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Wissenschaft
 

Gemeinsames Beratungspapier des Lenkungskreises zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems im Saarland

Im Rahmen einer Pressekonferenz haben am Donnerstag (5.6.14) der Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, der Universitätspräsident der Universität des Saarlandes, der Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums des Saarlandes sowie Annegret Kramp-Karrenbauer als Spitze des Saarländischen Wissenschaftsressorts Vorschläge zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems mit einem gemeinsamen Beratungspapier vorgestellt.

Die Hochschulen des Saarlandes stehen vor wichtigen Zukunftsentscheidungen. .

Im Nachgang zu den Empfehlungen des Wissenschaftsrates haben heute für den Lenkungskreis der Rektor der Hochschule für Technik und Wirtschaft des Saarlandes, Prof. Dr. Wolrad Rommel, der Universitätspräsident der Universität des Saarlandes, Prof. Dr. Volker Linneweber, der Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums des Saarlandes, Prof. Dr. Wolf-Ingo Steudel sowie Annegret Kramp-Karrenbauer als Spitze des Saarländischen Wissenschaftsressorts die Vorschläge des Lenkungskreises zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems mit einem gemeinsamen Beratungspapier vorgestellt.
Anfang des Jahres hatte der Wissenschaftsrat umfassende Empfehlungen zur Zukunft der Hochschulen im Saarland vorgelegt. Mehr Profilbildung, Kooperation, Effizienz und Synergien im Hochschulsystem hatten die Experten des Wissenschaftsrats empfohlen und dabei auch konkrete Maßnahmen skizziert. Dabei hatte der Wissenschaftsrat ausdrücklich sowohl die finanziell schwierige Lage des Saarlandes anerkannt, als auch strukturellen Handlungsbedarf gesehen und konkrete Empfehlungen zur Verbesserung der Hochschulstrukturen gegeben.

Seit Februar 2014 haben die Hochschulen, insbesondere die Universität des Saarlandes (UdS) sowie das Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) und die Hochschule für Technik und Wirtschaft Saar (htw saar) unter Einbeziehung der betroffenen Fachressorts die Vorschläge des Wissenschaftsrates, aber auch sonstige Konzepte aus den Hochschulen sowie Vorschläge und Anregungen von Dritten beraten. Auch der Landtag hat sich mit diesem Thema mehrmals befasst. Hinweise aus einer umfassenden parlamentarischen Anhörung sowie aus vielzähligen Gesprächen des Landes mit verschiedenen Interessengruppen sind in die Beratungen und Überlegungen eingeflossen. Gemeinsamer Leitgedanke war und ist es, die Hochschulen attraktiver, effizienter und damit zukunftsfest zu machen, gleichzeitig aber die Anforderungen an die Haushaltskonsolidierung im Blick zu haben. Dies wird auch strukturelle Entscheidungen erforderlich machen.

Dazu erklärte Wissenschaftsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer: „Das heute vorgestellte Beratungspapier enthält eine Vielzahl von Vorschlägen zur Fortentwicklung der Hochschullandschaft des Saarlandes. In vielen Punkten folgt das Papier den Empfehlungen des Wissenschaftsrates, bei einigen Punkten wurden allerdings andere Lösungen empfohlen – beispielsweise im Bereich der Rechts- und Zahnmedizin. Eine Schließung der Zahnmedizin wird abgelehnt, ebenso die Aufgabe des Staatsexamensstudiengangs der Rechtswissenschaften. Alle Vorschläge werden in den nächsten Wochen in einem intensiven Dialog mit allen Gremien der Hochschulen, allen Institutionen des Landes auf politischer und gesellschaftlicher Ebene bewertet und zu Eckpunkten der künftigen Hochschulplanung fortentwickelt.“

Mehr Zusammenarbeit in Verwaltung – in Wissenschaft und Lehre
Die heute vorgestellten Maßnahmen zur Fortentwicklung der Hochschullandschaft sehen unter anderem vor, mehr Zusammenarbeit zwischen den Verwaltungen der Universität des Saarlandes und der htw saar zu erreichen und bis zum Jahr 2020 jeweils 20 Prozent der Verwaltungsausgaben zu reduzieren.

3 Kooperationsplattformen entstehen
Es sind 3 Kooperationsplattformen vorgesehen in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, in den Wirtschaftswissenschaften und im Bereich Gesundheit. Darin sollen Universität und HTW des Saarlandes in Lehre, Qualifizierung des wissenschaftlichen Nachwuchses, Forschung sowie Wissenstransfer zusammenarbeiten. Auch im Themenfeld Europa ist eine verstärkte Kooperation in den europarelevanten Forschungsbereichen vorgesehen.

Weniger Studienplätze fürs Lehramt
Angesichts rückläufiger Schülerzahlen und damit eine geringeren Bedarfs an Lehrern, schlägt der Lenkungskreis vor, die Aufnahmekapazitäten insbesondere in den großen Lehramtsstudienfächern zu reduzieren: Dazu gehören Chemie, Deutsch, Englisch, Geschichte, Lernbereiche der Primarstufe, Mathematik, Sport und Wirtschaftspädagogik. Der bisherige Studiengang „Primar- und Sekundarstufe I“ soll in überarbeiteter Form erhalten werden.

Keine Schließung der Rechtswissenschaften
Der Staatsexamensstudiengang Rechtswissenschaften im Saarland soll erhalten bleiben. Gleichzeitig sollen Gleichzeitig kooperative Jura-Angebote mit Universitäten der Großregion stärker genutzt, aber auch auf die Wiederbesetzung von Professuren verzichtet werden.

Zahnmedizin und Transplantationsmedizin bleiben
Die Transplantationsmedizin und die Zahnmedizin bleiben bestehen. Die Zahnmedizin soll jedoch zusätzliche Einnahmen durch kostenpflichtige Weiterbildungsangebote erwirtschaften.

Weiterbildung ausbauen
Um Struktur, Attraktivität und Spektrum im Bereich Weiterbildung zu verbessern, schlagen die Hochschulspitzen und das Wissenschaftsressort die Gründung eines gemeinsamen Hochschulzentrums für akademische Weiterbildung mit Fernstudiengängen, Blended-Learning-Angeboten sowie Präsenz-, Zertifikats- und Kurzzeitprogrammen vor.

Einheitliches Hochschulgesetz für alle Hochschulen
Im Bereich des für die regionale Wirtschaft wichtigen Wissens- und Technologietransfers ist eine größere Zusammenarbeit zwischen den dafür bereits vorhandenen Einrichtungen vorgesehen. Außerdem soll ein „Gründungssemester“ für Hochschullehrer analog zum Forschungssemester eingeführt werden, um Ausgründungen aus den Hochschulen zu erleichtern.

Am Ende sollen diese Reformen in ein einheitliches Hochschulgesetz für alle staatlichen Hochschulen des Saarlandes eingehen.

Beratungspapier des Lenkungskreises zur Weiterentwicklung des Hochschulsystems des Saarlandes