deutsche Ingenieurpreis Straße und Verkehr
Insgesamt wurden 50 Bewerbungen eingereicht, woraus je Kategorie drei Projekte nominiert wurden. Die Jury, die aus den neun nominierten Beiträgen die Preisträger gekürt hat, war besetzt mit
-Elfriede Sauerwein-Braksiek, der Vorsitzenden der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV,
-Reiner Nagel, dem Vorsitzenden der Bundesstiftung Baukultur,
-Prof. Stefan Strick, dem Präsidenten der Bundesanstalt für Straßenwesen BASt,
-Michael Hoppstädter, dem Vorsitzenden der VSVI Rheinland-Pfalz und Saarland,
-Rainer Ueckert, Vorstandsmitglied der Bundesingenieurekammer,
-Prof. Dr.-Ing. Hartmut Topp, freiberuflicher Verkehrsplaner,
-Reinhard Hübsch, Journalist vom SWR, und
-Rainer Popp, dem Präsident der BSVI.

Die BSVI freut sich auch bei der dritten Auslobung über die hohe Beteiligung und ruft alle Ingenieurinnen und Ingenieure schon jetzt auf, sich vielversprechende Projekte für den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr im Jahr 2019 vorzumerken.
Bilder zu der Preisverleihung können unter www.bsvi.de heruntergeladen werden.

Die BSVI
Die „Bundesvereinigung der Straßenbau- und Verkehrsingenieure“ ist der Dachverband der vierzehn „Vereinigungen der Straßenbau- und Verkehrsingenieure“ (VSVI), die in allen Bundesländern die berufspolitischen und –ständischen Interessen von über 16.000 Ingenieurinnen und Ingenieuren – oft gemeinsam mit den Bauingenieur-Kammern – vertritt. Ausgerichtet ist die Vereinsarbeit auf die Fortbildung der Straßen- und Verkehrsplaner sowie der konstruktiven Ingenieure und all der anderen verwandten Disziplinen im Straßenwesen. Das weite Feld der Baukultur und Beiträge zur Verkehrspolitik runden die Vereinsarbeit ab. Die BSVI verleiht alle zwei Jahre den Deutschen Ingenieurpreis Straße und Verkehr in den Kategorien Baukultur, Innovation und Verkehr im Dialog.
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Rainer Popp, Präsident der BSVI, info@bsvi.de oder 0176/83106020

Video der Kategorie Baukultur

Video der Kategorie Verkehr

Video der Kategorie Innovation