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Wasser
 

Bestandsaufnahme und Risikoanalyse

Die sogenannte Bestandsaufnahme umfasst gemäß Artikel 5 WRRL die Analyse der Merkmale eines Flussgebiets, insbesondere die Beschreibung und Gliederung der Gewässer, die Überprüfung der Auswirkungen menschlicher Tätigkeiten auf den Zustand der Gewässer sowie die wirtschaftliche Analyse der Wassernutzung. Nach der erstmaligen Erhebung im Jahr 2004 erfolgte 2013 die erste Überprüfung und Aktualisierung der Bestandsaufnahme, die nun in der Folge alle sechs Jahre wiederholt wird.

Die Ergebnisse der Aktualisierung können Sie den Bewirtschaftungsplänen (Kapitel 2-4) entnehmen.

Im Saarland erfolgte die erstmalige Erhebung auf Grundlage folgender Gutachten:

  • Ermittlung und Bewertung der Entwicklungsfähigkeit der saarländischen Fließgewässer als Grundlage für die Erstellung von Bewirtschaftungsplänen zur Erreichung des guten Zustands nach Vorgabe der EG-WRRL
  • Bilanzierung der Nährstoffeinträge in Gewässer in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten des Saarlandes auf Basis vorhandener Datengrundlagen
  • Erfassung und Bewertung von Querbauwerken in den Oberflächenwasserkörpern des Saarlandes
  • Analyse der Populationsstruktur und -dynamik von Leitfischarten im Primssystem

Die Risikoanalyse umschreibt die Wahrscheinlichkeit, ob ein Oberflächenwasserkörper bis 2021 den „guten Zustand“ bzw. das „gute ökologische Potential“ erreicht.
Unter Beachtung bereits laufender und geplanter Gewässerschutzmaßnahmen kann folgendes vorläufiges Ergebnis für den aktuellen Bewirtschaftungszyklus im Saarland zusammengefasst werden:
Von den 3500 km Gewässerstrecke sind 1030 km bzw. 113 Oberflächenwasserkörper im Sinne der WRRL meldepflichtig.
Davon sind 46 Oberflächenwasserkörper (OWK) als „gefährdet“ eingestuft. Das bedeutet, dass sie vermutlich die Umweltziele nach Art. 4 der WRRL (guter Zustand) nicht erreichen werden. Für 59 OWK ist die Zielerreichung noch unklar. 8 OWK haben die Umweltziele der WRRL bereits erreicht oder werden sie bis 2021 sehr wahrscheinlich erreichen.

Die Gutachten können Sie direkt beim Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz anfordern unter: MUV_Abteilung_E_Poststelle@umwelt.saarland.de

Bilanzierung der Nährstoffeinträge in Gewässer in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten des Saarlandes auf Basis vorhandener Datengrundlagen 

Auftraggeber:     Ministerium für Umwelt
Auftragnehmer: Universität des Saarlandes
                              Lehrstuhl für Physische Geographie und Umweltforschung
                              Prof. Dr. Kubiniok

Die EG-Wasserrahmenrichtlinie legt neben der Betrachtung punktueller Einleitung (zum Beispiel aus Kläranlagen, Industrie und so weiter) erheblichen Wert auch auf die Betrachtung der so genannten diffusen Stoffeinträge (zum Beispiel aus landwirtschaftlichen Nutzflächen) bei der Bewertung der Gewässerbelastung und der Umsetzung entsprechender Sanierungsmaßnahmen.
Eine wichtige Voraussetzungen zur Einleitung von Sanierungsmaßnahmen für Oberflächengewässer ist die flächenhafte Quantifizierung der Nährstoffausträge aus diffusen, das heißt nicht eindeutig zu lokalisierbaren Schmutzquellen, im Vergleich zu den Belastungen aus punktuellen Quellen.

In dem Gutachten werden die diffusen und punktuellen Stoffeinträge in den Untersuchungsgebieten Leuk, Theel und Ill und am Bliesabschnitt zwischen Blieskastel und Reinheim anlaysiert.


  • Gutachten (PDF 5,2 MB)

Erfassung und Bewertung von Querbauwerken in den Oberflächenwasserkörpern des Saarlandes 

Auftraggeber:    Ministerium für Umwelt
Auftragnehmer: Lehrstuhl für Physikalische Geographie
                             der Universität des Saarlandes
                             Prof. Dr. Ernst Löffler

Im Rahmen der Bestandsaufnahme und Risikobewertung nach Art. 5 der WRRL müssen signifikante anthropogene Einflüsse festgestellt werden. Dazu gehören neben der Landnutzung und dem Belastungseinfluss durch punktuelle und diffuse Einleiter auch hydromorphologische Beeinträchtigungen.

Ein wesentlicher Aspekt dabei stellt die so genannte „ökologische Durchgängigkeit“ dar, welche die Behinderung von Wanderbewegungen aquatischer Organismen durch Querbauwerke umschreibt. Querbauwerke verändern viele morphologische Strukturparameter in den Fließgewässern nachhaltig negativ und wirken sich direkt auf die Gewässerbiozönose aus. Insbesondere Fische und Rundmäuler, aber auch Wirbellose, werden durch Wanderhindernisse in ihrer Reproduktion beeinträchtigt. Geringere Populationsgrößen und eine Verarmung der Gewässerfauna sind die Folgen.
Die flächendeckende Erfassung und Bewertung der Querbauwerke besitzt daher neben den die Durchgängigkeit beeinträchtigenden Parametern (z.B. Verrohrungen) eine zentrale Bedeutung bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie.

In einem ersten Schritt wurden die wasserrechtlich erfassten Querbauwerke an den größeren Gewässern (Oberflächenwasserkörpern) erfasst, bewertet, in einer Datenbank dokumentiert und auf einer Karte der Querbauwerke dargestellt.


  • Abschlussbericht (PDF 26,65 MB)