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Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz
 

„Nachbar Wildschwein“ – Verhaltensregeln können Risiken eindämmen

12.11.2015
Wildschweine (Foto: Fotolia)
Wildschweine (Foto: Fotolia)

Wildschweine in der Stadt werden im Regionalverband Saarbrücken und im Saarkohlenwald immer mehr zum Problem.  Die Tiere fühlen sich hier wohl, denn entweder ist die Jagd aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich oder aber es handelt sich um befriedete Bezirke, in denen ohnehin nicht gejagt werden darf.
Auch angrenzend an befriedete Gebiete ist die Jagd auf Wildschweine äußerst schwierig. Das große Angebot an Eicheln und Bucheckern führt dazu, dass sich die Wildschweine auch außerhalb ihrer gewohnten Umgebung bewegen, um sich genügend Energievorrat für den Winter anzufressen. Dies wiederum erschwert die Bejagung auf den eingelaufenen „Wildschwein-Wegen“.

Probleme bereiten aber auch die modernen Freizeitaktivitäten durch den spätabendlichen/nächtlichen Besucherverkehr (z.B.: Geocaching, Mountainbiker). Hierdurch wird das Wild beunruhigt und bewegt sich überwiegend auf Ausweichrouten.

Der SaarForst Landesbetrieb, zuständig für alle Waldbesitzungen des Landes und somit für den größten Waldanteil im Saarbrücker Umland, beobachtet die Entwicklung der Wildschweinpopulation bereits seit Jahren aufmerksam und kann teilweise mit genauen Zahlen über die Population im Bereich des Saarkohlenwaldes zwischen Saarbrücken und Göttelborner Höhe aufwarten. Aufgrund einer im Auftrag des Umweltministeriums erstellten genotypischen Kotanalyse wurde im Winter 2012/2013 ermittelt, dass dort mehr als 300 Wildschweine lebten. Vermutlich ist diese Zahl inzwischen gestiegen, denn Begegnungen mit und Sichtungen von Wildschweinen im Saarbrücker Raum treten verstärkt auf. Auch werden häufiger Wildschäden und Wildunfälle registriert.

Um Ärger und gefährliche Begegnungen mit den Borstentieren möglichst zu vermeiden, sollten folgende Verhaltensregeln eingehalten werden: 
Wildtiere niemals in die Enge treiben!
Trifft man Wildschweine in seinem Garten oder auf Wegen an, sollte man sich also vergewissern, dass die Tiere eine Fluchtmöglichkeit haben, bevor man sie durch lautes Rufen verscheuchen will.
Private Gärten durch geeignete Zäune wilddicht halten!
Fallobst, Komposthaufen und Grünschnitt innerhalb des eingezäunten Grundstücks und nicht außerhalb lagern!
Keine Wildtiere füttern!

Es ist nicht absehbar, wie sich die Schwarzwildpopulation entwickeln wird. Zu groß sind die unbekannten Faktoren, wie beispielsweise Witterung und Nahrungsangebot, die einen großen Einfluss auf die Vermehrungs- und Sterblichkeitsraten haben.  Daher können Fachleute nur immer wieder empfehlen, sich langfristig vor den ungebetenen Gästen im Garten durch geeignete Zäune und Tore zu schützen.
Im Übrigen: Anspruch auf Wildschadensersatz besteht lediglich auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Für Schäden in Gärten gibt es keine Entschädigung.