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Unterrichtsangebote und -organisation in der gymnasialen Oberstufe (SekundarstufeII)

Der Unterricht in der gymnasialen Oberstufe der Gemeinschaftsschulen ist genauso organisiert wie am Gymnasium. 
Grafische Übersicht der Wege zum Abitur in Gemeinschaftsschule und Gymnasium
Grafische Übersicht der Wege zum Abitur in Gemeinschaftsschule und Gymnasium

In beiden Schulformen umfasst die Oberstufe eine einjährige Einführungsphase (an der Gemeinschaftsschule Klassenstufe 11 - am Gymnasium Klassenstufe 10) und eine zweijährige Hauptphase (an der Gemeinschaftsschule die Klassenstufen 12 und 13 - am Gymnasium die Klassenstufen 11 und 12). An den Gemeinschaftsschulen legen die Schülerinnen und Schüler die gleiche Abiturprüfung wie an den Gymnasien ab (Zentralabitur).

Gemeinschaftsschulen haben entweder eine eigene gymnasiale Oberstufe am Standort oder sie kooperieren mit anderen Gemeinschaftsschulen oder mit Gymnasien, Oberstufengymnasien und gymnasialen Oberstufen mit berufsbezogenen Fachrichtungen an öffentlichen Berufsbildungszentren. Die Zugehörigkeit der Schülerinnen und Schüler zu ihrer Gemeinschaftsschule bleibt auch bei Kooperationen erhalten. 

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Die rechtlich verbindliche Grundlage für die Regelungen der gymnasialen Oberstufe im Saarland ist die Schul- und Prüfungsordnung über die gymnasiale Oberstufe und die Abiturprüfung im Saarland (GOS-VO) (s. Box rechts).


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Die Verordnung – Schul- und Prüfungsordnung – über die gymnasiale Oberstufe und die Abiturprüfung im Saarland (GOS-VO) gilt gleichermaßen für alle Schulformen mit gymnasialen Oberstufen, also für die Gymnasien, die Gemeinschaftsschulen und die gymnasiale Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen an öffentlichen Berufsbildungszentren.


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In allen Schulformen mit gymnasialer Oberstufe umfasst die Oberstufe eine einjährige Einführungsphase und eine zweijährige Hauptphase.


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Die Abiturprüfung erfolgt an allen Schulen, die am Abiturverfahren teilnehmen, landeszentral nach den gleichen Prüfungsanforderungen und Bewertungsmaßstäben in einem schriftlichen Prüfungsteil mit vier Prüfungsfächern und einem mündlichen Prüfungsteil mit mindestens einem Prüfungsfach.


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Die gymnasiale Oberstufe hat zum Ziel, eine vertiefte Allgemeinbildung, die allgemeine Studierfähigkeit sowie eine wissenschaftspropädeutische Bildung zu vermitteln und zugleich den Eintritt in andere Berufsbildungen zu fördern. Die Grundlagen und Zielsetzungen der Oberstufe sind im §2 der GOS-VO detailliert beschrieben. Jeder Prüfling, der die Abiturprüfung am Ende der gymnasialen Oberstufe bestanden hat, erreicht damit die Berechtigung zur Aufnahme eines Studiums an allen Universitäten und Fachhochschulen der Bundesrepublik Deutschland. Über eine mögliche Zulassung an einer Hochschule außerhalb Deutschlands entscheidet die für die jeweilige Hochschule zuständige Stelle.


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Zum Eintritt in die Einführungsphase an allen Schulformen mit gymnasialer Oberstufe berechtigt sind gemäß GOS-VO §7 Schüler/Schülerinnen des Gymnasiums, wenn sie in die Klassenstufe 10 versetzt sind, sowie Schülerinnen und Schüler anderer Schulformen, die den mittleren Bildungsabschluss mit der Übergangsberechtigung in die gymnasiale Oberstufe an allgemein bildenden Schulen nachweisen.
Für Schülerinnen und Schüler der Handelsschule, der Gewerbeschule, der Sozialpflegeschule und der Fachoberschule gelten besondere Regelungen für den Zugang in die gymnasiale Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen.


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Die Einführungsphase führt in die Lernziele, Lerninhalte und Lernverfahren der gymnasialen Oberstufe unter Berücksichtigung unterschiedlicher Schullaufbahnen ein und legt die Grundlage für die unterrichtliche Arbeit in der Hauptphase. Die Einführungsphase erfüllt somit auch Aufgaben der Kompensation und der Orientierung und dient damit der Durchlässigkeit zwischen den Schulformen.
Die Einführungsphase umfasst ein Schuljahr. Unterrichtet wird in der Regel im Klassenverband. Es gelten die Stundentafel, die Lehrpläne und die Versetzungsbedingungen der Klassenstufe 10 des Gymnasiums. Für die gymnasiale Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen an Berufsbildungszentren gelten darüber hinaus besondere Regelungen.

An den Gymnasien  umfasst die gymnasiale Oberstufe die Klassenstufen 10 bis 12. Der Klassenstufe 10 kommt im achtjährigen Gymnasium als Einführungsphase eine besondere Gelenkfunktion zwischen der Sekundarstufe I und der Sekundarstufe II zu. Mit der Versetzungsentscheidung von der Klassenstufe 10 in die Klassenstufe 11 wird die Zugangsberechtigung zur Hauptphase der Oberstufe erteilt.

An den Gemeinschaftsschulen umfasst die gymnasiale Oberstufe die Klassenstufen 11 bis 13. Die Klassenstufe 11 bildet die Einführungsphase der Oberstufe. Es gelten die Stundentafel und die Lehrpläne der Klassenstufe 10 des Gymnasiums. Mit der Versetzungsentscheidung an Ende der Einführungsphase wird die Zugangsberechtigung zur Hauptphase der Oberstufe erteilt.

Berufsbildungszentren mit einer gymnasialen Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen bieten eine dreijährige gymnasiale Oberstufe an. Diese umfasst die Klassenstufen 11 bis 13. Die Klassenstufe 11 bildet die Einführungsphase der Oberstufe. In der gymnasialen Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen werden beginnend mit der Einführungsphase berufliche Profilfächer gewählt und durchgehend dreijährig belegt. Berufliche Fachrichtungen im Saarland sind „Gesundheit und Soziales“, „Technik“ und „Wirtschaft“.


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Schülerinnen und Schüler, die am Ende der Einführungsphase die Versetzungsbedingungen erfüllen, sind zum Eintritt in die Hauptphase der gymnasialen Oberstufe berechtigt. (Siehe GOS-VO §10).  Für Schülerinnen und Schüler der Fachoberschule gelten darüber hinaus besondere Regelungen.


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Die gymnasiale Oberstufe umfasst drei Jahrgangsstufen, die aufeinander aufbauen. Einen Schulwechsel während der gymnasialen Oberstufe sollte man daher nach Möglichkeit vermeiden.
Ein Schulwechsel im Laufe der gymnasialen Oberstufe ist grundsätzlich nur möglich, wenn die aufnehmende Schule die gleiche Fächerkombination anbieten kann wie die abgebende Schule, denn die Prüfungsfächer müssen durchgehend drei Jahre belegt sein.

Da in der gymnasialen Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen an Berufsbildungszentren beginnend mit der Einführungsphase berufliche Profilfächer gewählt und durchgehend dreijährig belegt werden müssen, ist ein Wechsel zu einer gymnasialen Oberstufe mit anderem Profil nur zu Beginn der Einführungsphase möglich.


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Der Unterricht in der Hauptphase der gymnasialen Oberstufe findet an allen Schulformen in einem System von Kursen statt, die Fächern zugeordnet und grundsätzlich jahrgangsbezogen sind. Kurse sind Unterrichtseinheiten eines Faches von der Dauer eines Schulhalbjahres. Sie bauen im Rahmen des jeweiligen Lehrplans inhaltlich und methodisch aufeinander auf. Die Kernfächer Deutsch, Mathematik und fortgeführte Fremdsprache werden auf zwei Anspruchshöhen, nämlich auf grundlegendem und auf erhöhtem Anforderungsniveau, unterrichtet. Daneben tritt in der gymnasialen Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen das berufliche Profilfach, das ausschließlich auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet wird. Alle übrigen Fächer werden auf grundlegendem Anforderungsniveau unterrichtet.


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Mit Beginn der Hauptphase belegt jeder Schüler und jede Schülerin an den allgemein bildenden Schulen sowohl die drei Kernfächer Deutsch, Mathematik und Fremdsprache (zwei davon auf erhöhtem Anforderungsniveau in sogenannten E-Kursen) als auch – auf grundlegendem Niveau in G-Kursen – ein gesellschaftswissenschaftliches und ein naturwissenschaftliches Fach, ein künstlerisches Fach, Religionslehre/Allgemeine Ethik, Sport sowie ein Neigungsfach und das Seminarfach. An den gymnasialen Oberstufen mit berufsbezogenen Fachrichtungen ist die Belegung eines beruflichen Profilfaches verbindlich. Das berufliche Profilfach und eines der drei Kernfächer werden auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet. Die Wahl der Pflichtfächer erfolgt gemäß GOS-VO § 17.


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Das Seminarfach dient der Erörterung fachübergreifender und fächerverbindender Problemstellungen. Es hat eine interdisziplinäre Ausrichtung und wird durchgehend zweistündig unterrichtet. Die Einübung verschiedener Arbeitsformen und Methoden sowie unterschiedlicher Verfahren der Präsentation und der Erörterung von Ergebnissen ist besonderes Kennzeichen des Seminarfachs und wird an Inhalten verschiedener Fachgebiete realisiert. In zwei Halbjahren sollen im Seminarfach insbesondere naturwissenschaftliche Fragestellungen im Vordergrund stehen. Das Seminarfach ist kein Abiturprüfungsfach.


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Der Unterricht in der Hauptphase der Oberstufe muss im Durchschnitt mindestens 34 Wochenstunden je Halbjahr umfassen.


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Die Verweildauer in der gymnasialen Oberstufe (Einführungsphase und Hauptphase) beträgt grundsätzlich höchstens vier Jahre (GOS-VO §5). Das heißt, dass höchstens ein Jahr in der Oberstufe wiederholt werden kann. Die verbindlichen Regelungen findet man für die Einführungsphase in § 11 GOS-VO und für die Hauptphase in § 20 und § 21 der GOS-VO.


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Wer in der Hauptphase am Unterricht mindestens zweier aufeinander folgender Halbjahre teilgenommen hat und die Schule verlässt, ohne die Voraussetzungen für den Erwerb der Allgemeinen Hochschulreife erfüllt zu haben, erwirbt unter bestimmten Bedingungen (S.§ 27 GOS-VO) den schulischen Teil der Fachhochschulreife: Das Zeugnis berechtigt in Verbindung mit dem Nachweis des nach den jeweiligen Bestimmungen erforderlichen Fachpraktikums zum Studium an einer Fachhochschule im Saarland sowie in den übrigen Ländern der Bundesrepublik mit Ausnahme von Bayern und Sachsen.
Über die Bedingungen, unter denen ein Fachpraktikum anerkannt werden kann, entscheidet die Institution, an der die weitere Ausbildung stattfinden soll.


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Die Abiturprüfung findet am Ende der gymnasialen Oberstufe statt. Sie wird an allen Schulformen nach einheitlichen Prüfungsanforderungen und Bewertungsmaßstäben landeszentral – an allen Schulen zur gleichen Zeit und mit den gleichen Prüfungsaufgaben – durchgeführt.


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Eine Voraussetzung für die Zulassung zur Abiturprüfung ist, dass der Schüler/die Schülerin in jedem der fünf Prüfungsfächer in der Einführungsphase und in den vier Halbjahren der Hauptphase unterrichtet wurde und in keinem dieser Halbjahre die Note in diesen Fächern „ungenügend“ lautet, eine zweite Fremdsprache in dem vorgeschriebenen Umfang nachweist und die zulässige Verweildauer nicht überschreitet. Weiter muss mit den Noten der Kurshalbjahre die Qualifikation im Kursbereich (s. GOS-VO §35) erfüllt sein.


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Die Zuerkennung der Allgemeinen Hochschulreife setzt die Teilnahme an der Abiturprüfung voraus. Leistungen aus den vier Halbjahren der Hauptphase und die Leistungen in der Abiturprüfung ergeben die für den Erwerb der allgemeinen Hochschulreife erforderliche Gesamtqualifikation. Dabei entfallen auf die zweijährige Hauptphase der Oberstufe maximal 600 Punkte, auf den Abiturbereich maximal 300 Punkte. Aus der Punktzahl der Gesamtqualifikation wird für das Abitur eine Gesamtnote errechnet.


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Die Abiturprüfung gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Prüfungsteil. Sie erstreckt sich auf fünf Prüfungsfächer, von denen vier (1. bis 4. Prüfungsfach) schriftlich und eines (5. Prüfungsfach) mündlich geprüft werden. Eines der vier schriftlichen Fächer kann auf Antrag des Schülers/der Schülerin zusätzlich mündlich geprüft werden.
Unter den fünf Prüfungsfächern müssen die Kernfächer sowie mindestens ein Fach aus jedem der drei Aufgabenfelder sprachlich-literarisch-künstlerisches Aufgabenfeld,
gesellschaftswissenschaftliches Aufgabenfeld und mathematisch-naturwissenschaftlich-technisches Aufgabenfeld sein. In der gymnasialen Oberstufe mit berufsbezogenen Fachrichtungen ist das auf erhöhtem Niveau unterrichtete berufliche Profilfach verbindliches schriftliches Prüfungsfach.

In der mündlichen Prüfung werden die Schüler/Schülerinnen von dem zuständigen Prüfungsfachausschuss einzeln geprüft. Die Prüfung dauert in der Regel etwa 20 Minuten. Die Aufgaben der mündlichen Prüfung erwachsen aus den Lernzielen und Lerninhalten der Lehrpläne der vier Halbjahre der Hauptphase sowie den jeweils geltenden Allgemeinen Abiturprüfungsanforderungen in den einzelnen Fächern. Der Schwierigkeitsgrad der Prüfungsaufgaben muss die unterschiedlichen Anforderungen zwischen dem Unterricht auf grundlegendem Anforderungsniveau im G-Kurs und auf erhöhtem Anforderungsniveau im E-Kurs berücksichtigen.


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Das Bestehen der Abiturprüfung setzt das Erreichen der Qualifikation sowohl im Kursbereich wie im Abiturbereich voraus. Ein Ausgleich zwischen den Bereichen ist nicht möglich (s. GOS-VO §52).
Prüflinge, die zur Abiturprüfung zugelassen wurden, haben die Prüfung bestanden, wenn sie in mindestens drei Prüfungsfächern, darunter wenigstens einem als E-Kurs unterrichteten Fach, bei vierfacher Wertung jeweils mindestens 20 Punkte erreicht haben und die Punktsumme der Endnoten der fünf Prüfungsfächer bei vierfacher Wertung mindestens 100 beträgt.


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Wer die Prüfung nicht bestanden hat, kann sie einmal, und zwar frühestens zum nächsten allgemeinen Prüfungstermin wiederholen. Die Wiederholung der Prüfung erstreckt sich auf die gesamte Prüfung und setzt eine Wiederholung der beiden letzten Halbjahre der Hauptphase voraus. Eine Wiederholung von Teilen der Prüfung oder eine Wiederholung in einzelnen Prüfungsfächern ist nicht möglich.


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Jedem Prüfling, der die Abiturprüfung an einem Gymnasium, einer Gemeinschaftsschule oder einem Berufsbildungszentrum mit berufsbezogenen Fachrichtungen bestanden hat, wird die Allgemeine Hochschulreife zuerkannt. Er erhält das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife, das zur Aufnahme eines Studiums an allen Universitäten und Fachhochschulen in ganz Deutschland berechtigt.


GOS-VO

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